Ein neuer Monat hat begonnen und so wollen wir schauen, was der Schopenhauer-Kalender uns für den Mai zu sagen hat:

Der Natur liegt bloß unser Daseyn,
nicht unser Wohlseyn am Herzen. – ?

Senilia, S. 133 in: der handschriftliche Nachlaß.. Bd. 4, 2; S. 32

Ein wahres Wort, hat doch die Natur nicht zweifelsfrei für ein sorgenfreies Leben des Menschen gesorgt. Oder etwa doch, wenn wir annehmen, dass der Mensch, der wohl den Unterschied zwischen Daseyn und Wohlseyn zuerst gedacht hat, auch zur Realisierung des Wohlseyns von der Natur befähigt worde? Ich frage mich bei solchen Anlässen wie dem oben gegebenen Zitat immer, warum und worin Natur und Mensch eigentlich geschieden werden (sollen)? Die Natur auf der einen, der Mensch auf der anderen Seite. Kann nicht die Natur sehr wohl ohne den Menschen, aber der Mensch in seiner Gesamtheit nicht ohne die Natur? Warum kommt man dann zu dem Schluss, dass menschliche Gefühle wie z.B. das Wohlseyn nicht in der Natur liegen?