Meine sehr verehrten Leserinnen und Leser, an dieser Stelle bitte ich Sie meine Verspätung zu entschuldigen und möchte auch gleich zum Punkt kommen:

Die ächte Güte der Gesinnung, die uneigennützige Tugend und der reine Edelmuth gehen also nicht von abstrakter Erkenntniß aus, aber doch von Erkenntniß: nämlich von einer unmittelbaren und intuitiven, die nicht wegzuräsonnieren und nicht anzuräsonnieren ist, von einer Erkenntniß, die eben weil sie nicht abstrakt ist, sich auch nicht mittheilen läßt, sondern Jedem selbst aufgehn muß, die daher ihren eigentlichen adäquaten Ausdruck nicht in Worten findet, sondern ganz allein in Thaten, im Handeln, im Lebenslauf des Menschen.

Arthur Schopenhauer, Der handschriftlichen Nachlaß. Bd. 1, Dresdner Manuskripte, 1814.