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Ein weiteres Mal hat es mich nun nach Minsk gezogen, diesmal allerdings mit einer Delegation Studenten und nur für eine Woche. Genau vor einer Woche ging es also los, mit dem Nachtzug von Berlin nach Minsk. Allerdings hatten wir weder auf dem Hin- noch Rückweg das Glück, in einem weißrussischen Schlafwagen nächtigen zu dürfen. Stattdessen mussten wir mit russischen Waggons vorlieb nehmen, die mir doch im Vergleich unangenehmer vorkamen. Aber auch die russischen Schlafwagen brachten uns sicher nach Minsk, das wir am Sonntag erreichten.

Erste erfreuliche Überraschung war, dass ich im iнтернат (weißruss. Internat) 2 untergebracht wurde, denn dort befinden sich Wohnungen für besondere Gäste, die auch dementsprechend gepflegt werden. So war ich genauso gut untergebracht wie der betreuende Professor und seine Frau, die uns begleiteten, musste mir aber die Wohnung nur mit mir teilen. 🙂 Die Wohnungen bestehen aus zwei Zimmern (Wohn- und Schlafzimmer) sowie Bad und Toilette. Die Ausstattung der Wohnungen ist alt, aber alles ist sehr sauber und gepflegt. Darüber hinaus besitzen die Wohnungen noch einen eigenen Kühlschrank, Teekocher und Fernseher, die ich aber alle nicht benutzt habe.

Nach einem Mittagessen führten uns dann weißrussische Studenten durch die Stadt. Auch ich nutzte die Gelegenheit um mir einen Eindruck von den möglichen Veränderungen zu machen. Ich fand aber alles nahezu unverändert vor, nur an den vielen Baustellen in der Stadt waren Baufortschritte sichtbar.

Am Abend brachte ich dann den deutschen Studenten meine Toilettenbrille aus dem Campingbedarf vorbei, da ich sie selbst nicht brauchte und die Studenten erste Bedenken bzgl. der Toiletten im Studentenwohnheim äußerten. Ich verblieb dann noch eine Weile auf dem Zimmer des polnisch-stämmigen wissenschaftlichen Mitarbeiters, der uns ebenfalls nach Minsk begleitet hat. Da er übrig geblieben war, musste er sich das Zimmer mit zwei fremden Studenten teilen, zwei Slawisten (einmal im Haupt- und einmal im Nebenfach) aus Jena. Das erste Bier und der erste Wodka wurden geöffnet und schon bald entspannen sich hitzige Gespräche über Gott und die Welt. Dabei steckten mir die zwei Studenten noch den Wlan-Zugang des Hotels Minsk, so dass ich auch einmal am Tag meine eMails abrufen konnte.

Dank Nemiroff (ukrainischer Wodka), den wir vollständig austranken, hatte ich am nächsten Tag auch keinen Kopf, als es auf eine Tour durch die Staatliche Weißrussische Universität ging. Da ich die Uni nun aus eigener Erfahrung einigermaßen kenne, konnte ich den deutschen Studenten noch den einen oder anderen Hinweis geben. Aber Anekdoten über meinen dreimonatigen Aufenthalt gehörten sowieso zu meinem Standardrepertoire. 😉 Interessant waren aber noch die Präsentation der weißrussischen Absolventen, die über ihre aktuelle Anstellung berichteten und wie sie dadurch, dass sie deutsch verstehen und sprechen auch Vorteile bei der Jobwahl besitzen. Den Abschluss des Tages bildete dann das Treffen mit guten Freunden, auf dem wir auch ein weiteres Treffen während der Woche planten.

Am Dienstag ging es dann zur Nationalbibliothek. Dort hatten wir dann eine Englisch-sprachige Führung. Die Führung erklärte uns z.B., dass das Gebäude Erdbeben der Stärke 6 widersteht. Angesichts dessen, dass einige Stimmen behaupten, der moorige Baugrund würde der Struktur des Gebäudes stark zusetzen, ein sehr interessantes Detail. 😀 Desweiteren wird in der Bibliothek ein deutsches System verwendet, das automatisch Bücher aus dem Diamanten, der das Archiv enthält, zu den Bücherausgaben transportiert. Das einzige was mir zu diesem System einfiel war, dass es für eine Bibliothek viel zu laut ist… . Allerdings wird die Nationalbibliothek für viele verschiedene Veranstaltungen genutzt. Z.B. werden dort ausländische Gäste zu gemeinsamen Treffen eingeladen, es gibt Ausstellungen, eine Sauna, einen Gymnastikraum, etc. Bibliotheksbesucher, die sich dann tatsächlich auf’s Lesen konzentrieren wollen, benutzen dazu extra abgeschirmte Lesesäle. In diesen Sälen ist man dann auch vor den Führungen sicher. 😉 Außerdem besitzt die Nationalbibliothek eine Auswahl alter Bücher, die sehr interessant ist. In dieser Ausstellung befinden sich auch Exemplare,  die zu den größten, dicksten oder kleinsten Büchern der Welt zählen. Wir sind auch auf die Aussichtsplattform der Bibliothek gefahren, von der aus wir den Bauplatz für ein neues Einkaufszentrum einer iranischen Firma direkt neben der Bibliothek bestaunen durften. Außerdem war der Smog, der sich wie Nebelschwaden über die Stadt gelegt hat, zu bewundern. Der abschließende Toilettengang einiger Studenten endete mit der Bewunderung bei uns unüblicher Hocktoiletten. 😀

Am Abend ging ich dann mit einer Freundin für meine Freundin einkaufen (verwirrend, nicht?) und außerdem besuchte ich ihre neue Wohnung am Stadtrand von Minsk. Diese Wohnung gehört zu den neu errichteten und die Heizungen besitzen dort sogar jeweils ein Thermostat (hergestellt in Deutschland)! Sie teilt sich die 3-Raum-Wohnung mit zwei anderen jungen Frauen und zahlt dafür 200 USD. Die Mitbewohnerin, die gerade in, ich sage mal legèrer Abendkleidung ihr Abendbrot zubereitete wirkte doch deutlich überrascht vom Herrenbesuch; so ward mir der Zutritt zur Küche verwehrt. 😛

Mittwochabend ging es nun in’s Ballett, zur Premiere von La Silfide. Ich kann dieses wirklich kurzweilige Ballett insbesondere Erstbesuchern eines Balletts empfehlen, da es nur zwei Akte hat und Geschichte, Musik und Tanz sehr eingängig sind.

Am Donnerstag besuchten wir zuerst Komarovski und ich erstand auf dem Markt ein Stück Wurst für 20.000 BYR (ca. 2 €) und half einem Studenten erfolgreich zu einem Schirm. Danach ging es nun das Museumsdorf Oserzo. In Oserzo befinden sich verschiedene Häuser aus unterschiedlichen Regionen und Epochen Weißrusslands. Die Häuser werden entsprechend der Region geordnet in verschiedenen Bereichen präsentiert. Wir sahen nur den Minsker Bereich. Eine rüstige ältere Dame führte uns durch die verschiedenen Gebäude, während die weißrussischen Studenten die Erklärungen in Englisch oder Deutsch übersetzten. An den Gebäuden hingen sogar Englisch-sprachige Erläuterungen! Am Ende übersetzte aber immer eine Mitarbeiterin der Uni, die in Deutschland studiert und promoviert hat die Erläuterungen. Dafür wurde ihr am Ende sogar eine halbe Stelle am Museum angeboten, die sie aber dankend ablehnte. 😉 Nach der wirklich interessanten Führung durch die verschiedenen Bauernhäuser, einer Kirche und einer Schule ging es zum lustigen Teil; es wurde Musik gemacht, gesungen, getanzt und gespielt und nach getaner Arbeit gegessen. Für einen kurzen Moment dachte ich mir, der Tag könnte zu Ende sein, so viel Spaß hatten wir dabei. Am Abend ging es aber nochmal mit den deutschen und einigen weißrussischen Studenten und meinen Freunden bowlen.

Am Freitag ergänzte ich die fünf Packungen Konfekt und die Wurst, die ich bereits am Tag zuvor erstanden hatte, durch Champagner und Wodka. Außerdem packte ich mir noch eine Packung сметана ein, bevor es dann schießllich zum Bahnhof und auf die Rückreise ging.

Die Reise hat sich gelohnt und ich bin froh mitgefahren zu sein. Ich bin mal gespannt wieviel die gut 30.000 BYR, die jetzt ca. 3 € wert sind und vor einem Jahr gut 7 € wert waren, bei einem nächsten Besuch wert sind. 😀

пака!

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At the moment I am not satisfied with the ICSOFT 2011. There are at least as many bad as good speakers. And with bad I mean bad, as those speakers apparently don’t have any idea how to prepare and to hold a presentation: overloaded slides, bad english (even worse than mine), to name a few problems. I mean, I can understand if one is totally excited (I was this myself before the talk) but a serious preparation can help.

What makes the situation even worse is the lack of audience. I participated in sessions (a serious of presentations) where besides the session chair (person who is responsible for the organisation of the session) and the speakers only 2 more people listened to the talks (fortunately that happened not in my session, though the audience was still too small, so one cannot be satisfied). I mean, one is on a conference to get feedback on his/her results and thoughts but how can this work if nobody is there to give feedback?

The good thing is that many interesting and nice people from many countries in the world are attending the conference. But this won’t be like that next year as some have already expressed doubts regarding their participation in the future.

 

Momentan sollen die Studenten in der Übung zur Vorlesung ein Projekt bearbeiten. Neben den üblichen technischen Vorgaben gab ich auch einige Restriktionen bzgl. der Verhaltensweise während des Projekts vor, um auch die sog. Soft Skills der Studenten zu fordern und damit zu fördern. Genauer gesagt, habe ich allen Studenten jegliche Verwendung der russischen Sprache (bis auf eine Ausnahme) während des Projekts verboten. Erlaubt sind nur Englisch und natürlich Deutsch während des Projekts. Die Hoffnung ist, dass die Studenten lernen die jeweilige Fremdsprache problembezogen und frei anzuwenden.

Gestern nun nahm einer der Studenten während des Projekts ein Telefongespräch an (ist nicht verboten) und fing an munter auf Russisch drauflos zu plappern. Mehr im Scherz tippte ich auf seine Schulter und meinte zu ihm, er solle doch bitte Englisch oder Deutsch sprechen, worauf er etwas überrascht, aber zur großen Erheiterung aller, sofort mit den Worten “Ich muss Deutsch sprechen!” die Sprache wechselte. 😀 Das war auch deshalb erstaunlich, weil sein gegenüber ihn scheinbar ohne weitere Probleme verstehen konnte und das Gespräch dann auch noch 2-3 Minuten aufrecht gehalten wurde.

Ganz hervorragende Truppe! 😎

Am Dienstag müsste es gewesen, da wurde ich Zeuge einer Brandschutzübung hier an der Staatlichen Weißrussischen Universität, die mir ziemlich unnütz vorkam.

Irgendwann vormittags fingen die Alarmglocken an, schrill die Brandschutzübung einzuleiten. Die Sekretärin des Instituts machte mir klar, dass es nun Zeit wäre, die Räumlichkeiten zu verlassen und dass es etwa 20 Minuten dauern würde, bis der ganze Spaß vorbei sei. So verließen wir gemeinsam die Universität, gingen in’s nah gelegene Einkaufszentrum, wo sich unsere Wege trennten; sie erledigte ihre Einkäufe und ich holte mir einen Kaffee.

Das dauerte vielleicht 5 Minuten, dann stand ich wieder vor dem Universitätsgebäude, das die ersten Studenten schon wieder betraten. Nach einem kurzen Moment des Zögerns schloss ich mich der Rückwärtsbewegung an und saß nach insgesamt etwa 10 Minuten wieder auf meinem Platz.

Ich persönlich weiß nicht, wozu ich überhaupt aufgestanden bin. Den Alarm nimmt hier sonst sowieso keiner mehr ernst, weil der auch einfach mal nur so anschlägt, ohne Grund.

Na ja, so gab es etwas Abwechslung und ich war an der frischen Luft.

Eine meiner Aufgaben neben der Vorlesung ist eigentlich der Besuch andere deutschsprachiger Vorlesung, um als Muttersprachler den Vorlesenden mit den einen oder anderen sprachlichen Hinweis zur Seite zu stehen, sollte dies denn nötig sein.

Wie bei so vielen Sachen, so kam auch diesbezüglich niemand auf mich zu, sodass ich vor 2 Tagen den verantwortlichen Professor ansprach, ob es denn Vorlesung in Deutsch gäbe, denen ich mal ein Besuch abstatten sollte. Nun erwartet man ganz naiv, dass einem eine Liste mit Vorlesungen, deren Vortragende sowie Zeiten in die Hand gedrückt wird, sodass man sich dann selbst die Vorlesungen suche, die einem am besten passen.

Nichts da! Zunächst machte der Professor einen verblüfften Eindruck ob meines Angebots, ich könnte doch da mal ein paar Vorlesungen besuchen. Danach wurde versucht mir glaubhaft zu versichern, dass dafür keinerlei Notwendigkeit bestehe und ich mich doch ganz auf meine Vorlesung konzentrieren solle (in Englisch, natürlich). Ich habe diese Antwort dann wie folgt in Klartext für mich übersetzt:

Es besteht keinerlei Notwendigkeit für den Besuch einer deutschsprachigen Vorlesung, da so etwas hier nur geboten wird, wenn die Geldgeber aus Deutschland anreisen. Das läuft sonst alles auch sehr gut in Russisch. Und sonst freuen wir uns, wenn du dich um deine Vorlesung kümmerst und uns nicht noch mehr Umstände bereitest.

Nun muss ich zugeben, dass dies auch eine wirklich bösartige Auslegung der Antwort des Professors ist. Andererseits muss ich mich fragen, warum das Angebot sonst ausgeschlagen wird oder warum mir nicht einfach eine Liste mit Vorlesungen vorgelegt wird, damit ich mir selbst ein Bild machen kann? Aber was verlange ich das auch so naiv, immerhin ist Weißrussland auf Platz 154 (von 178 Staaten) in der Rangliste der Pressefreiheit. Da gehen auch Kriterien wie Transparenz der staatlichen Stellen ein (wenn ich mich nicht irre). Solch ein Wort wie Transparenz muss hier also noch eingeführt werden… .

пока!

Vor ca. 1 Stunde ging der in Minsk für mich zuständige Professor mit den Worten nach Hause (frei übersetzt aus dem Englischen):

Es ist unmöglich hier zu arbeiten. Es ist zu kalt.

Da darf sich der geneigte Leser nun seinen Teil zu denken… . 8)

Mit dem Erhalt meines Passes bin ich registriertes Mitglied der weißrussischen Gesellschaft geworden. Das führt dazu, dass ich in den Genuss einiger Annehmlichkeiten des modernen Lebens kommen darf, wie z.B. mobiles Internet.

Am Montag ging es mit einem Bekannten (man will ja die sprachlich-kulturelle Barriere so klein wie möglich halten) zum nahe gelegenen MTC-Shop, um meinen bestehenden Mobilfunk-Vertrag auf Inländer-Niveau  anzupassen (Ausländer kriegen, wenn sie nicht registriert sind, einen extra Vertrag mit extra Konditionen – sind aber, zumindest meiner Ansicht nach, fair) und auch den Weg für mobiles Internet frei zu machen.

Zwar bietet MTC auch mobiles Internet per 3G an, aber irgendwie war es mir dann doch zu blöd 40€ für den dazugehörigen Dongel auszugeben und somit habe ich mich für die 500MB-Variante über GPRS entschieden.

Da ich mein USB-Telefon-Kabel (unter völlig falschen Prämissen) zu Hause liegen gelassen hatte, habe ich dann noch beim nahe gelegenen Mobilfunk-Dealer ein (chinesisches) Kabel für ‘nen Appel und ein Ei (3,50€) erstanden. Dieses Kabel offenbarte auch gleich beim ersten Einsatz grundlegende bauliche Mängel, die aber glücklicherweise reversibel sind und bisher zu keiner Beeinträchtigung der eigentlichen Funktion geführt haben.

Das schöne an der ganzen Geschichte ist, dass ich nun endlich keinen Universitäts-Proxy mitsamt dessen völlig restriktiver Konfiguration mehr zu beachten habe (mal ganz zu schweigen von dem IT-Personal, das sich erdreistet überhaupt die Ports zu sperren – ich habe dahingehend  eine Anfrage an meinen “Chef” laufen, sprich an den Professor meiner Arbeitsgruppe, ob sich an der Situation nichts ändern ließe; das letzte Wort ist noch nicht gesprochen…). Jetzt läuft endlich mein Instant Messenger und ich kann mich endlich mit dem TOR-Netzwerk verbinden. Für eine Runde skypen reicht das natürlich nicht, denn wie zu guten alten Zeiten darf man mit GPRS so manchen Klick auf einen Link wieder mit einem kräftigen Schluck aus der Kaffeetasse zelebrieren. Entschleunigen heißt das ja im Fachjargon und hat den Vorteil, dass die 500MB wohl nicht sobald aufgebraucht sein werden.

TOR habe ich dann auch gleich mal dazu genutzt mir die Seite von charter97.org anzuschauen. Die in meinem letzten Post unterstellte Klammerbeutel-These hat sich dabei zunächst nicht bestätigen lassen. Vielmehr ist es so, dass der offensichtliche Grund (wie immer) das fehlende Geld ist, weswegen die dringendsten Probleme nicht gelöst werden können. Daher bettelt bittet die weißrussische Administration nun bei den Chinesen (durch einen sogenannter Deal) und beim IMF um Geld.

Derweil probiere ich mich durch die Wursttheke des Supermarktes meines Vertrauens.

Na dann, приятного аппетита (guten Appetit) und пока!

…meiner Arbeit und meinen Studenten möchte ich da dieser Stelle auch abgeben. Die Arbeit bereitet mir sehr viel Spaß und auch meine Studenten bleiben trotz der widrigen Umstände meiner Vorlesung treu.

Widrige Umstände bedeutet in diesem Falle, dass ich drei Mal pro Woche jeweils um 19 Uhr (und schließe, zum Ärger der hier Angestellten, die meinen Vorlesungs- und Unterrichtsraum schließen müssen, um 20.30) und am Samstag um 14.30 Uhr beginne. Die Samstagsvorlesung habe ich im Übrigen entschärft, die geht nur noch 45 Minuten (weswegen die Angestellten nun bis 20.30 Uhr statt 20.20 Uhr ausharren müssen). Es gibt 2 Vorlesungen und 2 Übungen, die am Dienstag (Vorlesung), Donnerstag (Übung), Freitag (Übung, dann Vorlesung) und eben Samstag (Vorlesung) stattfinden.

Ich denke, es kann sich jeder der wertgeschätzten Leser vorstellen, in welcher Hinsicht die Motivation meiner Studenten modifiziert wird, wenn wir am Abend die Vorlesung bestreiten. Nichtsdestotrotz werden Fragen gestellt und außerdem sind die Studenten ja überhaupt da. Bei einer freiwilligen Veranstaltung wie die meine, würde ich es meinen Studenten nicht verübeln, wenn sie besseres zu tun fänden und damit vorliebnehmen würden.

Einige Kompromisse hinsichtlich der Sprache bin ich allerdings eingegangen:

  1. Die Vorlesung wird zwar komplett in Deutsch gehalten, die wichtigsten Punkte aber nochmal auf Englisch erläutert.
  2. Frage können in der Vorlesung auch auf Englisch gestellt werden, ich übersetze die Fragen dann ist Deutsche.
  3. Die Übung findet in Englisch mit deutschsprachigen Folien statt.
  4. Im individuellen Gespräch mit meinen Studenten während der Übung nutze ich entweder Englisch oder Deutsch.

Ansonsten merkt man in mancher Hinsicht den Unterschied zwischen einer mathematischen und einer Informatik-Ausbildung. Es gibt bestimmte Probleme die Informatiker interessieren und die für Informatiker wichtig sind, die bei der mathematischen Ausbildung einfach keine Rolle spielen. Nehmen wir z.B. das Philosophenproblem (kurz und auch für Nicht-Informatiker geeignet).  Das Problem veranschaulicht sehr deutlich was zu beachten ist, wenn mehrere Prozesse gleichzeitig auf mehrere Ressourcen zugreifen wollen. Aber meinen Studenten war das Problem nicht bekannt. In Anbetracht der Tatsache, dass Absolventen dieser Fakultät sich auch oft als Software-Entwickler verdingen, kann wahrscheinlich allein schon die Kenntnis des Problems einiges Ungemach ersparen.

Darüber hinaus hat es natürlich seine Vor- und Nachteile vor vorgebildeten Publikum, wie es meine Studenten nun einmal sind, zu sprechen. Auf der einen Seite muss ich nicht jede Kleinigkeit, die mir schon in Fleisch und Blut übergegangen ist, erläutern. Auf der anderen Seite erhebt es natürlich einen gewissen Anspruch an meine Vorlesung, denn wenn ich nicht aufpasse, dann werden mir einige (auch schon aufgrund der zeitlichen Rahmenbedingungen) auf ihren Plätzen einschlafen.

Sehr gut kommt im Übrigen meine kleine Musikvideoschau am Ende der Woche an. Ich suche mir dazu immer ein Musikvideo mehr oder minder bekannter deutscher Bands aus und spiele dies am Schluss der letzten Vorlesung einer jeden Woche ab. Danach gibt es, wenn die Zeit es zulässt noch eine kleine Diskussion, die dem Verständnis des Videos zu Gute kommen soll.

пока

Nun sitze ich doch die meiste Zeit in der Universität, da es meine einzige, wenn auch beschränkte Möglichkeit ist, in’s Internet zu kommen bzw. Mails und Nachrichten zu lesen. Ab und zu bin ich dann auch mal ganz alleine im Raum des Instituts und bereite meine Vorlesung vor.

Dabei kommt es nur vor, dass Studenten auf der Suche nach Hilfe bzw. auf Antworten auf ihre fragen, in das Zimmer hineingehen, wo sie mich nun alleine vorfinden.

Manch einer traut sich sogar eine Frage an mich zu richten. Wenn ich dann mit einem höflichen по-английски, пожалуйста (auf Englisch, bitte – manchmal frage ich auch ganz korrekt, ob der- oder diejenige Englisch spricht) um eine Erläuterung auf Englisch bitte, dann passieren wahlweise 2 Sachen:

  1. Ich werde verdutzt angeschaut, vielleicht noch mit einem Lächeln oder einer abwertenden Miene belegt und dann auch wieder schnell alleine gelassen, oder
  2. der- oder diejenige kramt sein Englisch zusammen und stellt tatsächliche eine Frage, auf die ich höflich und vielleicht sogar kompetent antworten kann.

Leider passiert ersteres dann doch etwas häufiger… . Wie heißt es auf dieser Seite unter 9.:

Das Wort “Deutscher” (auf Russisch: nemez) stammt im Russischen vom Wort nemoj, was auf deutsch “stumm” bedeutet. So wurden im alten Russland alle Ausländer bezeichnet, da sie kein Russisch sprachen. Im Laufe der Geschichte beschränkte sich diese Benennung nur auf die Deutschen.

Angesichts der genannten Tatsache muss ich mich dann doch fragen, wer hier stumm ist. 😀 Immerhin schaffe ich es noch zum Ausdruck zu bringen, dass ich nichts verstehe oder dass ich das Gesagte gerne auf Englisch hätte. Das ist meist sehr viel mehr, als Personen der ersteren Kategorie auf Englisch zustande bringen. 😉 Na ja, wenigstens verstehen mich meine Studenten bzw. werde ich schon dafür sorgen, dass sie verstehen (deswegen bin ich ja hier). Da die anderen Studenten meinen Kurs nicht besuchen, gehören sie auch nicht zu meinen Verantwortungsbereich. Tja, Pech gehabt, harrr harrr!

Da fällt mir ein, dass ich vielleicht noch was zu meinem Kurs und meinen Studenten sagen sollte. Aber dazu später einmal in einem anderen Post.

Ich dachte ich wäre ein ganz schlauer Junge und lade die Folien der heute startenden Vorlesung auf den Server meiner ehemaligen Universität hoch, bei der ich ja immer noch einen Account habe.

Aber so einfach geht das nicht, denn nicht nur, dass an der BSU ein Proxy eingesetzt wird, nein, auch der Port 22 für SSH, das ich zur Anmeldung benötige, ist blockiert. Es funktionieren nur HTTP, HTTPS und FTP.

Wenn jemand einen schlauen Tipp haben sollte, wie man das mit geringen Aufwand umgehen könnte, dem wäre ich sehr dankbar, wenn er/sie das an dieser Stelle postet.

Bis dahin wird es wohl auch ein eMail-Verteiler tun… .

Vellocet Club

A blog not only about my time in Sweden and Мiнск but also about the things I am concerned about.

RSS Dinge, die man so liest…

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