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Frau Hassel hat bereits im Bezug auf das politische System in Weißrussland von Friedhofsruhe gesprochen und die scheint nun auch wieder eingekehrt zu sein (auch wenig schwer, wenn man alle Gegner verhaften und verschwinden lässt).

Eine Anmerkung möchte ich aber noch zu den Aussagen eines Gewissen Herrn Schirmbeck von der CDU machen, der doch glatt verkündet, der Urnengang sei prima verlaufen. Im Hinblick auf den vorläufigen Bericht der OSCE kann wohl davon keine Rede sein. Der Bericht sagt, dass die Stimmenabgabe am Wahltag (ich erinnere nochmals daran, dass die Stimmenabgabe bereits 5 Tage vorher möglich war) zufriedenstellend verlief, dass aber die Stimmenauszählung wiederum nicht den geforderten Standards entsprach.

Interessant ist auch, wie bei der Wahl nicht nur internationales sondern auch weißrussisches Recht gebrochen wurde. Alles fein säuberlich im vorläufigen Bericht zusammengefasst. Na da bin ich doch mal auf den endgültigen Bericht im Februar gespannt.

Was für ein Tag gestern hier in Weißrussland: Demonstranten und Präsidentschaftskandidaten (teilweise bewusstlos ge-) verprügelt, Oppositionelle verletzt und verschleppt und die deutschen Medien wissen das zu berichten.

Tadellos Herr Lukaschenko, so stößt man der EU so richtig vor den Kopf: Wahlfälschung, Körperverletzung, Freiheitsberaubung et cetera. Damit geht der feine Herr 100 %ig sicher, dass ihm (und damit auch den Weißrussen) keine EU-Gelder zur Verfügung gestellt werden. Und man muss schon blind sein, wenn man nicht sieht, wie sehr dieses Land jeden Cent benötigt.

Aber auch gut, denn so wie das hier gerade läuft, wird das wohl nicht mehr lange dauern und die Wirtschaft Weißrusslands implodieren. Oder aber Herr Lukaschenko stellt auf die Taktik des nordkoreanischen Staatschefs um und erpresst die Welt, um ihr Hilfslieferungen abzuringen.

Update: Anbei sei noch auf eine Fotoserie und ein interessantes Video verwiesen.

Vorhin, als ich den Artikel über die “dolle” Musik an den Wahlurnen schrieb, hatte ich meine liebe Not, überhaupt  auf meinen Blog zu kommen. Ich konnte den Blog zwar laden, mich aber nicht einloggen.

Ich (und auch andere) erkannte dann bald, dass es sich um ein Problem mit der SSL-Verbindung handeln muss, da sonst alles funktionierte.

Aber für solche Anlässe gibt es ja TOR, das mir den ungehinderten Zugang zu meinem Blog ermöglicht. Tja, auch Zensur will gelernt sein, und wie heißt es so schön: Der beste Schutz vor der Zensur, ist die Dummheit der Zensoren. (Unbekannt) Am besten ist, die versuchen das Internet das nächste Mal gleich ganz abzuschalten, vielleicht klappt es dann auch mit der Zensur. Außerdem wäre das weniger heuchlerisch, jeder weiß doch, mit was für einem Staat wir es hier in Weißrussland zu tun haben.

Während sich also das alte neue Staatsoberhaupt feiern lässt, surfe ich durch’s Netz und erkläre nebenbei meinem weißrussischen Freund, wie er ebenfalls ohne Störungen an die Informationen kommt, die er benötigt. 😎

Nebenbei werden schon die ersten Oppositionskandidaten verprügelt (Bild im Laufe des Textes). Für diese akkurat demokratisch durchgeführte Wahl, gibt es dann wohl kein Geld von der EU.

Update: Es sei an dieser Stelle noch auf einen anderen Artikel verwiesen, der das zukünftige Staatsoberhaupt Weißrusslands zeigt. Derweil haben sich wohl 20.000 Menschen versammelt, um gegen die Wahl zu demonstrieren.


Ich wurde Zeuge der Methoden, derer sich das weißrussische Regime bedient, um die Wahlbevölkerung zu manipulieren und eine Entscheidung zu ihren Gunsten herbeizuführen. Doch ein Video sagt mehr als tausend Worte (die verehrten Leserinnen und Leser mögen die Qualität und die Kürze entschuldigen, aber ich muss das Video gerade über das Mobiltelefon hochladen).

http://vimeo.com/17978700

Ansonsten möchte ich an dieser Stelle auf den Blog der Konrad-Adenauer-Stiftung zur Wahl in Weißrussland verweisen. Außerdem haben Tagesschau.de und Zeit-Online jeweils einen aktuellen Beitrag.

Vielleicht gibt es heute Abend ja mehr Neuigkeiten zu berichten.

Ich finde diese “Wahl-Woche” hier in Weißrussland durchaus spannend, auch wenn dunkle Vorahnungen das Ergebnis schon vorweg nehmen. Die Oppositionsseite Charter97.org berichtet jedenfalls schon fleißig, wie wohl den Menschen schon nahegelegt wird am Early Voting (frühem Wählen – am Sonntag den 19.12. findet die eigentliche Wahl statt, aber man hat die Möglichkeit seine Stimme schon früher abzugeben) teilzunehmen. Dieses System macht teilweise sogar Sinn, da in Weißrussland auch oft Sonntags gearbeitet wird. Aber dieses System kann auch dazu Missbraucht werden, Wahlfälschungen im großen Stil durchzuführen.

Die deutschen Nachrichten (konkret Tagesthemen und Weltspiegel) berichteten bereits über die Wahl in Weißrussland und natürlich habe ich die entsprechenden Informationen direkt an meine Studenten weitergeleitet. Die können ja nichts dafür, dass die Medien in Weißrussland fest in Staatshand sind (da soll nochmal einer über die GEZ meckern…).

Ich habe im Übrigen meinen Studenten aufgetragen, sich bis Samstag über alle Kandidaten der Präsidentschaftswahl zu informieren. Ich habe das ausdrücklich betont, da es wohl Professoren gibt, die ihren Studenten nahelegen, den Kandidaten zu wählen, den sie am besten kennen… auf wen das hinaus läuft, kann man sich ja dann vorstellen.

Sich zu informieren ist im Übrigen gar nicht so leicht, denn entweder muss man einen der Wahlstände der Opposition besuchen, die an verschiedenen Tagen an verschiedenen Stellen geöffnet werden, sich im Internet oder aber an solchen Wahlwänden informieren, die relativ spärlich verteilt sind.

Auf diesen Wänden, habe ich bisher noch kein Plakat des amtierenden Präsidenten gesehen. Sprich, auch auf dem Foto sind nur Oppositionskandidaten zu sehen (Sannikow – blau – und Neklajew – rot -, beide die aussichtsreichsten Kandidaten der Opposition).  Der Präsident wird so oft im Fernsehen gezeigt, hängt in so vielen Amtsstuben, dass er wohl auf Plakate verzichten kann.

Mir hat im Übrigen mal jemand in Weißrussland gesagt, dass die Kandidaten der Opposition nicht den “Schneid” mitbringen, den der aktuelle Präsident vorweisen kann. Nachdem, was ich bisher von diesem Präsidenten vernommen habe, konnte ich da dann nur noch verwundert den Kopf schütteln. Ich meine, Silvio Berlusconi ist schon peinlich, aber dieser Präsident ist eine direkte Beleidigung der Vernunft harte Nuss, für mich und für jeden anderen vernünftigen Menschen. Mir sind die Russen, sprich ihr Präsident und Ministerpräsident, auch wenn diese ebenfalls mit Vorsicht zu genießen sind, in der Abneigung dieser Beleidigung des Präsident Weißrusslands im Übrigen sympathisch.

Das einzig Gute an diesem Präsidenten ist doch, dass er so offensichtlich die Wahlen manipuliert, dass wir das gute EU-Geld, dass der polnische Außenminister so konkret bei freien Wahlen versprochen hat, in sinnvollere Projekte stecken können, als es bei diesem Verbrecher, Betrüger und Lügner weißrussischen Präsidenten zu belassen.

So oder so ähnlich könnte vielleicht der Spruch auf dem Belarussischen Staatlichen Museum des Großen Vaterländischen Krieges (белорусскй государственный музей истории великой отечественной воины) übersetzt werden, das ich letzte Woche besucht hatte.

Belarussischen Staatlichen Museum des Großen Vaterländischen Krieges

Ein paar meiner Studenten haben mich als Dolmetscher begleitet und standen mir auch als Übersetzer zur Seite. Die Ausstellung ist in kleine Abschnitte unterteilt, die jeweils einen anderen Aspekt des 2. Weltkrieges betrachten. Man findet sehr viel Kopien der Originale, so dass ich zumindest die Einleitung zum Armeebefehl für die Operation Barbarossa und einige andere Materialien selbstständig lesen konnte (Im übrigen habe ich keine Fotos aus dem Museum – ich war knauserig und wollte die 0,20 € zusätzlich nicht zahlen :-D).

Das Museum war überreichlich mit sowjetischen Propagandamaterial gefüllt, was wohl aber nicht allein der Aufklärung dient. Laut einiger Aussagen, hat man das Museum quasi unverändert aus der sowjetischen Zeit in den Postkommunismus übernommen, ohne an der bestehenden Ausstellung viel zu ändern. Dazu passt auch ganz aktuell ein Foto, dass ich an dieser Stelle mit einschieben möchte. Man hat dem Lenin, damit es ihm auch ein wenig heimelig wird, einen Weihnachtsbaum vor die Nase gepflanzt, richtig stilecht, mit einem roten! Stern auf der Spitze (ob er sich darüber freuen würde, mag bezweifelt werden). Kleiner Hinweis: Lenin ist rechts auf der halben Höhe des Baumes zu sehen. Wenn die Weißrussen eins in den letzten Jahren geschafft haben, dann ist es das Alte mit dem Alten in vorzüglicher Weise zu verbinden (ob sie es nun so gewollt haben oder nicht) – meine Hochachtung!

Was uns an dem Museum dann doch überrascht hat (sowohl meine Studenten als auch mich), dass wir dort eine Kleine unscheinbare Ausstellung von Plakaten gegen die Todesstrafe, die es in Weißrussland immer noch gibt, gefunden haben. Ich vermutete, dass die Administration wohl gar nicht wissen könne, was für Plakate da hängen, da ja alle Plakate auf Englisch sind! 😀

Außerdem wurden in der letzten Woche die Kandidaten für die Präsidentschaftswahl im Dezember im Palast der Republik (joa, heißt hier auch so…) zugelassen. Die Kulisse dazu sah womöglich in etwa so aus:

Oder, wenn die Herrschaften auf einen anderen Bereich des selben Platzes geschaut haben, so:

Diese Bilder habe ich aufgenommen, bevor ich in’s Museum gegangen bin (ja, ich war mal wieder zu früh).  Also, ich darf die Steuerzahler in Europa beruhigen, es wird nur der Junior Eurovision Song Contest bezahlt, zusätzliche finanzielle Hilfen für Weißrussland müssen aufgrund des fehlenden Wahlkampfes nicht geleistet werden.

Aber was habe ich da heute noch entdeckt; eine von den unzähligen Werbewänden verkündet die anstehende Wahl:

Auf dem Plakat steht zunächst links, dass am 19 Dezember die Wahl des Präsidenten Weißrusslands stattfindet. Am unteren Rand steht Der Sieg liegt in unseren Händen! (Победа в наших руках!) und auf dem T-Shirt Der Sieg liegt in unserem Herzen! (Победа в наших сердцах!). So langsam scheint sich der Verdacht übermäßigen Drogenkonsums doch zur Gewissheit zu erhärten. Was soll das auf dem Plakat denn bitteschön heißen oder bedeuten?!!!

Im Übrigen hat sich das Erlernen des russischen Tastaturlayouts als vorteilhaft herausgestellt. Nun kann ich die ganzen russischen Texte bei Google eintippen, wo mir dann eine Übersetzung zur Verfügung steht. Gut, das eintippen dauert natürlich noch seine Zeit, muss ich doch oft noch ein wenig nachdenken, welchen Finger ich als nächstes zu bewegen habe. Aber die Buchstaben des kyrillischen Alphabets habe ich schon raus, so dass ich im Zehnfingersystem schreiben kann. 😎

До свидания!

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A blog not only about my time in Sweden and Мiнск but also about the things I am concerned about.

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