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Warum flieht das Thier, zittert und sucht sich zu verbergen? Weil es lauter Wille zum Leben, als solcher aber dem Tode verfallen ist und Zeit gewinnen möchte. Ebenso ist, von Natur, der Mensch.

Arthur Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung, Bd 1, 4. Buch, Kapitel 41: Ueber den Tod und sein Verhältniß zur Unzerstörbarkeit unserens Wesens an sich.

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Aber die durch Erfahrung gereifte Vernunft, welche zur Weisheit wird, spricht in dem Munde des Sokrates, mitten unter den Waren des Jahrmarkts, mit heiterer Seele: Wie viel Dinge gibt es doch, die ich alle nicht brauche.

Immanuel Kant; Träume eines Geistersehers, Zweiter Teil; Drittes Hauptstück, A 118

Nichts ist so unversöhnlich und so grausam wie der Neid: und doch sind wir unaufhörlich hauptsächlich bemüht Neid zu erregen!

Arthur Schopenhauer: Der Handschriftliche Nachlaß; Bd. 3; Brieftasche 1822/1823, Nr. 57

… ist auch der Anblick schöner Gegenstände, z.B., einer schönen Aussicht, ein Gehirnphänomen. …Demnach fällt gewiß das Bild der selben Aussicht in verschiedenen Köpfen, auch bei gleicher Schärfe ihrer Augen, so verschieden aus, wie etwan der erste und letzte Abdruck einer stark gebrauchten Kupferplatte. Hierauf beruht die große Verschiedenheit der Fähigkeit zum Genusse der schönen Natur…

Arthur Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung, Bd. 2; Buch 1, Kap. 2: Zur Lehre von der anschauenden oder Verstandes-Erkenntniß.

Meine sehr verehrten Leserinnen und Leser, an dieser Stelle bitte ich Sie meine Verspätung zu entschuldigen und möchte auch gleich zum Punkt kommen:

Die ächte Güte der Gesinnung, die uneigennützige Tugend und der reine Edelmuth gehen also nicht von abstrakter Erkenntniß aus, aber doch von Erkenntniß: nämlich von einer unmittelbaren und intuitiven, die nicht wegzuräsonnieren und nicht anzuräsonnieren ist, von einer Erkenntniß, die eben weil sie nicht abstrakt ist, sich auch nicht mittheilen läßt, sondern Jedem selbst aufgehn muß, die daher ihren eigentlichen adäquaten Ausdruck nicht in Worten findet, sondern ganz allein in Thaten, im Handeln, im Lebenslauf des Menschen.

Arthur Schopenhauer, Der handschriftlichen Nachlaß. Bd. 1, Dresdner Manuskripte, 1814.

Wie die zerstäubenden Tropfen des tobenden Wasserfalls mit Blitesschnelle wechseln, während der Regenbogen, dessen Träger sie sind, in unbeweglicher Ruhe feststeht, ganz unberührt von jenem rastlosen Wechsel; so bleibt jede Idee, d.i. jede Gattung lebender Wesen, ganz unberührt vom fortwährenden Wechsel ihrer Individuen.

Artuhur Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung; Band 2, Kapitel 41: Über den Tod uns sein Verhältniß zur Unzerstörbarkeit unseres Wesens an sich.

[…] Ist einer reich, jung, schön, geehrt; so frägt sichs, ob er dabei heiter ist; wenn man sein Glück beurtheilen will; umgekehrt aber ist er heiter, so ists einerlei ob er jung, alt, arm, reich sei: er ist glücklich. – Wir sollen daher der Heiterkeit Thür und Thor öffnen. Denn sie kommt nie zur unrechten Zeit…

Arthur Schopenhauer: Manuskript Quartant (1826) In: Arthur Schopenhauer: Der handschriftliche Nachlaß. Band III, S. 238 f.

Am 25. August 2011 gab ich in diesem Blog bekannt, dass ich mich mit der Werksausgabe Wittgensteins befassen werden. Seitdem sind mehr als eineinhalb Jahre vergangen, als ich nun schließlich mit den Vermischten Bemerkungen die Lektüre abschließen konnte.

Was ich aus dieser Lektüre mitnehme ist die kritische Auseinandersetzung mit Begriffen und deren Verwendung bzw. Bedeutung. So ist z.B. die grammatikalisch korrekte Verwendung eines Begriffs nicht zwingend logisch stichhaltig. So können Begriffe aus der euklidischen Geometrie nicht zwingend auf die physische Welt angewendet werden, da bestimmte Annahmen dann nicht mehr gelten. Ein Punkt in der euklidischen Geometrie ist eben etwas anderes als ein mit Bleistift gesetzter Punkt auf einer Zeichenfläche. Darin sah Wittgenstein wohl auch eine der Hauptaufgaben der Philosophie: Die Sprachverwendung kritisch zu hinterfragen, um die aus falscher Anwendung entstandenen Annahmen aufzuzeigen.

Bei Schopenhauer kann ich dem Vorwurf der allzu schwachen Auseinandersetzung mit dem Gelesenen damit begegnen, dass ich mich regelmäßig mit anderen Interessierten weiterhin mit dem Werk Schopenhauers auseinandersetze. Bei Wittgenstein wird das wohl so intensiv nicht der Fall sein. Ich hoffe dennoch, dass mir nicht alle Grundgedanken Wittgensteins abhanden kommen, da ich diese als durchaus wichtig empfinde.

Das Christenthum ist die Lehre von der tiefen Verschuldung des Menschengeschlechts durch sein Daseyn selbst und dem Drange des Herzens nach Erlösung daraus, welche jedoch nur durch die schwersten Opfer und durch die Verleugnung des eignen Selbst, also durch eine gänzliche Umkehrung der menschlichen Natur erlangt werden kann.

Arthur Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung. Bd II; Viertes Buch, Kap. 48: Zur Lehre von der Verneinung des Willens zum Leben.

Nichts ist abgeschmakter als die Mährchen zu verlachen vom Faust und Andern die sich dem Teufel verschrieben. Das einzige Falsche an der Sache ist nämlich nur Dies, daß es vom Einzelnen erzählt wird, wir aber alle in dem Fall sind und das pactum geschlossen haben. Wir leben, streben entsetzlich das Leben (das doch nur eine lange Galgenfrist ist) uns zu erhalten, (wir füttern emsig den Deliquenten der doch hängen muß)…

Arthur Schopenhauers erster Eintrag in sein Manuskriptbuch nach seiner Ankunft in Dresden im Mai 1814

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