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Gestern habe ich den Abend genutzt, um der Empfehlung meiner Schwester zu folgen und habe mir The Baader Meinhof Complex angeschaut. Anders als der Titel vielleicht suggeriert, war der Film (glücklicherweise) nicht synchronisiert, sondern nur mit schwedischen Untertiteln versehen wurden.

In Schweden ist Kino etwas teurer, ich habe 100 SEK bezahlt, was etwas mehr als 10 EURO sind. Cola und Popcorn schlugen mit 47 SEK zu Buche. Eine, besonders beim ersten Mal, unangenehme Erfahrung ist das gesalzene Popcorn. Es klebt zwar nicht so, wie das süße Popcorn was wir aus Deutschland gewohnt sind, doch dafür ist es schon fast gesundheitsschädlich gesalzen.

Erstaunlich viele (ich muss davon ausgehen) Schweden haben sich in den Film gewagt, dessen einzige Verbindung zur schwedischen Geschichte der Überfall auf die deutsche Botschaft in Stockholm ist. Aber nun gut, da war der kleine Saal (vielleicht 50 sitze) dann doch einigermaßen voll.

Aber nun zum Film, der versucht in 150 Minuten eine Geschichte darzustellen, die in der Wirklichkeit rund eine Dekade ausgemacht hat. Das ist natürlich eine gewaltige Zeitspanne, gerade dann, wenn das erklärte Ziel ist diese Zeit den Menschen näher zu bringen, die sie nicht selbst miterlebt haben. Es war äußerst interessant zu sehen, wie sich die Gruppe immer weiter radikalisierte, bis sie irgendwann in einer anderen Welt angekommen zu sein schien. Diese Welt, die nur noch Platz für sie selbst besaß und Terror als den einzigen Zweck in sich trug, um ein Ziel zu erreichen, das schon bald nur noch verschwommen zu erkennen war. Diesen Eindruck hinterließ bei mir zumindest der Film. Die Terroristen ideologisch gefestigt, können ab einen gewissen Zeitpunkt den “Kampf” nicht mehr mit anderen Mitteln fortsetzen, alles wird im Sinne der Ideologie interpretiert. Besonders schön zu sehen in dem Moment, als die RAF-Mitglieder der 2. oder 3. (?) Generation den Selbstmord der Starnberger als Hinrichtung durch den Staat interpretieren und aus allen Wolken fallen, als sie hören, dass diese sich selbst gerichtet hatten. Da konnte man den Schauspielern richtig ansehen, wie das ideologische Gerüst teilweise in sich zusammenfiel. Alles in allem ein sehr interessanter Film und Stoff der zum Nachdenken und Diskutieren anregt.

Es gibt ja Begrifflichkeiten bei denen die inneren Alarmglocken schrill zu tönen beginnen. So ein Begriff viel gestern auch mit Horst Mahler, der eine wichtige Figur in der RAF war und heute als Rechtsextremist und Antisemit in Erscheinung tritt. Von einer Extreme in die andere, da hat man das Gefühl, man müsse einen Kreis benutzen, da eine Gerade zur Verortung politischer Positionen nicht mehr genügt… .

Mit diesen Eindrücken möchte ich nun an dieser Stelle schließen und wünsche den Lesern einen guten Start in die neue Woche und viel Erfolg!

Bis denne!!! Hej då!!!

Gestern ging es dann mal raus, zu einer Freundin von Pia. So wie man es kennt, sitzen, trinken und ganz besonders viel reden und diskutieren. Wir waren eine gut gemischte Runde, sprich 3 Frauen und genau so viele Männer. Da wurde dann auch über alles gesprochen, zum Glück für mich auch größtenteils in Englisch. Na ja, ich lag dann auch erst halb 4 im Bett… .

Der Alkohol hatte dann auch seine Spuren hinterlassen und mit schmerzenden Hals bin ich dann etwas später als sonst üblich aufgestanden. Denn wie angekündigt, ging es dann zum Highlight des Tages, Wall-E! Was für ein Film, mal davon abgesehen, dass er natürlich einige Zugeständnisse an das jüngere Publikum machen musste, war es wirklich spannend zu sehen, wie die Endzeitstimmung projeziert wurde. Das macht solche Filme für mich so interessant, ein Akteur alleine auf weiter Flur, verlassen in einem riesigen Universum, weil die Zivilisation den Bach runterging. Das hinterlässt ein bedrückendes Gefühl und einen Klos im Hals. Natürlich musste die Menschheit im Film überleben (wie gesagt, das jüngere Publikum im Blick), ein Raumschiff voller Roboter die ihre Herren überlebt haben und nun deren Leichen dienen, weil diese sich im Zwist gegenseitig die Rübe eingeschlagen haben, wäre natürlich bedrückender gewesen, aber ich denke das gab es schonmal. Wie dem auch sei, klasse Film, sehr lustig und kurzweilig, wer die Zeit, Lust und das Geld hat sollte sich diesen Streifen ruhig gönnen, ich kann ihn wärmstens empfehlen.

Morgen geht es dann nun in die erste richtige Arbeitswoche für mich. Allen Lesern wünsche ich einen erfolgreichen Start in diese!

Bis denne!!! Hej då!!!

Also ich nenne sie mal Gastfamilie, denn ich glaube das beschreibt am besten, wie es hier gerade so abläuft.

Die Familie besteht aus meiner Gastmutter und ihrem 13 jährigen Sohn. Sie kommt ursprünglich aus Iran, hat in Indien studiert und ist dann irgendwann nach Schweden gekommen. Der Sohn ist hier geboren. Wenn wir alle drei zusammen sind, dann ist quasi “Basar der Völker”, da wird dann Schwedisch, Arabisch und natürlich Englisch (nur wegen mir 😉 ) gesprochen und ab und zu entschlüpft mir dann auch mal ein deutsches Wort.

Meine Vermieterin bzw. Gastmutter meinte, ich solle mich wie zu Hause fühlen und mich ruhig bedienen, wenn ich was brauche, quasi nach dem Motto: “Mi casa es tu casa” (ich hoffe ich habe das Richtige kopiert). Wir haben auch schon angefangen uns gegenseitig Kaffee zu kochen (arabischen, wenn sie kocht… und ich dachte meiner sei stark…). Außerdem wird mir jetzt immer eine Schüssel Salat mit gemacht, ohne dass ich danach fragen muss, einfach so. Also, um es auf den Punkt zu bringen, es geht mir hier bestens! Sie sind beide sehr hilfsbereit und “angenehm im Umgang”. 😉

Am Wochenende kommt dann auch meist ihr ältester Sohn. Morgen werde ich mit den beiden mal in’s Kino gehen, extra wegen mir in eine englische Vorstellung von Wall-E (einer der wenigen Filme die doch synchronisiert werden, wir mussten richtig suchen um diese Vorstellung zu finden).

Im Übrigen, Pia meinte zu mir, dass es in Schweden nicht unüblich sei, geschieden zu sein. Ist halt nicht alles toll am “skandinavischen Modell“… . 😛

Bis denne!!! Hej då!!!

Vellocet Club

A blog not only about my time in Sweden and Мiнск but also about the things I am concerned about.

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