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Ein Fanclub des Fußball-Vereins Eintracht Trier nennt sich Jannessen. Laut einer Quelle nennt sich dieser Verein Jannessen, da viele der Mitglieder aus dem ländlichen Umfeld der Stadt Trier stammen und Leute aus diesem Umfeld umgangssprachlich als Jannessen, also Bauern bezeichnet werden.

Am Freitag war ich nun in Trier um dem Spiel Eintracht Trier gegen den VfR Wormatia 08 Worms (…was für ein Vereinsnahme…) beizuwohnen. Und was erspähten dort meine wachsamen Äuglein:

Deutlich zu erkennen ist, dass die Bauern aus dem Trierer Umfeld sich bisher nicht dazu durchringen konnten, das lateinische N in ihr Schriftbild zu übernehmen. Stattdessen wird für das lateinische N ein Zeichen gesetzt, das wohl ein runifiziertes N darstellen soll, aber, soweit ich das bisher nachvollziehen kann, in der Runenschrift nicht existiert.

Was das Foto leider nur bedingt darstellt ist die Hervorhebung des Doppel-S. Ich kann nur vermuten, warum gerade das Doppel-S hervorgehoben wird: Die Plakatschreiber wollten an sich eigentlich das S in Runenschrift auf das Plakat bringen. Da die S-Rune in der doppelten Ausführung geschichtlich belastet ist, konnten die Plakatschreiber die S-Rune in der genannten Form nicht auf  das Plakat bringen. Daher wurden stattdessen die N runifiziert und die Verbindung zu den S‘ über die Hervorhebung der S‘ hergestellt.

Die vorangegangene Argumentation ist sicherlich nur eine mögliche. Daher muss jeder schließlich selbst entscheiden, was von Fans wie denen des Fanclubs Jannessen zu halten ist.

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Richard David Precht, Philosoph, Publizist, Frauenversteher und Fußballexperte zeigt in einem Interview auf tagesschau.de, und das ist meine ganz persönliche Meinung, dass ein Philosophiestudium nicht vor Abgeschmacktheit, Buntfärberei und Einfältigkeit bewahrt. Ich muss annehmen, dass dieser Artikel und deren Verfasser den gemeinen Leser von tagesschau.de, der scheinbar intern ebenso attributiert wird, nicht überfordern wollten. Gut das die Kommentare zeigen (von denen keiner aus der Feder des seinen Leserinnen und Lesern sehr verbundenen Autor stammt), dass die Attributierung nicht vollständig treffend ist!

Aber zur Sache: Eine der Hauptaussagen des Herrn Precht ist doch, dass mit dem deutschen Fußball-Patriotismus wieder ein adäquater Patriotismus in die Gesellschaft gefunden hat, ein Patriotismus, der alle umarmt und niemanden ausgrenzt. Leider hat Herr Precht diese Einschätzung wohl bei einem Fußball-Event in seinem privaten Garten gewonnen, wird er doch von Studien, auf die in einem Artikel auf Zeit.de verwiesen wird, Lügen gestraft, die ein deutlich abweichendes Bild zeichnen. In den Studien heißt es, dass viele Fußballspiele der Nationalmannschaft dazu nutzen ihren persönlichen Chauvinismus auszuleben. Ich weiß ja nicht, was daran positiv sein soll.

Ich bin ja persönlich sowieso der Meinung, dass der Fußball-Patriotismus eher was für einfach gestrickte Personen ist: Auf dem Platz finden sich Elemente aus dem täglichen Leben wieder, es wird aber keiner Umgebracht und am Ende ist eh der Schiedsrichter schuld. So einfach ist das. Die Komplexität von Deutschlands facettenreicher Geschichte (im Guten wie im Schlechten) wird daher solchen Personen verschlossen bleiben, denn die Deutsche Geschichte kann man nicht einfach gut finden und darauf uneingeschränkt stolz sein.

Jetzt stehe ich doch hier in Berlin, ich möchte nur nach Hause, denn es ist schon spät und was tue ich? Ich warte mit den anderen Fahrgästen auf 120 Fußball-Fans aus Cottbus. Klasse! Und ich hatte mich schon über die Anwesenheit der Bundespolizei auf dem Bahnsteig gewundert, aber die sind da wohl nicht umsonst… .

Nachdem ich die Vorschau gesehen hatte, war ich doch sehr gespannt auf den Dokumentarfilm “Tom meets Zizou”. Erzählt wird die Geschichte des aufstrebenden Fußballspielers Thomas Broich, der eine zeitlang als einer der Nachwuchstalente im deutschen Fußball gehandelt wurde.

Die Geschichte beginnt im Jahr 2005: Thomas Broich wechselt von seinem Zweitligaverein in die erste Liga. Er macht sich seine Gedanken über das, was da wohl auf ihn zukommen mag, aber geht doch enthusiastisch seine Aufgabe in der ersten Bundesliga an.

Schon früh hat Thomas Broich dabei seinen Spitznamen weg (Mozart), da er sich neben Fußball auch für andere Gebiete interessiert (z.B. auch mal ein Buch liest). Schon bald merkt er dann, dass sobald die Leistungen nur etwas nachlassen, die außerfußballerischen Aktivitäten, sein Anderssein ihn angreifbar machen und das Leistung an sich nicht unbedingt viel zählt. Seine Leistungen nehmen ab und er schlittert in eine Art Depression und auch die Leidenschaft für den Fußball scheint in Mitleidenschaft gezogen zu werden. Man glaubt, das traurige Ende der Geschichte sei nahe… und an dieser Stelle stoppe ich die Beschreibung des Films, um den verehrten Leserinnen und Lesern die Chance zu lassen, das Ende selbst in Erfahrung zu bringen.

Was mich an diesem Film bzw. seinem “Hauptdarsteller” fasziniert, ist, dass ich sein Problem vollständig nachvollziehen kann. Thomas Broichs Leistungen ließen nach, denn er war selbst nicht mehr zufrieden, weil er in einer Umgebung arbeitete, die ihm nur wenig Spielraum ließ, sich selbst zu entfalten, seine Kritik anzubringen und diese auch beachtet zu wissen. Es brauchte dann auch seine Zeit, bis die entsprechenden Konsequenzen von ihm gezogen worden.

Ich gebe zu, dass ich nicht viele Fußballer kenne (ich interessiere mich ja nun auch so gar nicht für diesen Sport) und daher ein äußerst plattes Vorurteil hege (und pflege). Aber für diese Dokumentation, für die Einblicke, die ich dadurch gewonnen habe und den Menschen (soweit man einen Menschen so kennenlernen kann) meinen Respekt.

Wer immer noch nicht verstanden hat, warum mir die schei*** Fußball-Euphorie zum Hals raushengt und mich zu wütenden Hasstiraden treibt, der darf sich gerne diesen Artikel auf Zeit-Online zum Gemüte führen.

Da habe ich doch gerade meine Freundin zum Bahnhof gebracht und auf dem Rückweg erblicke ich diese Absonderlichkeit:

3 Polizeiautos gefolgt von einer Straßenbahn, die, und das ist jetzt grob über den Daumen gepeilt, von rund 10 weiteren Polizeiautos eskortiert wurde!

Natürlich war die Straßenbahn voll mit “Fussball-Fans”. Ich möchte mal wissen, wie teuer ein Straßenbahnticket bei der Eskorte ist? Die Personen in der Straßenbahn sahen natürlich nicht so aus, als würden die den Aufwand aus ihrer Portokasse bezahlen… (Ich weiß, das ist ein ganz mieses Klischee). Ich würde es aber gut finden, wenn die das machen würden! Denn von dem ganzen Spaß, dass die Herrschaften mit der Straßenbahn und Polizeieskorte umhergekutscht werden, habe ich ja nichts.

Vellocet Club

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