Am 25. August 2011 gab ich in diesem Blog bekannt, dass ich mich mit der Werksausgabe Wittgensteins befassen werden. Seitdem sind mehr als eineinhalb Jahre vergangen, als ich nun schließlich mit den Vermischten Bemerkungen die Lektüre abschließen konnte.

Was ich aus dieser Lektüre mitnehme ist die kritische Auseinandersetzung mit Begriffen und deren Verwendung bzw. Bedeutung. So ist z.B. die grammatikalisch korrekte Verwendung eines Begriffs nicht zwingend logisch stichhaltig. So können Begriffe aus der euklidischen Geometrie nicht zwingend auf die physische Welt angewendet werden, da bestimmte Annahmen dann nicht mehr gelten. Ein Punkt in der euklidischen Geometrie ist eben etwas anderes als ein mit Bleistift gesetzter Punkt auf einer Zeichenfläche. Darin sah Wittgenstein wohl auch eine der Hauptaufgaben der Philosophie: Die Sprachverwendung kritisch zu hinterfragen, um die aus falscher Anwendung entstandenen Annahmen aufzuzeigen.

Bei Schopenhauer kann ich dem Vorwurf der allzu schwachen Auseinandersetzung mit dem Gelesenen damit begegnen, dass ich mich regelmäßig mit anderen Interessierten weiterhin mit dem Werk Schopenhauers auseinandersetze. Bei Wittgenstein wird das wohl so intensiv nicht der Fall sein. Ich hoffe dennoch, dass mir nicht alle Grundgedanken Wittgensteins abhanden kommen, da ich diese als durchaus wichtig empfinde.