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Über Ostern hatte ich es mal wieder nach Weißrussland geschafft und durfte auch wieder Nutznießer der weißrussischen Gastfreundschaft werden. Dabei ist mir zum ersten Mal richtig klar geworden, wie unterschiedlich (meine) deutsche Esskultur und die weißrussische doch sind.

In Deutschland gibt es einen wohl portionierten Teller und in einem guten Haushalt darf man sogar erwarten, dass man diesen ein zweites mal verlangen kann, ohne auf verblüffte oder überraschte Gesichter zu starren. In Weißrussland wird der Tisch mit allen kleinen und großen Köstlichkeiten beladen, von denen man sich dann bedienen darf. Für jemanden wie mich, der sich gut mit der deutschen Esskultur arrangiert hat, wird der so bereitete weißrussische Tisch natürlich zum Problem, denn ein abgegrenzter Bereich für die für einen vorgesehenen Speisen ist nicht vorhanden.

Natürlich ist das kein Problem des zu Wenig, denn ein Problem des zu Viel: Man ist doch bestrebt seine Portion brav aufzuessen, um zu zeigen, wie sehr es einem gemundet hat. Aber wenn nicht klar ist, was genau diese Portion sein soll, fängt man an, alles in sich hinein zu schaufeln, um auch ja den Bitten der Gastgeber zu entsprechen es sich doch gut schmecken zu lassen.

Die einzige Empfehlung, die man zum Essen in Weißrussland geben kann, ist doch die, es ruhig angehen zu lassen und einfach soviel zu essen, wie es einem schmeckt, um dann in Deutschland zurück wieder alles in sich hinein zu stopfen, was Koch/Köchin auf den Teller laden konnten.

Wohl bekomm’s! 😉

Nach der thematischen Einstimmung in den März meldet sich auch gleich der erste Narr: Porno(-balken) Alex aus Minsk meint, dass jemand an seiner Meinung interessiert wäre. Mag sein, ich gehöre jedenfalls nicht dazu.

… zählt, und darum bitte ich meine sehr verehrten Leserinnen und Leser an dieser Stelle um Entschuldigung, ja, dazu zähle auch ich.

Aber worum geht es: Weißrussland und neue Voraussetzungen für den Internetzugang. Es wird darauf hingewiesen, dass es bei dem neuen Gesetz wohl nur darum geht, dass Internet-Shops, die in Weißrussland Ware verkaufen, auch in Weißrussland angesiedelt sein müssen. Die Erschwernisse, von denen ausführlich in den Medien berichtet wurden, seien bereits seit mindestens zwei Jahren in Kraft.

Nun muss man schon bei Heise eine zweite Quelle hinzuziehen. 😉

Die Knackwurst in Weißrussland zieht die Zügel weiter an: Es reicht nun nicht mehr Protestanten zu verprügeln oder missliebige Aktivisten zu terrorisieren oder wegzusperren, nein, jetzt wird auch noch das Internet in einer Art und Weise eingeschränkt, die seinesgleichen sucht. Wo kommen wir denn dahin, wenn man eine Strafe dafür zahlen muss, wenn ausländische Websites aufgerufen werden (sagen wir Google Maps oder die noch wichtigere tagesschau.de 😉 )? Wo kommen wir hin,  wenn man seine Familienmitglieder oder Mitbewohner ausspionieren soll (1 Jahr lang Zugriffe der Nutzer archivieren?!?!)? Die Knackwurst hat vermutlich zu lange russisches Gas geschnüffelt… wie sonst will man sich das erklären?

Zur Zeit haben wir Besuch aus Weißrussland, den ich heute durch die Stadt geführt habe. Da wir in der Nähe des Landtags waren, dachte ich mir, dahin könnte ich doch meinen Gast auch mal führen. Also gingen wir zum Landtag. Am Eingang fragte ich dann, ob wir uns denn nicht einmal den Plenarsaal anschauen könnten. Die Empfangsdame schnappte ihr Telefon und machte ein paar Anrufe, um jemanden zu finden, der uns dort hinführen könnte. Sie sagte uns, dass im Moment keiner Zeit hätte und dass wir aber in 15 Minuten wiederkommen könnten. Gesagt, getan. Nach einer Viertelstunde kamen wir wieder und ein netter Herr von der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit begleitete uns zum Plenarsaal, in dem gerade eine Gruppe von Schülern dabei war, selbst eine Landtagssitzung zu führen. Nachdem ich unseren Begleiter erklärte, dass ein spontaner Besuch im weißrussischen Sowjet wohl nicht so einfach möglich wäre, bedankten mein Gast und ich uns artig und verließen den Landtag. Schön, dass das so gut bei uns funktioniert. 🙂

Ein weiteres Mal hat es mich nun nach Minsk gezogen, diesmal allerdings mit einer Delegation Studenten und nur für eine Woche. Genau vor einer Woche ging es also los, mit dem Nachtzug von Berlin nach Minsk. Allerdings hatten wir weder auf dem Hin- noch Rückweg das Glück, in einem weißrussischen Schlafwagen nächtigen zu dürfen. Stattdessen mussten wir mit russischen Waggons vorlieb nehmen, die mir doch im Vergleich unangenehmer vorkamen. Aber auch die russischen Schlafwagen brachten uns sicher nach Minsk, das wir am Sonntag erreichten.

Erste erfreuliche Überraschung war, dass ich im iнтернат (weißruss. Internat) 2 untergebracht wurde, denn dort befinden sich Wohnungen für besondere Gäste, die auch dementsprechend gepflegt werden. So war ich genauso gut untergebracht wie der betreuende Professor und seine Frau, die uns begleiteten, musste mir aber die Wohnung nur mit mir teilen. 🙂 Die Wohnungen bestehen aus zwei Zimmern (Wohn- und Schlafzimmer) sowie Bad und Toilette. Die Ausstattung der Wohnungen ist alt, aber alles ist sehr sauber und gepflegt. Darüber hinaus besitzen die Wohnungen noch einen eigenen Kühlschrank, Teekocher und Fernseher, die ich aber alle nicht benutzt habe.

Nach einem Mittagessen führten uns dann weißrussische Studenten durch die Stadt. Auch ich nutzte die Gelegenheit um mir einen Eindruck von den möglichen Veränderungen zu machen. Ich fand aber alles nahezu unverändert vor, nur an den vielen Baustellen in der Stadt waren Baufortschritte sichtbar.

Am Abend brachte ich dann den deutschen Studenten meine Toilettenbrille aus dem Campingbedarf vorbei, da ich sie selbst nicht brauchte und die Studenten erste Bedenken bzgl. der Toiletten im Studentenwohnheim äußerten. Ich verblieb dann noch eine Weile auf dem Zimmer des polnisch-stämmigen wissenschaftlichen Mitarbeiters, der uns ebenfalls nach Minsk begleitet hat. Da er übrig geblieben war, musste er sich das Zimmer mit zwei fremden Studenten teilen, zwei Slawisten (einmal im Haupt- und einmal im Nebenfach) aus Jena. Das erste Bier und der erste Wodka wurden geöffnet und schon bald entspannen sich hitzige Gespräche über Gott und die Welt. Dabei steckten mir die zwei Studenten noch den Wlan-Zugang des Hotels Minsk, so dass ich auch einmal am Tag meine eMails abrufen konnte.

Dank Nemiroff (ukrainischer Wodka), den wir vollständig austranken, hatte ich am nächsten Tag auch keinen Kopf, als es auf eine Tour durch die Staatliche Weißrussische Universität ging. Da ich die Uni nun aus eigener Erfahrung einigermaßen kenne, konnte ich den deutschen Studenten noch den einen oder anderen Hinweis geben. Aber Anekdoten über meinen dreimonatigen Aufenthalt gehörten sowieso zu meinem Standardrepertoire. 😉 Interessant waren aber noch die Präsentation der weißrussischen Absolventen, die über ihre aktuelle Anstellung berichteten und wie sie dadurch, dass sie deutsch verstehen und sprechen auch Vorteile bei der Jobwahl besitzen. Den Abschluss des Tages bildete dann das Treffen mit guten Freunden, auf dem wir auch ein weiteres Treffen während der Woche planten.

Am Dienstag ging es dann zur Nationalbibliothek. Dort hatten wir dann eine Englisch-sprachige Führung. Die Führung erklärte uns z.B., dass das Gebäude Erdbeben der Stärke 6 widersteht. Angesichts dessen, dass einige Stimmen behaupten, der moorige Baugrund würde der Struktur des Gebäudes stark zusetzen, ein sehr interessantes Detail. 😀 Desweiteren wird in der Bibliothek ein deutsches System verwendet, das automatisch Bücher aus dem Diamanten, der das Archiv enthält, zu den Bücherausgaben transportiert. Das einzige was mir zu diesem System einfiel war, dass es für eine Bibliothek viel zu laut ist… . Allerdings wird die Nationalbibliothek für viele verschiedene Veranstaltungen genutzt. Z.B. werden dort ausländische Gäste zu gemeinsamen Treffen eingeladen, es gibt Ausstellungen, eine Sauna, einen Gymnastikraum, etc. Bibliotheksbesucher, die sich dann tatsächlich auf’s Lesen konzentrieren wollen, benutzen dazu extra abgeschirmte Lesesäle. In diesen Sälen ist man dann auch vor den Führungen sicher. 😉 Außerdem besitzt die Nationalbibliothek eine Auswahl alter Bücher, die sehr interessant ist. In dieser Ausstellung befinden sich auch Exemplare,  die zu den größten, dicksten oder kleinsten Büchern der Welt zählen. Wir sind auch auf die Aussichtsplattform der Bibliothek gefahren, von der aus wir den Bauplatz für ein neues Einkaufszentrum einer iranischen Firma direkt neben der Bibliothek bestaunen durften. Außerdem war der Smog, der sich wie Nebelschwaden über die Stadt gelegt hat, zu bewundern. Der abschließende Toilettengang einiger Studenten endete mit der Bewunderung bei uns unüblicher Hocktoiletten. 😀

Am Abend ging ich dann mit einer Freundin für meine Freundin einkaufen (verwirrend, nicht?) und außerdem besuchte ich ihre neue Wohnung am Stadtrand von Minsk. Diese Wohnung gehört zu den neu errichteten und die Heizungen besitzen dort sogar jeweils ein Thermostat (hergestellt in Deutschland)! Sie teilt sich die 3-Raum-Wohnung mit zwei anderen jungen Frauen und zahlt dafür 200 USD. Die Mitbewohnerin, die gerade in, ich sage mal legèrer Abendkleidung ihr Abendbrot zubereitete wirkte doch deutlich überrascht vom Herrenbesuch; so ward mir der Zutritt zur Küche verwehrt. 😛

Mittwochabend ging es nun in’s Ballett, zur Premiere von La Silfide. Ich kann dieses wirklich kurzweilige Ballett insbesondere Erstbesuchern eines Balletts empfehlen, da es nur zwei Akte hat und Geschichte, Musik und Tanz sehr eingängig sind.

Am Donnerstag besuchten wir zuerst Komarovski und ich erstand auf dem Markt ein Stück Wurst für 20.000 BYR (ca. 2 €) und half einem Studenten erfolgreich zu einem Schirm. Danach ging es nun das Museumsdorf Oserzo. In Oserzo befinden sich verschiedene Häuser aus unterschiedlichen Regionen und Epochen Weißrusslands. Die Häuser werden entsprechend der Region geordnet in verschiedenen Bereichen präsentiert. Wir sahen nur den Minsker Bereich. Eine rüstige ältere Dame führte uns durch die verschiedenen Gebäude, während die weißrussischen Studenten die Erklärungen in Englisch oder Deutsch übersetzten. An den Gebäuden hingen sogar Englisch-sprachige Erläuterungen! Am Ende übersetzte aber immer eine Mitarbeiterin der Uni, die in Deutschland studiert und promoviert hat die Erläuterungen. Dafür wurde ihr am Ende sogar eine halbe Stelle am Museum angeboten, die sie aber dankend ablehnte. 😉 Nach der wirklich interessanten Führung durch die verschiedenen Bauernhäuser, einer Kirche und einer Schule ging es zum lustigen Teil; es wurde Musik gemacht, gesungen, getanzt und gespielt und nach getaner Arbeit gegessen. Für einen kurzen Moment dachte ich mir, der Tag könnte zu Ende sein, so viel Spaß hatten wir dabei. Am Abend ging es aber nochmal mit den deutschen und einigen weißrussischen Studenten und meinen Freunden bowlen.

Am Freitag ergänzte ich die fünf Packungen Konfekt und die Wurst, die ich bereits am Tag zuvor erstanden hatte, durch Champagner und Wodka. Außerdem packte ich mir noch eine Packung сметана ein, bevor es dann schießllich zum Bahnhof und auf die Rückreise ging.

Die Reise hat sich gelohnt und ich bin froh mitgefahren zu sein. Ich bin mal gespannt wieviel die gut 30.000 BYR, die jetzt ca. 3 € wert sind und vor einem Jahr gut 7 € wert waren, bei einem nächsten Besuch wert sind. 😀

пака!

Das kann nicht war sein: Weißrussland beschuldigt Polen und Deutschland eine gewaltsame Machtübernahme in eben diesen Weißrussland unterstützt zu haben.

Ich hoffe die EU findet die richtigen Maßnahmen, um dieser Respektlosigkeit Weißrusslands (bzw. der weißrussischen Administration) entsprechend zu entgegnen. Seit knapp 20 Jahren kriegen sie es dort nicht hin, dass Land zu modernisieren und anstatt Maßnahmen zur Verbesserung der Situationen einzuleiten, werden Staaten beleidigt, die es die letzten Jahre nachweisbar besser gemacht haben (insbesondere Polen, Deutschland lässt sich wahrscheinlich noch schlechter mit Weißrussland vergleichen) und die eigenen Bürger verprügelt und wegsperrt.

Anstatt sich darüber zu beklagen, dass andere Staaten die Situation im Land kritisch kommentieren, sollte man doch seine Energie dazu aufwenden gerade diese Situation zu verbessern. Aber schwätzen können sie, der letzte Diktatur Europas vorneweg, ansonsten können sie nichts in der weißrussischen Führung. Weißrussland sollte uns ein warnendes Beispiel dafür sein, was passiert, wenn Versager und Maulhelden ein Land regieren… .

Kein Geld für Belarus!

An dieser Stelle darf ich den verehrten Leserinnen und Lesern die besten Wünsche für das neue Jahr 2011 aussprechen!

Dabei soll es aber nicht bleiben, will ich doch kurz über meine Rückreise aus Weißrussland berichten und damit das Kapitel vorerst abschließen.

Am 23.12.2010 bestieg ich in Minsk den Zug nach Berlin. Ich konnte allerdings nicht sofort meinen Waggon besteigen, denn diese mussten zunächst an den Zug angehangen werden. Das macht auch Sinn, spart man doch den Transport leerer Waggons von Moskau nach Minsk. Nachdem alle Sachen einigermaßen verstaut und ich meine 2 Begleiterinnen kennengelernt hatte, ging es denn auch schon bald los.

An der weißrussischen Grenze angekommen ging es an die erste Kontrolle. Glücklicherweise hatte ich noch alle nötigen Dokumente am Mann (auch die Migrationskarte, von der mir gesagt wurde, dass ich diese nicht mehr benötigen würde – da gab es dann wohl ein kleines Missverständnis…). Während nun die Grenzpolizisten die Dokumente prüften wurde die Spur des Zuges gewechselt. Wie zu erwarten war gab es keine Probleme und so konnte die Reise Richtung Polen weitergehen.

Erleichtert empfing ich die polnischen Grenzbeamten und übergab mein Reisedokument an die Grenzbeamtin. Etwas erstaunt war ich allerdings ob der Frage, welchen Zweck denn meine Reise hätte. Ich antwortete lapidar auf diese unerwartete Frage Going home… was auch sonst. Ich finde, dass europäische Grenzbeamte (und das sind die Polen ja nun mal auch) europäische Bürger (wie mich) freundlicher Begrüßen könnten (muss ja nicht gleich eine Tasse Kaffee sein).

Bis Frankfurt/Oder hatte unser Zug nun schon ca. 1 h Verspätung angesammelt und hielt dann dort auch noch außerplanmäßig lange. Also entschied ich mich in Frankfurt/Oder meinen Zug vorzeitig zu wechseln und in die Regionalbahn Richtung Heimat umzusteigen.

Wie erwartet erreichte ich meinen Zug nun denkbar knapp, ohne ein Chance rechtzeitig noch ein Ticket für die Fahrt zu lösen. So ging ich zum Zugbegleiter, der äußerst höflich auf meine Frage nach einem Fahrschein antwortete, dass ich dies auch bei ihm erstehen könne und dass es da gar kein Problem gebe und dass man überhaupt an Weihnachten kein Stress machen müsse. Für die Antwort habe ich ihm dann später noch meinen Lob ausgesprochen, da man auch anderes von Bahnangestellten gewohnt ist.

So konnte ich meine Reise gen Heimat fortsetzen, die dann auch ohne weitere Zwischenfälle erfolgte, so dass ich am Ende mit einer Stunde Verspätung auf dem heimatlichen Bahnhof eintraf.

Nun ist Weihnachten schon wieder vorbei, das neue Jahr ist eingekehrt und so langsam aber sich muss ich sehen, dass ich meine paar Brocken Russisch nicht auch noch verlerne.

Mein Professor hier in Weißrussland bat mich gestern, eine kurze Zusammenfassung meiner Zeit in Minsk zu schreiben. Die sollte er bekommen, denn natürlich habe ich diese Möglichkeit nicht ungenutzt gelassen, um meinen Unmut über bestimmt Bedingungen auszudrücken. Ich möchte das an dieser Stelle wiedergeben, denn, entgegen meiner Befürchtungen, wurden meine Anmerkungen mit einem Schmunzeln des Professors aufgenommen. Hier also nun eine Zusammenfassung einiger reißerischer Absätze (on the fly übersetzt aus dem Englischen).

Zunächst muss ich allen Mitarbeiter an der BSU (Uni) meinen Respekt zollen, die unter diesen Bedingungen versuchen den Studenten eine gute Ausbildung zu ermöglichen. Es ist eine Schande, dass in einem Land, in dem einer harter, kalter Winter normaler Bestandteil des Jahres ist, Fenster abgeklebt werden müssen. Und selbst die abgeklebten Fenster sind nicht in der Lage die Wärme im Gebäude zu halten, so dass sowohl Studenten wie Mitarbeiter frieren müssen. Die Toiletten sind in einem unglaublich schlechten Zustand und bei einigen Steckdosen muss man fürchten einen elektrischen Schlag versetzt zu kriegen. Es gibt sehr viel mehr Punkte, die ich bei einem Gang durch das Universitätsgebäude nennen könnte und alle diese Punkte stehen im harten Kontrast zum Anspruch einer Universität, in der Wissenschaftler, Lehrende und Studenten die Möglichkeit haben, ihr volles Potenzial zu entfalten.

Natürlich konnte ich auch meine Meinung zu meiner Unterkunft nicht zurückhalten.

Ein anderer Punkt ist meine Unterkunft. Während meines Aufenthalts in Weißrussland war ich in einem Gebäude der Universität untergebracht. Weder Bad noch Toilette entsprachen den einfachsten Ansprüchen an Sauberkeit. An der Wand im Bad gedieh sogar der Schimmel.

Und natürlich habe ich bzgl. der Poliklinik nochmal ordentlich vom Leder gezogen.

Um meine Vorlesung halten zu können, benötigte ich einen ärztlichen Attest. Als jemand der aus Deutschland kommt, einem Land wo höhere medizinischen Standards gelten als Weißrussland, kann ich die Behandlung nur als Farce bezeichnen. Nachdem was ich in der Poliklinik gesehen habe bin ich froh, dass ich in Deutschland auch die zusätzliche Impfungen in Anspruch genommen habe . Es ist ein Widerspruch, jemanden aus einem Land mit höheren medizinischen Standards in eine solche Umgebung zu bringen, die nur als Gesundheitsgefährdend bezeichnet werden kann. Die verantwortlichen Personen sollten ihren Ansatz überdenken.

Na ja, viel Hoffnung mache ich mir nicht, dass hier irgendwelche Kritik bei Zeiten zu Verbesserungen führt. Denn für Verbesserungen braucht man Geld und woher nehmen, wenn nicht stehlen?

Ach, meinen Sie den grünlich-weißen?

Ja, ganz genau. Ich  musste fast kotzen!

Hier das Geld zurück. Nur nicht motzen.

(Frei nach Helge Schneider)

Der Kefir heute Morgen war wirklich schlecht (oder mein Magen darauf einfach am frühen Morgen nicht vorbereitet), zumindest habe ich heute der Toilette “gesagt”, wie ich sie finde. Das war besonders interessant, weil man auf dem Weg zur Toilette natürlich auf seine Studenten treffen muss, die ich natürlich mit einem Lächeln begrüßen will, auch wenn man dabei Gefahr läuft dabei gleich auf Flur (und möglicherweise auch auf die Studenten)… na ja, die geschätzte Leserin und der geschätzte Leser, werden sich das mögliche Desaster ausmalen können.

Wie “nah” ich im Übrigen dem Protest am Sonntag war oder bin, wurde mir heute bewusst, als sich ein Student für sein Fehlen bei der letzten Vorlesung entschuldigte. Freunde von ihm und deren Verwandte wurden am Sonntag verhaftet. Von einem Vater fehlt jede Spur. Ich würde das ja als Behinderung meiner Lehrtätigkeit bezeichnen (immerhin wurde mein Student davon abgehalten meine Vorlesung zu besuchen), aber ich befürchte der Flachzange dem Spinner dieser europäischen Absurdität dem demokratisch gewählten Präsidenten würde das wenig interessieren.

Natürlich war nicht alles Spaß in der letzten Vorlesung. Meinen Studenten habe ich Möglichkeiten gezeigt Daten zu Verschlüsseln, miteinander verschlüsselt zu kommunizieren und sich anonym im Internet zu bewegen.  Am Ende habe ich einen Satz gesagt, der mir so in Deutschland wohl nicht eingefallen wäre: “Niemand sollte Angst haben müssen, sich die Informationen zu beschaffen, die er/sie braucht.”

Traurig…

Vellocet Club

A blog not only about my time in Sweden and Мiнск but also about the things I am concerned about.

RSS Dinge, die man so liest…

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