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Gestern sind meine Freundin, einige meiner Studenten und ich etwas Essen und Trinken gegangen. Dabei sind ein Student und ich wieder auf das Thema der weißrussischen Sprache und deren Verwandtschaft mit dem Russischen zu sprechen gekommen.

Der Student bedauerte, dass Russisch als zweite Amtssprache in Weißrussland eingeführt wurde, da so mehr und mehr das Weißrussische verdrängt werde. Auf meine Entgegnung hin, dass doch Weißrussisch und Russisch quasi dieselben Sprachen mit teilweise unterschiedlichen Wörtern wären, widersprach er. So seien einige Satz-Konstrukte eher im Deutschen oder auch anderen Sprachen zu finden (überhaupt finden sich einige Wörter sowohl im Weißrussischen wie im Deutschen wieder). Weiterhin meinte er, dass wohl viele Weißrussen glauben, wenn sie nur weißrussische Wörter benutzen, sie auch weißrussisch sprechen, was aufgrund der vom Russischen verschiedenen Grammatik nicht der Fall ist.

In entsprechenden Wikipedia-Artikel steht sogar, dass aufgrund der starken Präsenz des Russischen, das Weißrussische zugunsten ersterer langsam aber sicher verschwinden wird. Tja, was soll man dazu sagen… . Ich würde das ja glatt als Russifizierung bezeichnen. Das Problem ist nur, dass die Russen daran gar keinen Anteil haben, sondern die weißrussische Administration dies höchstselbst (im vorauseilendem Gehorsam?) von oben (von wo auch sonst) verordnet hat. Zeit für ein neues Buch! Titel: Weißrussland schafft sich ab! Hehe, das würde ich dann aber lieber nicht direkt in Weißrussland veröffentlichen, da es hier Leute geben soll, die empfindlich auf womögliche Kritik reagieren… .

пока!

…meiner Arbeit und meinen Studenten möchte ich da dieser Stelle auch abgeben. Die Arbeit bereitet mir sehr viel Spaß und auch meine Studenten bleiben trotz der widrigen Umstände meiner Vorlesung treu.

Widrige Umstände bedeutet in diesem Falle, dass ich drei Mal pro Woche jeweils um 19 Uhr (und schließe, zum Ärger der hier Angestellten, die meinen Vorlesungs- und Unterrichtsraum schließen müssen, um 20.30) und am Samstag um 14.30 Uhr beginne. Die Samstagsvorlesung habe ich im Übrigen entschärft, die geht nur noch 45 Minuten (weswegen die Angestellten nun bis 20.30 Uhr statt 20.20 Uhr ausharren müssen). Es gibt 2 Vorlesungen und 2 Übungen, die am Dienstag (Vorlesung), Donnerstag (Übung), Freitag (Übung, dann Vorlesung) und eben Samstag (Vorlesung) stattfinden.

Ich denke, es kann sich jeder der wertgeschätzten Leser vorstellen, in welcher Hinsicht die Motivation meiner Studenten modifiziert wird, wenn wir am Abend die Vorlesung bestreiten. Nichtsdestotrotz werden Fragen gestellt und außerdem sind die Studenten ja überhaupt da. Bei einer freiwilligen Veranstaltung wie die meine, würde ich es meinen Studenten nicht verübeln, wenn sie besseres zu tun fänden und damit vorliebnehmen würden.

Einige Kompromisse hinsichtlich der Sprache bin ich allerdings eingegangen:

  1. Die Vorlesung wird zwar komplett in Deutsch gehalten, die wichtigsten Punkte aber nochmal auf Englisch erläutert.
  2. Frage können in der Vorlesung auch auf Englisch gestellt werden, ich übersetze die Fragen dann ist Deutsche.
  3. Die Übung findet in Englisch mit deutschsprachigen Folien statt.
  4. Im individuellen Gespräch mit meinen Studenten während der Übung nutze ich entweder Englisch oder Deutsch.

Ansonsten merkt man in mancher Hinsicht den Unterschied zwischen einer mathematischen und einer Informatik-Ausbildung. Es gibt bestimmte Probleme die Informatiker interessieren und die für Informatiker wichtig sind, die bei der mathematischen Ausbildung einfach keine Rolle spielen. Nehmen wir z.B. das Philosophenproblem (kurz und auch für Nicht-Informatiker geeignet).  Das Problem veranschaulicht sehr deutlich was zu beachten ist, wenn mehrere Prozesse gleichzeitig auf mehrere Ressourcen zugreifen wollen. Aber meinen Studenten war das Problem nicht bekannt. In Anbetracht der Tatsache, dass Absolventen dieser Fakultät sich auch oft als Software-Entwickler verdingen, kann wahrscheinlich allein schon die Kenntnis des Problems einiges Ungemach ersparen.

Darüber hinaus hat es natürlich seine Vor- und Nachteile vor vorgebildeten Publikum, wie es meine Studenten nun einmal sind, zu sprechen. Auf der einen Seite muss ich nicht jede Kleinigkeit, die mir schon in Fleisch und Blut übergegangen ist, erläutern. Auf der anderen Seite erhebt es natürlich einen gewissen Anspruch an meine Vorlesung, denn wenn ich nicht aufpasse, dann werden mir einige (auch schon aufgrund der zeitlichen Rahmenbedingungen) auf ihren Plätzen einschlafen.

Sehr gut kommt im Übrigen meine kleine Musikvideoschau am Ende der Woche an. Ich suche mir dazu immer ein Musikvideo mehr oder minder bekannter deutscher Bands aus und spiele dies am Schluss der letzten Vorlesung einer jeden Woche ab. Danach gibt es, wenn die Zeit es zulässt noch eine kleine Diskussion, die dem Verständnis des Videos zu Gute kommen soll.

пока

Nun sitze ich doch die meiste Zeit in der Universität, da es meine einzige, wenn auch beschränkte Möglichkeit ist, in’s Internet zu kommen bzw. Mails und Nachrichten zu lesen. Ab und zu bin ich dann auch mal ganz alleine im Raum des Instituts und bereite meine Vorlesung vor.

Dabei kommt es nur vor, dass Studenten auf der Suche nach Hilfe bzw. auf Antworten auf ihre fragen, in das Zimmer hineingehen, wo sie mich nun alleine vorfinden.

Manch einer traut sich sogar eine Frage an mich zu richten. Wenn ich dann mit einem höflichen по-английски, пожалуйста (auf Englisch, bitte – manchmal frage ich auch ganz korrekt, ob der- oder diejenige Englisch spricht) um eine Erläuterung auf Englisch bitte, dann passieren wahlweise 2 Sachen:

  1. Ich werde verdutzt angeschaut, vielleicht noch mit einem Lächeln oder einer abwertenden Miene belegt und dann auch wieder schnell alleine gelassen, oder
  2. der- oder diejenige kramt sein Englisch zusammen und stellt tatsächliche eine Frage, auf die ich höflich und vielleicht sogar kompetent antworten kann.

Leider passiert ersteres dann doch etwas häufiger… . Wie heißt es auf dieser Seite unter 9.:

Das Wort “Deutscher” (auf Russisch: nemez) stammt im Russischen vom Wort nemoj, was auf deutsch “stumm” bedeutet. So wurden im alten Russland alle Ausländer bezeichnet, da sie kein Russisch sprachen. Im Laufe der Geschichte beschränkte sich diese Benennung nur auf die Deutschen.

Angesichts der genannten Tatsache muss ich mich dann doch fragen, wer hier stumm ist. 😀 Immerhin schaffe ich es noch zum Ausdruck zu bringen, dass ich nichts verstehe oder dass ich das Gesagte gerne auf Englisch hätte. Das ist meist sehr viel mehr, als Personen der ersteren Kategorie auf Englisch zustande bringen. 😉 Na ja, wenigstens verstehen mich meine Studenten bzw. werde ich schon dafür sorgen, dass sie verstehen (deswegen bin ich ja hier). Da die anderen Studenten meinen Kurs nicht besuchen, gehören sie auch nicht zu meinen Verantwortungsbereich. Tja, Pech gehabt, harrr harrr!

Da fällt mir ein, dass ich vielleicht noch was zu meinem Kurs und meinen Studenten sagen sollte. Aber dazu später einmal in einem anderen Post.

Gestern hatte ich eine kurze Korrespondenz mit einer Kommilitonin, die zur Zeit in Großbritannien ihr Praktikum absolviert. Ich hatte ihr geschrieben, dass es etwas umständlich war hier Anschluss zu finden, soll heißen eine gewisse kritische Masse von Leuten zu kennen mit denen man mal etwas unternehmen kann, wenn Zeit und Lust es zulassen.

Sie fragte dann, ob meine Kollegen etwa alle schon zu alt wären, um mit ihnen etwas zu unternehmen. Sicherlich ist das nicht das Hauptproblem und vielleicht sollte ich etwas zur Struktur von Imendio sagen, um mich zu erklären. Imendio hat elf Mitarbeiter (elfeinhalb mit dem Praktikanten 😉 ), davon arbeiten zwei in Stockholm, zwei in Göteborg, einer in den Niederlanden, vier in Deutschland, einer in Großbritannien und einer in Spanien. Wie unschwer zu erkennen ist, wird es da schwer sich mal auf ein Bierchen zu treffen… . Von den Zweien die in Stockholm also verbleiben, ist Pia diejenige die nicht durch familiäre Verpfichten gebunden ist und mit ihr besuche ich dann auch immer die unterschiedlichsten Parties, so wie auch letztes Wochenende.

Aber natürlich kann das nicht alles sein. Da ich zum Totalverweigerer von Social Networks mutiert bin, kam Facebook und Co. natürlich nicht in Frage für mich (ich weiß, selber schuld…). Zum Glück gibt es hier aber eine weitere Fremdsprache zu erlernen und der Kurs hat auch gehalten, was ich mir in sozialer Hinsicht von ihm versprochen hatte. Nach der ersten Woche, genauer gesagt letzten Montag, traf ich mich also mit zwei Slowaken und einer Polin zum Bier, quasi als die East European Connection. Das war mal richtig lustig, wir hätten noch den ganzen Abend miteinander sprechen können, aber wir mussten es dann abbrechen, arbeiten soll man ja am nächsten Tag auch noch können.

Also um es mal kurz zusammenzufassen, es hat ein wenig gedauert aber nun ist das alles geregelt und genug Leute gefunden, mit denen man was unternehmen kann.

Bis denne!!! Hej då!!!

Dass man einer Kultur näher kommt, indem man dessen Sprache spricht (oder es zumindest versucht 😉 ), sollte hinlänglich bekannt sein. Allein schon deswegen, weil man in der Lage ist mit den Trägern der Kultur zu kommunizieren. Mal von den tausend Sachen abgesehen, die sich durch Wortherkunft, Aussprache u.s.w. sonst noch finden lassen.

Aber allein schon ein Sprachkurs, geleitet durch einen Angehörigen (oder im meinem Fall eine Angehörige) der kennenzulernenden Sprache und Kultur, kann in kürzester Zeit tiefe Einblicke ermöglichen. Nun ist es nicht so, dass ich vorher nichts gewusst hätte, aber was ich diese Woche komprimiert an Informationen über die schwedische Gesellschaft aufgenommen habe, wiegt das Bisherige fast schon auf. 😀

Um mal konkret zu werden, wie ich schon gesagt hatte, hat Schweden eine ziemlich hohe Scheidungsrate, aber dass diese so hoch ist, hätte ich dann doch nicht gedacht, über 50%! Dann gibt es 7 Wörter (aber es wurde wohl schon ein neues Wort ausgesprochen) die in sich schon beschreiben, in welcher Beziehung zu anderen Menschen, fast ähnlich dem Familienstand, man lebt. Ein(e) Sambo z.B. ist jemand der\die mit einem\einer anderen zusammen lebt. Ein(e) Mambo ist eine Person die bei ihrer Mutter lebt. Ein(e) Delsbo ist eine Person die nur ab und zu zusammen mit einer anderen Person lebt und so weiter und so fort… . Na ja, und außerdem lernt man, dass die Ehe im Schwedischen Gift heißt und außerdem noch die vom Deutschen her bekannte Wortbedeutung besitzt (was wiederum die Scheidungsrate erklären könnte).

Mal davon abgesehen macht der Sprachkurs bisher ziemlich viel Spaß! Ich fahre immer nach der Arbeit zum Kurs, denn er Beginnt um 18.30 und endet um 21.00 Uhr. Wir sind eine ziemlich bunt gemischte Truppe, die aus folgenden Ländern stammt: Australien, Deutschland, Großbritannien, Indien, Niederlanden, Polen, Russland, der Slowakei und einem Land das ich nicht verstanden habe. Mal schauen, was sich daraus noch so ergibt… .

Nun wünsche ich jedoch dem wertgeschätzten Leser einen guten Start in ein hoffentlich erholsames Wochenende!

Bis denne!!! Hej då!!!

…und dann noch versucht die Meere zu befahren, dann ist der Untergang vorprogrammiert. Bisher hatte ich noch keine Zeit, die Seetauglichkeit von Knäckebrot einer näheren Untersuchung zu unterziehen (zu gegebenen Anlass, bei Knäckebrotüberschuss und zuviel Zeit werde ich das nachreichen), aber darum geht es ja jetzt eigentlich auch gar nicht, denn das Vasa-Museum stellt ja kein Knäcke sondern ein Schiff aus.

Dabei handelt es sich um die Vasa, ein Schiff das Anfang des 17 Jhr. auf Stapel gelegt wurde und nach 3 Jahren Bauzeit bei seiner Jungfernfahrt kenterte und dabei zwischen 30 und 40 Menschen mit in die Tiefe zog. 1961 wurde das Schiff gehoben und ist nun im dazugehörigen Museum zu besichtigen.

Das Museum ist unglaublich dunkel, da kaum Tageslicht eindringen kann. Ich vermute, dass dies dem Schiff geschuldet ist, um es besser erhalten zu können. Was dies für’s fotografieren beudetet, kann man sich vorstellen, denn mit dem kameraeigenen Blitz ist da nicht mehr viel zu machen und ohne Blitz verwackeln die Bilder leicht. Die meisten wissen ja, dass ich zwei unruhige Hände besitze, daher bitte ich die Qualität der Bilder zu entschuldigen.

Die Ausstellung an sich ist sehr schön. Man kann eine Menge Exponate und Originalteile besichtigen, wird aber dennoch nicht von ihnen erschlagen. Dazu kommt noch, dass das Museum quasi ein riesiger Raum ist, in dessen Mittelpunkt sich das Schiff befindet. So kann man in Ruhe zwischen den Exponaten hin- und her schlendern und hat dabei immer das große Original im Blick. Filme und Führungen runden das Ganze dann ab.

Irgendwas muss ich trotzdem verpasst haben, denn ich musste nochmal nachschlagen, um sicher zu gehen, dass ich verstanden habe, was denn da eigentlich passiert ist. Wahrscheinlich muss man dazu die Filme gesehen haben. 😀 Na ja, um es auf den Punkt zu bringen, eine Reihe von Fehlentscheidungen haben die Statik des Schiffes dermaßen verändert, dass es einfach umgekippt und gekentert ist. Nicht der beste Start für ein Prestigeprojekt.

Na nun denn, in Stockholm hat es heute fast den ganzen Tag geregnet oder gestürmt. Ich werde trotzdem jetzt nochmal rausgehen und den Veranstaltungsort aufsuchen, an dem Morgen mein Sprachunterricht beginnen wird, damit da ja auch nichts schief geht.

Bis denne!!! Hej då!!!

Vellocet Club

A blog not only about my time in Sweden and Мiнск but also about the things I am concerned about.

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