Es war Anfang Februar diesen Jahres, dass mich ein Beitrag auf Zeit Online dazu animierte, mal ein Buch über Ökonomie zu bestellen. Ich dachte auch, es wäre mal wieder an der Zeit Literatur auf Englisch zu lesen (das Original ist in Tschechisch). So kam ich also zu Economics of Good and Evil (im Deutschen: Ökonomie von Gut und Böse) von Tomáš Sedláček.

Das Buch ist in zwei Hauptteile untergliedert. Im ersten Teil des Buches werden ökonomische Gedanken und Ideen von Gilgamesh, über das Alte und Neue Testament, von den alten Griechen, über Adam Smith bis zur Neuzeit betrachtet. Im zweiten Teil werden dann die gewonnenen Erkenntnisse zusammengefasst und im Bezug auf die aktuelle Ausgestaltung unserer Wirtschaft diskutiert.

Sedláček versteht es die ökonomischen Ideen aus den zahlreichen Quellen verständlich darzustellen. Die dabei betriebene Quellenforschung dient dabei zweierlei Zwecken: Zum einen sollen für unsere Zeit wertvolle ökonomische Ideen und Erkenntnisse diskutiert werden. Zum anderen möchte der Autor damit belegen, dass Ökonomie bis in das vorletzte Jahrhundert vornehmlich die Erörterung (moral-)philosophischer Fragen bedeutete.

Sedláček kritisiert bereits zu Anfang des Buches die von zeitgenössischen Ökonomen betriebene Eigendarstellung als (objektive) Naturwissenschaftler. Es werde dadurch der Eindruck erweckt, dass Ökonomen den Verlauf der Wirtschaft voraussagen könnten, ähnlich wie Physiker das Verhalten eines fallenden Körpers im Voraus beschreiben. Aber wenn es darauf ankam, hat die Realität die Ökonomen und die zugrunde liegenden ökonomisch-mathematischen Modelle bisher immer Lügen gestraft. Daher plädiert Sedláček im zweiten Teil des Buches auch dafür, dass Ökonomen nicht nur mathematische Betrachtungen der Ökonomie vornehmen, sondern auch wieder zum philosophisch-soziologischen Diskurs ökonomischer Themen zurückkehren.

Die Ideen, die Sedláček diskutiert, sind derart spannend, sein Ansatz über die Zuhilfenahme älterer Schriften und Denker so interessant, dass ich dieses lesenswerte Buch jedem empfehlen möchte, der sich für die Geschichte des ökonomischen Diskurses  und deren Bedeutung für die Ökonomie heute nur im Entferntesten interessiert. Ich verspreche, dass das Geld renditestark und zugleich nachhaltig angelegt ist (Ihr Sparkassenberater Der Ihnen treu ergebende Autor).