Auf der 63. Berlinale haben wir aus der Sektion Forum den Film Sieniawka gesehen. In dem Gespräch nach dem Film sagte der Regisseur, er hat von Tag zu Tag entschieden was er drehen möchte. Diese “spontane” Herangehensweise habe ich dem Film leider sehr früh angesehen: Selten habe ich mich derart in einem Film gelangweilt. Bei besseren Lichtverhältnissen hätte ich die Zeit auch durchaus zum Lesen nutzen können, ohne dabei ein schlechtes Gewissen fürchten zu müssen.

Der Film ist in 3 oder 4, vielleicht auch mehr Abschnitte eingeteilt, die, außer das sie scheinbar das zeigen, was man auch schon in  den Abschnitten zuvor gesehen hat, keine wirklich relevante Einteilung liefern. Die Übergänge zwischen den Abschnitten sind derart durch instrumentale Stücke getrennt, wie sie den verehrten Leserinnen und Lesern aus dem Film 2001: a space odyssey bekannt sein werden. Und tatsächlich, der Regisseur weist 2001 als den Film aus, der in ihm das cineastische Verständnis reifen lies. Abgeschmackt: Wäre dies tatsächlich so, so wäre Sieniawka nicht das, was es heute ist.

Betrüblich ist auch, dass der Film als Dokumentation verstanden werden will. Wenn der Film etwas dokumentiert, dann wie Filme möglichst nicht sein sollten, schon gar nicht, wenn sie als Dokumentation dienen möchten. Noch nie habe ich mich derart über 2 mal 10,50 €  für einen Film geärgert, noch nie derart über diese Verschwendung von Zeit. Wahrscheinlich waren es auch nur diese 2 mal 10,50 € die mich im Gegensatz zu den anderen 50 % der Zuschauer dazu bewogen haben sitzen zu bleiben. Na ja, 2 “Filmkenner” (der eine gefühlt auf 2 Promille) haben sich dennoch gefunden, die dem Regisseur artig für die Zeit- und Geldverschwendung dankten, der Rest hat sich ebenso artig zurückgehalten.