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Dass das doch ganz schön langsam sei, werden einige der wertgeschätzten Leser erwidern, doch ich habe ja nicht 10 Tage durchgelesen und bin daher selbst von mir erstaunt. Aber es war zu spannend… den BMK, laut Zeit Standardwerk zu diesem Thema, habe ich nun durch und darf ihn in meinen Bücherregal verstauen.

Wie man meinen Einführungen entnehmen kann, ist das Buch äußerst kurzweilig und interessant beschrieben.  Viele Details lockern die Geschichte auf (nun weiß ich endlich was BMW heißt…) und geben einen guten Überblick über die Zeit und die damalige Situation, so dass man auch die Chance hat, die Geschichte in den richtigen Kontext zu setzen.

Anders kann man Geschichte auch nicht seriös behandeln, wer es trotzdem tut ist ein Narr!

Was mir gar nicht so bewusst war ist die Tatsache, dass noch so viele Fragen ungeklärt sind und dass es bezüglich dieser Zeit scheinbar noch unter Verschluss gehaltene Akten gibt. Angetreten dem “faschistischen Schweine-System” die Stirn zu bieten, haben einige Maßnahmen des Staates nicht gerade dazu beigetragen das Vertrauen in diesen zu fördern, das scheint mir vor der Verhaftung der Kerntruppe (Baader, Enslin, Meinhof, Raspe) und ganz besonders danach der Fall zu sein (Einzelhaft, Abhörmaßnahmen). (Es gab natürlich noch mehr solcher Fälle im Vorfeld der Entwicklung der RAF und anderer Gruppen, die deren Entstehung gefördert haben, darauf möchte ich jetzt aber nicht eingehen.) Mit verschlossenen Akten oder widersprüchlichen Ermittlungsergebnissen wird das natürlich nicht besser und so ist interessant zu wissen, was denn die Gründe für den Verschluss sind.

Wie der Autor bemerkte, hat der Terror nicht nur den Tot sondern auch eine weitere Verschärfung staatlicher Sicherheitsmaßnahmen gebracht. Wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung hat der Terror die Maßnahmen entstehen lassen, zu deren Bekämpfung er das Mittel war. Man möge nicht vergessen, dass es auch den umgekehrten Weg gibt.

Im Gegensatz zum Film ist das Buch natürlich die bessere Wahl, denn es kann Hintergründe mehr beleuchten und trägt daher auch zum besseren Verständnis bei. Für diejenigen die sich für das Originalgeschehen interessieren führt sowieso kein Weg am Buch vorbei, denn der Film vertauscht doch an einigen Stellen Handlungsorte (wenn ich das richtig in Erinnerung habe).

Also, wärmstens zu empfehlen!

Bis denne!!! Hej då!!!

Und schon wieder ist es passiert, eine Woche lang keine Nachricht von mir. Dennoch war ich nicht untätig und habe es endlich geschafft Vom Kriege durchzulesen. Ein paar abschließende Gedanken dazu sollen nun folgen.

Zum Ende hin fasst von Clausewitz seine Gedanken nochmals zusammen, die er zuvor einzeln entwickelt hat. Essentiell erscheinen die Gedanken alle Ziele eines Feldzuges bzw. Krieges

  • so schnell wie möglich,
  • mit allen verfügbaren Mitteln (Mannschaft und Gerät)

entschieden zu verfolgen. Der zu betreibende Aufwand sollte dabei in Relation zu den erreichenden Zielen stehen. Pausen oder unnötige Verzögerungen sollten dabei vermieden werden, denn wie schreibt von Clausewitz so schön, um einen großen Graben zu überspringen, legt man nicht auf der Hälfte der Strecke eine Pause ein. Ist der Schwung der Offensive erstmal genommen, so ist es schwer diesen wieder aufzubauen.

Wenn der Autor dies so schreibt, kommen einem Begriffe wie der Totale Krieg in den Sinn. Er macht aber auch deutlich, dass der Krieg der Politik untergeordnet bleiben muss, denn er ist ein Mittel der Politik und das äußerste Entschiedenheit und nicht  Brutalität gemeint ist, wenn er schreibt, dass alle verfügbaren Mittel gebraucht werden sollen.

Nicht Kleckern sondern Klotzen!

wie der Panzergeneral wohl einst sagte.

Da dies nun geschafft ist, kann ich mich neuer Literatur widmen. Vorzugsweise dem zugesandten “Der Baader Meinhof Komplex” von Stefan Aust, der sich seit ungefähr zwei Wochen in meinem Besitz befindet (auch nochmal Danke dafür an dieser Stelle an die Verantwortlichen 🙂 ) und laut einem Freund äußerst lesenwert sein soll.

Für alle diejenigen die Helke Heidenreich vermissen, habe ich hier noch einen Link. Die neuen Folgen erscheinen ja nun online. Viel Spaß beim Gucken!

Bis denne!!! Hej då!!!

Gestern habe ich den Abend genutzt, um der Empfehlung meiner Schwester zu folgen und habe mir The Baader Meinhof Complex angeschaut. Anders als der Titel vielleicht suggeriert, war der Film (glücklicherweise) nicht synchronisiert, sondern nur mit schwedischen Untertiteln versehen wurden.

In Schweden ist Kino etwas teurer, ich habe 100 SEK bezahlt, was etwas mehr als 10 EURO sind. Cola und Popcorn schlugen mit 47 SEK zu Buche. Eine, besonders beim ersten Mal, unangenehme Erfahrung ist das gesalzene Popcorn. Es klebt zwar nicht so, wie das süße Popcorn was wir aus Deutschland gewohnt sind, doch dafür ist es schon fast gesundheitsschädlich gesalzen.

Erstaunlich viele (ich muss davon ausgehen) Schweden haben sich in den Film gewagt, dessen einzige Verbindung zur schwedischen Geschichte der Überfall auf die deutsche Botschaft in Stockholm ist. Aber nun gut, da war der kleine Saal (vielleicht 50 sitze) dann doch einigermaßen voll.

Aber nun zum Film, der versucht in 150 Minuten eine Geschichte darzustellen, die in der Wirklichkeit rund eine Dekade ausgemacht hat. Das ist natürlich eine gewaltige Zeitspanne, gerade dann, wenn das erklärte Ziel ist diese Zeit den Menschen näher zu bringen, die sie nicht selbst miterlebt haben. Es war äußerst interessant zu sehen, wie sich die Gruppe immer weiter radikalisierte, bis sie irgendwann in einer anderen Welt angekommen zu sein schien. Diese Welt, die nur noch Platz für sie selbst besaß und Terror als den einzigen Zweck in sich trug, um ein Ziel zu erreichen, das schon bald nur noch verschwommen zu erkennen war. Diesen Eindruck hinterließ bei mir zumindest der Film. Die Terroristen ideologisch gefestigt, können ab einen gewissen Zeitpunkt den “Kampf” nicht mehr mit anderen Mitteln fortsetzen, alles wird im Sinne der Ideologie interpretiert. Besonders schön zu sehen in dem Moment, als die RAF-Mitglieder der 2. oder 3. (?) Generation den Selbstmord der Starnberger als Hinrichtung durch den Staat interpretieren und aus allen Wolken fallen, als sie hören, dass diese sich selbst gerichtet hatten. Da konnte man den Schauspielern richtig ansehen, wie das ideologische Gerüst teilweise in sich zusammenfiel. Alles in allem ein sehr interessanter Film und Stoff der zum Nachdenken und Diskutieren anregt.

Es gibt ja Begrifflichkeiten bei denen die inneren Alarmglocken schrill zu tönen beginnen. So ein Begriff viel gestern auch mit Horst Mahler, der eine wichtige Figur in der RAF war und heute als Rechtsextremist und Antisemit in Erscheinung tritt. Von einer Extreme in die andere, da hat man das Gefühl, man müsse einen Kreis benutzen, da eine Gerade zur Verortung politischer Positionen nicht mehr genügt… .

Mit diesen Eindrücken möchte ich nun an dieser Stelle schließen und wünsche den Lesern einen guten Start in die neue Woche und viel Erfolg!

Bis denne!!! Hej då!!!

Vellocet Club

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