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Frau Hassel hat bereits im Bezug auf das politische System in Weißrussland von Friedhofsruhe gesprochen und die scheint nun auch wieder eingekehrt zu sein (auch wenig schwer, wenn man alle Gegner verhaften und verschwinden lässt).

Eine Anmerkung möchte ich aber noch zu den Aussagen eines Gewissen Herrn Schirmbeck von der CDU machen, der doch glatt verkündet, der Urnengang sei prima verlaufen. Im Hinblick auf den vorläufigen Bericht der OSCE kann wohl davon keine Rede sein. Der Bericht sagt, dass die Stimmenabgabe am Wahltag (ich erinnere nochmals daran, dass die Stimmenabgabe bereits 5 Tage vorher möglich war) zufriedenstellend verlief, dass aber die Stimmenauszählung wiederum nicht den geforderten Standards entsprach.

Interessant ist auch, wie bei der Wahl nicht nur internationales sondern auch weißrussisches Recht gebrochen wurde. Alles fein säuberlich im vorläufigen Bericht zusammengefasst. Na da bin ich doch mal auf den endgültigen Bericht im Februar gespannt.

Ich denke alle Goethe-Institute bieten diesen Service, aber vom Institut hier in Minsk weiß ich es nun genau. Heute Morgen war ich nun im Goethe-Institut, um eine paar Zeitungen aus der Heimat auszuleihen, die ich meinen Studenten als Lesematerial empfehlen kann. Zunächst musste ich natürlich etwas warten, ich war ja zu früh.

Als die Zeit ran war, betrat ich die Bibliothek, fragte höflich, ob man denn hier Deutsch spreche (rein rhetorisch) und ging dann auf meine Suche nach den Zeitungen ein. Darauf wurde ich mit der Frage konfrontiert, was ich denn mit Zeitungen meine. Ich wusste keine bessere Antwort auf diese Frage, die so oder so ähnlich gestellt wurde, als mit “газета?” (russisch für Zeitung) zu antworten. Die eigentliche Intention der Frage bestand aber darin zu erfahren, was ich denn mit den Zeitungen wolle. Lesen, was sonst… .

Nun kam mir die fragende Person sowieso etwas reserviert vor, vielleicht wurde meine eingangs aus Höflichkeit gestellte Frage nach der bevorzugten Sprache ungünstig interpretiert, jedenfalls half mir dann eine andere Personen mit den Zeitungen tatkräftig weiter. Mir wurde erläutert, das aktuelle Exemplare in der Bibliothek zu lesen sind, was durchaus verständlich ist, denn es gibt jeweils nur ein Exemplar einer Ausgabe und da möchte ja jeder mal lesen. Ältere Exemplare können aber mit nach Hause genommen werden. So wurden mir gleich mehrere Zeitungen in die Hand gedrückt, die ich dann an meine Studenten weitergeben werde.

Alles in allem muss ich doch sagen, ist das Goethe-Institut doch eine wunderbare Einrichtung. Umso unverständlicher ist es, dass der aktuelle Außenminister Geldmittel für das Institut streichen möchte. Besonders in der aktuellen Debatte um ausländische Fachkräfte, scheint mir die Streichung von Geldmitteln äußerst fraglich. Denn es muss doch davon ausgegangen werden, das Bewerber mit Deutschkenntnissen bevorzugt angestellt werden würden. Warum den potenziellen Bewerbern dann die Möglichkeit rauben?

Eine meiner Aufgaben neben der Vorlesung ist eigentlich der Besuch andere deutschsprachiger Vorlesung, um als Muttersprachler den Vorlesenden mit den einen oder anderen sprachlichen Hinweis zur Seite zu stehen, sollte dies denn nötig sein.

Wie bei so vielen Sachen, so kam auch diesbezüglich niemand auf mich zu, sodass ich vor 2 Tagen den verantwortlichen Professor ansprach, ob es denn Vorlesung in Deutsch gäbe, denen ich mal ein Besuch abstatten sollte. Nun erwartet man ganz naiv, dass einem eine Liste mit Vorlesungen, deren Vortragende sowie Zeiten in die Hand gedrückt wird, sodass man sich dann selbst die Vorlesungen suche, die einem am besten passen.

Nichts da! Zunächst machte der Professor einen verblüfften Eindruck ob meines Angebots, ich könnte doch da mal ein paar Vorlesungen besuchen. Danach wurde versucht mir glaubhaft zu versichern, dass dafür keinerlei Notwendigkeit bestehe und ich mich doch ganz auf meine Vorlesung konzentrieren solle (in Englisch, natürlich). Ich habe diese Antwort dann wie folgt in Klartext für mich übersetzt:

Es besteht keinerlei Notwendigkeit für den Besuch einer deutschsprachigen Vorlesung, da so etwas hier nur geboten wird, wenn die Geldgeber aus Deutschland anreisen. Das läuft sonst alles auch sehr gut in Russisch. Und sonst freuen wir uns, wenn du dich um deine Vorlesung kümmerst und uns nicht noch mehr Umstände bereitest.

Nun muss ich zugeben, dass dies auch eine wirklich bösartige Auslegung der Antwort des Professors ist. Andererseits muss ich mich fragen, warum das Angebot sonst ausgeschlagen wird oder warum mir nicht einfach eine Liste mit Vorlesungen vorgelegt wird, damit ich mir selbst ein Bild machen kann? Aber was verlange ich das auch so naiv, immerhin ist Weißrussland auf Platz 154 (von 178 Staaten) in der Rangliste der Pressefreiheit. Da gehen auch Kriterien wie Transparenz der staatlichen Stellen ein (wenn ich mich nicht irre). Solch ein Wort wie Transparenz muss hier also noch eingeführt werden… .

пока!

Vor 4 Tagen habe ich eine eMail an die Zuschauerredaktion des ARD geschickt. Darin formuliert war die Frage, wann denn der Weltspiegel einen Beitrag über die Wahl in Weißrussland senden wird. Die folgende Mail kam heute als Antwort:

[Anrede]
vielen Dank für Ihre E-Mail.
Der Wahlkampf und die Wahlen in Weißrussland werden natürlich auch von unserem Studio in Moskau intensiv beobachtet. Zum jetzigen Zeitpunkt planen wir einen Weltspiegel-Beitrag für den 12.12.. Dazu werden dann eine Reihe von Beiträgen für die aktuellen Sendungen (Morgen- und MIttagsmagazin, Tagesschau und Tagesthemen) kommen.
Die Beiträge von Weltspiegel und Tagesschau sind nach der Sendung immer auch online verfügbar. Ein Downlowd ist leider nicht möglich (ich kannte den Grund mal, habe ihn aber leider nicht mehr im Kopf).
Alles Gute in Minsk.
Herzliche Grüße

[Westdeutscher Rundfunk, Programmgruppe Ausland, stellv. Leiter]

Damit wäre das dann auch geklärt. Moskau finde ich auch an sich den passenden Ort; da sollen ja noch mehr Leute sitzen, die die Wahlen interessieren. 😀

пока!

Vielen Dank an dieser Stelle für die Weiterleitung durch die Damen und Herren der Zuschauerredaktion und für die Beantwortung durch den stellv. Leiter der Programmgruppe Ausland des Westdeutschen Rundfunks! Weiterhin frohes Schaffen!


Mit dem Erhalt meines Passes bin ich registriertes Mitglied der weißrussischen Gesellschaft geworden. Das führt dazu, dass ich in den Genuss einiger Annehmlichkeiten des modernen Lebens kommen darf, wie z.B. mobiles Internet.

Am Montag ging es mit einem Bekannten (man will ja die sprachlich-kulturelle Barriere so klein wie möglich halten) zum nahe gelegenen MTC-Shop, um meinen bestehenden Mobilfunk-Vertrag auf Inländer-Niveau  anzupassen (Ausländer kriegen, wenn sie nicht registriert sind, einen extra Vertrag mit extra Konditionen – sind aber, zumindest meiner Ansicht nach, fair) und auch den Weg für mobiles Internet frei zu machen.

Zwar bietet MTC auch mobiles Internet per 3G an, aber irgendwie war es mir dann doch zu blöd 40€ für den dazugehörigen Dongel auszugeben und somit habe ich mich für die 500MB-Variante über GPRS entschieden.

Da ich mein USB-Telefon-Kabel (unter völlig falschen Prämissen) zu Hause liegen gelassen hatte, habe ich dann noch beim nahe gelegenen Mobilfunk-Dealer ein (chinesisches) Kabel für ‘nen Appel und ein Ei (3,50€) erstanden. Dieses Kabel offenbarte auch gleich beim ersten Einsatz grundlegende bauliche Mängel, die aber glücklicherweise reversibel sind und bisher zu keiner Beeinträchtigung der eigentlichen Funktion geführt haben.

Das schöne an der ganzen Geschichte ist, dass ich nun endlich keinen Universitäts-Proxy mitsamt dessen völlig restriktiver Konfiguration mehr zu beachten habe (mal ganz zu schweigen von dem IT-Personal, das sich erdreistet überhaupt die Ports zu sperren – ich habe dahingehend  eine Anfrage an meinen “Chef” laufen, sprich an den Professor meiner Arbeitsgruppe, ob sich an der Situation nichts ändern ließe; das letzte Wort ist noch nicht gesprochen…). Jetzt läuft endlich mein Instant Messenger und ich kann mich endlich mit dem TOR-Netzwerk verbinden. Für eine Runde skypen reicht das natürlich nicht, denn wie zu guten alten Zeiten darf man mit GPRS so manchen Klick auf einen Link wieder mit einem kräftigen Schluck aus der Kaffeetasse zelebrieren. Entschleunigen heißt das ja im Fachjargon und hat den Vorteil, dass die 500MB wohl nicht sobald aufgebraucht sein werden.

TOR habe ich dann auch gleich mal dazu genutzt mir die Seite von charter97.org anzuschauen. Die in meinem letzten Post unterstellte Klammerbeutel-These hat sich dabei zunächst nicht bestätigen lassen. Vielmehr ist es so, dass der offensichtliche Grund (wie immer) das fehlende Geld ist, weswegen die dringendsten Probleme nicht gelöst werden können. Daher bettelt bittet die weißrussische Administration nun bei den Chinesen (durch einen sogenannter Deal) und beim IMF um Geld.

Derweil probiere ich mich durch die Wursttheke des Supermarktes meines Vertrauens.

Na dann, приятного аппетита (guten Appetit) und пока!

In was für einem schönen Land ich gerade verweile, wurde mir erst gestern wieder nach einem Bericht des Medienmagazins Zapp in’s Bewusstsein gerufen.

Ich hatte meinen Studenten versprochen, wenn ich irgendetwas interessantes in den deutschen Medien über die Wahl in Weißrussland finde, sie darüber zu informieren. Nachdem ich nun den Bericht bei Zapp gesehen hatte, machte ich mich auf die Suche nach Artikeln in Zeitungen oder auf Internetseiten und wurde dann bei der taz sowie bei Telepolis fündig. Besonders der Artikel auf Telepolis berichtete ausführlich (auch wenn in einigen Details ungenau – es war wohl kein Wodka, sondern ein anderes Getränk was bei dem toten Oleg Bebenin gefunden wurde) über den Tod des Journalisten Oleg Bebenin und über die Beziehungen zwischen Russland und Weißrussland, um die es zur Zeit nicht gut bestellt ist.

Da ich den Artikel auf Telepolis wegen seiner Ausführlichkeit für die bessere Wahl hielt, bot ich nun meinen Studenten an, wenn denn Interesse bestehe, den Artikel nach der Vorlesung vorzutragen und ggf. die schwierigen Passagen zu übersetzen. Es fanden sich dann auch etwas mehr als eine Hand voll Interessenten ein und ich trug den Artikel im besten Hochdeutsch und langsam vor.

Aus dem danach folgenden Gespräch konnte ich zwei für mich wichtige Informationen entnehmen:

  1. Lukaschenko braucht sich als Präsident über Freikarten für die 2014 in Weißrussland stattfindende Hockeyweltmeisterschaft keine Sorgen zu machen und ist deswegen so versessen auf die Macht :-D,
  2. vor allem Ältere sind womöglich Lukaschenko positiv zugeneigt.

Allerdings muss ich dazu sagen, dass der zweite Punkt womöglich stark subjektiv besetzt ist. In dem Telepolis-Artikel wird z.B. behauptet, dass der Präsident weiterhin hohe Popularität genießt. Worin die Begründung für diese Popularität liegt, wird leider nicht geklärt. Alle Personen, mit denen ich gesprochen hatte, äußerten sich bisher kritisch zum Zustand Weißrusslands oder sogar zum Präsidenten. Allerdings bewege ich mich auch eher in “akademischen” Kreisen, wie darüber der Bauer vom Lande, der Bauarbeiter oder die Putzfrau denkt, konnte ich bisher nicht in Erfahrung bringen.

Wer mehr über die Opposition in Weißrussland erfahren möchte, kann sich auf charter97.org informieren. Vielleicht kann mir auch jemand einen Screenshot schicken, denn leider ist die Seite von der Uni aus nicht zu erreichen. Das sind wohl die Auswirkungen der weißrussischen Internetzensur oder die Seite ist nach dem Tod Oleg Bebenins durch Dauerzugriff einfach überlastet. Ich tippe auf ersteres.

Im Übrigen habe ich nach ca. einem Monat meinen Reisepass von den Weißrussischen Behörden wieder zurückerhalten. Ich will gar nicht wissen, was die alles mit dem Pass angestellt haben, ich hoffe allerdings das die Bundesregierung und insbesondere Herr Dr. Schäuble recht behalten und der Ausweis nicht von unbefugten auszulesen ist (da sind ja meine halben Fingerabdrücke drauf – har har) und ich zähle die weißrussischen Behörden zu den Unbefugten!

Na dann, пока!

So heißt das Buch von Andrea Röpke und Andreas Speit, das ich bei der letzten Meile der Demokratie von der Ladeszentrale für politische Bildung meines Vertrauens erstanden habe. Erstanden ist gut, ich durfte es endgeldlos mitnehmen. Durch den NPD-Blog und aus dem Fernsehen waren mir das Buch sowie seine Autoren bekannt. Daher habe ich nicht lange gezögert und es mitgenommen.

In 8 Artikeln beschreiben verschiedene Autoren die NPD und ihr Umfeld. Leitthema ist dabei das immer bürgerlicher erscheinende Auftreten der Partei und seiner Mitglieder. Es wird aber auch beschrieben, wie sich hinter dieser Fassade scheinbarer Normalität die Fratze der Ewiggestrigen versteckt.

Erschreckend ist die Beschreibung der Tatsache, dass sich die NPD und ihre Vertreter in einigen Gegenden in Deutschland längst etabliert haben.  Wie andere Parteien auch wird dort die NPD wie selbstverständlich gewählt. Man kennt die Verantwortlichen persönlich und hinterfragt nicht mehr das Ansinnen hinter ihrem biederen Auftreten.

Interessant ist außerdem, mit welchem schizophrenen Rechtsverständnis begründet wird, warum Straftäter in der NPD Posten bekleiden und dort arbeiten dürfen. Da wird dann der Begriff Resozialisierung bemüht, obschon man sonst gerne mit Sprüchen und Transparenten an die Öffentlichkeit geht, die den Tod für Straftäter fordern. Mal davon abgesehen das Resozialisierung doch ein Begriff des ihnen so verhassten BRD-Systems ist. Einer der vielen Widersprüche die die Partei und ihr Umfeld mit Leichtigkeit zu vereinen wissen.

Mit seinen 200 Seiten und der guten Schreibe war das Buch im Nu durch. Der Inhalt allerdings wiegt schwer auf der patriotischen Seele.

Beim Weihnachtsfest fiel wieder reichlich Lesestoff für mich ab, darunter ein Buch von Roberto Saviano und ein interessanter dänischer Krimi von Jussi Adler-Olson, der mich auch während meines Sylvestertrips fesselte.

Meine Schwester überaschte mich hingegen mit einem Buch über die aktuelle Debatte zum Thema Sicherheit und Datenschutz. Durch Ilja Trojanow und Juli Zeh ist ein wunderbares Schriftstück entstanden, das hoffentlich auch die letzten Befürworter staatlicher und wirtschaftlicher Überwachung von der Gefahr ihres Standpunktes überzeugen wird. Ich würde es, trotz meiner eher unzureichenden literarischen Kenntnisse, als Traktat im besten Sinne bezeichnen, überzeugend aber mit dem nötigen Sachverstand versehen (jedenfalls soweit ich das bewerten kann 🙂 ).

Nun haben die Autorinnen bei mir offene Türen eingerannt, trotzdem bin ich dankbar für die ein oder andere Dar- und Klarstellung, die mir hoffentlich nicht sobald als Argumentationsmittel entfallen werden.  So ist es gut (oder schlecht, je nach Standpunkt) das immernoch mehr Menschen an irgendwelchen Krankheiten oder durch einen Autounfall sterben, als durch Terrorismus.

Außerdem bestätigt das Buch indirekt meine grundsätzliche Haltung, dass marktwirtschaftliche Prinzipien nicht überall Anwendung finden können bzw. dürfen. Es ist schon etwas widersprüchlich, wenn wir unseren Volksvertretern ein gewisses Gehalt zugestehen, um ihre Unabhängigkeit zu erkaufen befördern, aber das gleiche Prinzip bei den seriösen Medien nicht anwenden, obwohl wir doch diesen eine gewisse Kontrollfunktion zugestehen.

Zum Abschluss möchte ich jedem nochmals die Lektüre dieses Buches (und natürlich auch der anderen) wärmstes an’s Herz legen.

Wir sollten nicht auf Anrufe des einen antworten und auf die Rettung durch den anderen warten.  Leuchtende rote Lampen sollten uns nicht zum Winken animieren, denn wir seien ja nicht im Musikantenstadl.

Vielen Dank an alle diejenigen, denen ich dies zu verdanken habe! 🙂

Nur mal zwei Artikel zum Thema Innere Sicherheit und dem Kompromiss, den die beiden beteiligten Parteien gefunden haben:

Zum einen aktuell von Zeit-Online, zum anderen etwas älter vom Ravenhorst.

Aber nun weiß ich zumindest, wie weit sich die “Bürgerrechtspartei” FDP das Bürgerrecht zu eigen macht. Das einzige “Bürgerrecht”, das diese Partei vertritt, ist wahrscheinlich das auf niedrigere Steuern, na wunderbar.

Vellocet Club

A blog not only about my time in Sweden and Мiнск but also about the things I am concerned about.

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