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Wer die Zeit hat, und ich empfehle an dieser Stelle sich die ca. 90 Minuten ggf. zu nehmen, der siehe sich die Dokumentation Töte zuerst. Der israelische Geheimdienst Schin Bet an.

In der Dokumentation beschreiben ehemalige Direktoren des Schin Bet (israelischer Inlandsgeheimdienst) Phasen aus ihrer Geschichte beim Dienst. Dabei äußern sich die Männer auch mit ihren persönlichen Ansichten gegenüber der Situation zwischen den Palästinensern und Israel und wie es zu des Eskalationen kam. Selbst Clausewitz wird am Ende bemüht. Sehr interessant und erhellend…

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Das Erste bietet, wie ich schon zuvor lobend erwähnt hatte, eine ganze Reihe aktueller und interessanter Dokumentationen. Eine aktuelle Dokumentation handelt von der aktuellen Debatte und christliche Träger und deren Beziehung zu ihren Arbeitnehmern.

Neben konkreten Fällen, die für sich alleine genommen interessant genug wären, sind auch die genannten Fakten nicht uninteressant.  So steigt die Anzahl der Einrichtungen (Kindergärten, Schulen, Kranken- und Pflegeeinrichtungen etc.), die von christlichen Trägern verwaltet werden, kontinuierlich, während der Anteil der Christen an der Gesamtbevölkerung weiter auf hohem Niveau sinkt. Des Weiteren werden diese Einrichtungen in den allermeisten Fällen zu 100 % vom Steuerzahler bezahlt.

Neben den finanziellen Vorteilen, die eine Trägerschaft mit sich bringt (und diese seien auch für die erbrachten Leistung gegönnt), ergibt sich für die Kirchen im Falle von Kindergärten und Schulen auch die Möglichkeit der frühen Indoktrinierung mit dem christlichen Glauben. Das wird in der Dokumentation auch offen von Kirchenträgern als Motivation genannt. Ich weiß allerdings nicht, ob ich Kinder in eine Schule schicken möchte, in der Verantwortliche zur Einschulung wie die Kreuzritter mit den Kindern in eine Kirche einkehren (die verehrte Leserin, der verehrte Leser mögen sich selbst ein Bild machen – ab Minute 30 erfolgt ein interessantes Gespräch mit einem Bürgermeister und danach die Kreuzritter)!

Die Dokumentation bietet Stoff für genügend Aufreger. Wenn also die verehrten Leserinnen bzw. verehrten Leser daran genau so viel Spaß haben wie ich, die werden die 45 Minuten in die Dokumentation gut investiert wissen.

Als liebhaber futuristischer Animes habe ich mir vor kurzem die Realverfilmung des Animes Space Battleship Yamato als Blue-ray erworben. Ich will an dieser Stelle gar nicht auf die Handlung des Films im Allgemeinen eingehen, sondern einen bestimmten Aspekt des Films betrachten: Der Begriff Yamato und dessen Bezug zur jüngeren Vergangenheit.

Der Begriff Yamato ist jedem, denke ich, der sich mit dem 2. Weltkrieg und im speziellen dem Pazifikkrieg befasst ein Begriff. Zum einen bezeichnet der Begriff eine Schiffsklasse und zum anderen ein konkretes Schiff dieser Schiffsklasse. Darüber hinaus bezeichnet der Begriff aber auch ein japanisches Reich, aus dem sich das spätere Japan bildete bzw. eine den anderen Asiaten überlegene Rasse. Soviel sei also zunächst zu den Begrifflichkeiten gesagt. Wir können feststellen, dass sich der Film wohl auf das reale Schlachtschiff Yamato bezieht, wobei das Schlachtschiff wohl nicht ohne Grund vom kaiserlich-japanischen Reich mit dem (mythisch-historisch aufgeladenen) Namen Yamato bezeichnet wurde.

Was sagt nun der Held im Film, als er seine Mannschaft zum Kampf anspornen will? Er zieht die direkte Linie zum Schlachtschiff Yamato und bezeichnet dessen letzte Fahrt als “Strahl der Hoffnung”. Es ist allerdings fraglich, wem denn diese Hoffnung galt, denn der Besatzung des Schiffes galt sie nicht, die auf diese hoffnungslose letzte Fahrt geschickt wurde. Oder anders gefragt: Würden wir in Deutschland einen Film Space Battleship Bismarck drehen und mit reinem Herzen eine Referenz zum gleichnamigen Schlachtschiff ziehen? Würden wir eine positive Referenz zu einer Zeit ziehen, von deren Ende wir als Befreiung sprechen? Ob in Japan dieses Selbstverständnis geteilt wird, kann ich leider nicht sagen.

 

Richard David Precht, Philosoph, Publizist, Frauenversteher und Fußballexperte zeigt in einem Interview auf tagesschau.de, und das ist meine ganz persönliche Meinung, dass ein Philosophiestudium nicht vor Abgeschmacktheit, Buntfärberei und Einfältigkeit bewahrt. Ich muss annehmen, dass dieser Artikel und deren Verfasser den gemeinen Leser von tagesschau.de, der scheinbar intern ebenso attributiert wird, nicht überfordern wollten. Gut das die Kommentare zeigen (von denen keiner aus der Feder des seinen Leserinnen und Lesern sehr verbundenen Autor stammt), dass die Attributierung nicht vollständig treffend ist!

Aber zur Sache: Eine der Hauptaussagen des Herrn Precht ist doch, dass mit dem deutschen Fußball-Patriotismus wieder ein adäquater Patriotismus in die Gesellschaft gefunden hat, ein Patriotismus, der alle umarmt und niemanden ausgrenzt. Leider hat Herr Precht diese Einschätzung wohl bei einem Fußball-Event in seinem privaten Garten gewonnen, wird er doch von Studien, auf die in einem Artikel auf Zeit.de verwiesen wird, Lügen gestraft, die ein deutlich abweichendes Bild zeichnen. In den Studien heißt es, dass viele Fußballspiele der Nationalmannschaft dazu nutzen ihren persönlichen Chauvinismus auszuleben. Ich weiß ja nicht, was daran positiv sein soll.

Ich bin ja persönlich sowieso der Meinung, dass der Fußball-Patriotismus eher was für einfach gestrickte Personen ist: Auf dem Platz finden sich Elemente aus dem täglichen Leben wieder, es wird aber keiner Umgebracht und am Ende ist eh der Schiedsrichter schuld. So einfach ist das. Die Komplexität von Deutschlands facettenreicher Geschichte (im Guten wie im Schlechten) wird daher solchen Personen verschlossen bleiben, denn die Deutsche Geschichte kann man nicht einfach gut finden und darauf uneingeschränkt stolz sein.

Es war Anfang Februar diesen Jahres, dass mich ein Beitrag auf Zeit Online dazu animierte, mal ein Buch über Ökonomie zu bestellen. Ich dachte auch, es wäre mal wieder an der Zeit Literatur auf Englisch zu lesen (das Original ist in Tschechisch). So kam ich also zu Economics of Good and Evil (im Deutschen: Ökonomie von Gut und Böse) von Tomáš Sedláček.

Das Buch ist in zwei Hauptteile untergliedert. Im ersten Teil des Buches werden ökonomische Gedanken und Ideen von Gilgamesh, über das Alte und Neue Testament, von den alten Griechen, über Adam Smith bis zur Neuzeit betrachtet. Im zweiten Teil werden dann die gewonnenen Erkenntnisse zusammengefasst und im Bezug auf die aktuelle Ausgestaltung unserer Wirtschaft diskutiert.

Sedláček versteht es die ökonomischen Ideen aus den zahlreichen Quellen verständlich darzustellen. Die dabei betriebene Quellenforschung dient dabei zweierlei Zwecken: Zum einen sollen für unsere Zeit wertvolle ökonomische Ideen und Erkenntnisse diskutiert werden. Zum anderen möchte der Autor damit belegen, dass Ökonomie bis in das vorletzte Jahrhundert vornehmlich die Erörterung (moral-)philosophischer Fragen bedeutete.

Sedláček kritisiert bereits zu Anfang des Buches die von zeitgenössischen Ökonomen betriebene Eigendarstellung als (objektive) Naturwissenschaftler. Es werde dadurch der Eindruck erweckt, dass Ökonomen den Verlauf der Wirtschaft voraussagen könnten, ähnlich wie Physiker das Verhalten eines fallenden Körpers im Voraus beschreiben. Aber wenn es darauf ankam, hat die Realität die Ökonomen und die zugrunde liegenden ökonomisch-mathematischen Modelle bisher immer Lügen gestraft. Daher plädiert Sedláček im zweiten Teil des Buches auch dafür, dass Ökonomen nicht nur mathematische Betrachtungen der Ökonomie vornehmen, sondern auch wieder zum philosophisch-soziologischen Diskurs ökonomischer Themen zurückkehren.

Die Ideen, die Sedláček diskutiert, sind derart spannend, sein Ansatz über die Zuhilfenahme älterer Schriften und Denker so interessant, dass ich dieses lesenswerte Buch jedem empfehlen möchte, der sich für die Geschichte des ökonomischen Diskurses  und deren Bedeutung für die Ökonomie heute nur im Entferntesten interessiert. Ich verspreche, dass das Geld renditestark und zugleich nachhaltig angelegt ist (Ihr Sparkassenberater Der Ihnen treu ergebende Autor).

Es war mal wieder die Tagesschau, die mich auf ein Thema gelenkt hat, von dem ich zuvor nur die Meinung Dritter kannte. Heute hatte ich doch erst die Presseschau gehört, die ebenfalls das Thema aufgriff und die verschiedenen Meinung dazu zusammenfasste. Alles in Allem wollte sich die Mehrheit der Artikel (bzw. Journalisten) nicht mit der Form des Gedichts (oder Gedichtsform) ausseinandersetzen, aber wohl Kritik an dessen Inhalt äußern (obwohl ich das Gefühl hatte, dass die Form wohl niemanden so richtig gefiehl).

Allerdings ist mir nach dem Lesen des Inhalts des Gedichts nicht klar, warum Herr Grass diesbezüglich sogar als Antisemit beschimpft wird (denn so ist es ja wohl gemeint, als Beschimpfung)? Ich denke nicht, dass das Gedicht eine solche Interpretation hergiebt. Durch das Gedicht wird eine (streitbare) Meinung formuliert, die sehr gut diskutiert werden kann und nicht zum unbegründeten Hass und Mord an anderen aufruft (ich hatte beim Lesen sogar das Gefühl, dass der Autor sich persönlich, also aus der eigenen Geschichte heraus, eigentlich nicht in der Position sieht, (s)eine Meinung derart zu äußern – aber was kein anderer für einen erledigt…).

Eher bedenklich finde ich diejenige Kritik, die Grass als Förderer antisemitischer Tendenzen sieht und ihn deshalb in einer schwer nachvollziehbaren Intensität kritisiert. Es bleibt das schale Gefühl, dass einige das Bedürfnis hatten, einen Nobelpreisträger durch das Dorf zu jagen (ja, es ist auch richtig, der Nobelpreis ist kein Freifahrtsschein). Aber ist es nicht dieses blind und undifferenziert anmutende Drauflos-Kritisieren, das antisemitische Ressentiments stärkt?

Ich persönlich finde ja, dass das Gedicht nur einen wirklichen Haken hat: Es hat keinen Reim, was, bitteschön, ist denn ein Gedicht ohne Reim?! Künstlerische Freiheit etwa?! Immer dieser neumodische Scheiß; Ein Gedicht hat doch verdammt nochmal einen Reim, Kreuzreim, Paarreim, weiß der Teufel was, zu haben! Aber gut, vielleicht habe ich auch einfach keine Ahnung und der nächstbessere Germanistikstudent belehrt mich eines Bessseren.

Wie dem auch sei,
ich bleib’ dabei:
das Gedicht war nicht schlimm,
ich sehe kein Problem darin.

 

Nach der thematischen Einstimmung in den März meldet sich auch gleich der erste Narr: Porno(-balken) Alex aus Minsk meint, dass jemand an seiner Meinung interessiert wäre. Mag sein, ich gehöre jedenfalls nicht dazu.

… zählt, und darum bitte ich meine sehr verehrten Leserinnen und Leser an dieser Stelle um Entschuldigung, ja, dazu zähle auch ich.

Aber worum geht es: Weißrussland und neue Voraussetzungen für den Internetzugang. Es wird darauf hingewiesen, dass es bei dem neuen Gesetz wohl nur darum geht, dass Internet-Shops, die in Weißrussland Ware verkaufen, auch in Weißrussland angesiedelt sein müssen. Die Erschwernisse, von denen ausführlich in den Medien berichtet wurden, seien bereits seit mindestens zwei Jahren in Kraft.

Nun muss man schon bei Heise eine zweite Quelle hinzuziehen. 😉

Die Knackwurst in Weißrussland zieht die Zügel weiter an: Es reicht nun nicht mehr Protestanten zu verprügeln oder missliebige Aktivisten zu terrorisieren oder wegzusperren, nein, jetzt wird auch noch das Internet in einer Art und Weise eingeschränkt, die seinesgleichen sucht. Wo kommen wir denn dahin, wenn man eine Strafe dafür zahlen muss, wenn ausländische Websites aufgerufen werden (sagen wir Google Maps oder die noch wichtigere tagesschau.de 😉 )? Wo kommen wir hin,  wenn man seine Familienmitglieder oder Mitbewohner ausspionieren soll (1 Jahr lang Zugriffe der Nutzer archivieren?!?!)? Die Knackwurst hat vermutlich zu lange russisches Gas geschnüffelt… wie sonst will man sich das erklären?

Zur Zeit haben wir Besuch aus Weißrussland, den ich heute durch die Stadt geführt habe. Da wir in der Nähe des Landtags waren, dachte ich mir, dahin könnte ich doch meinen Gast auch mal führen. Also gingen wir zum Landtag. Am Eingang fragte ich dann, ob wir uns denn nicht einmal den Plenarsaal anschauen könnten. Die Empfangsdame schnappte ihr Telefon und machte ein paar Anrufe, um jemanden zu finden, der uns dort hinführen könnte. Sie sagte uns, dass im Moment keiner Zeit hätte und dass wir aber in 15 Minuten wiederkommen könnten. Gesagt, getan. Nach einer Viertelstunde kamen wir wieder und ein netter Herr von der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit begleitete uns zum Plenarsaal, in dem gerade eine Gruppe von Schülern dabei war, selbst eine Landtagssitzung zu führen. Nachdem ich unseren Begleiter erklärte, dass ein spontaner Besuch im weißrussischen Sowjet wohl nicht so einfach möglich wäre, bedankten mein Gast und ich uns artig und verließen den Landtag. Schön, dass das so gut bei uns funktioniert. 🙂

Vellocet Club

A blog not only about my time in Sweden and Мiнск but also about the things I am concerned about.

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