Die Sixtinische Madonna

Die Sixtinische Madonna

Sie trägt zur Welt ihn: und er schaut entsetzt
In ihrer Gräu’l chaotischer Verwirrung,
In ihres Tobens wilde Raserei,
In ihres Treibens nie geheilte Thorheit,
In ihrer Quaalen nie gestillten Schmerz, –
Entsetzt: doch strahlt Ruh’ und Zuversicht
Und Siegesglanz sein Aug’, verkündigend
Schon der Erlösung ewige Gewißheit.

Arthur Schopenhauer; Dresden 1815. Veröffentlicht in: Parerga und Paralipomena. Bd. 2.