Über Ostern hatte ich es mal wieder nach Weißrussland geschafft und durfte auch wieder Nutznießer der weißrussischen Gastfreundschaft werden. Dabei ist mir zum ersten Mal richtig klar geworden, wie unterschiedlich (meine) deutsche Esskultur und die weißrussische doch sind.

In Deutschland gibt es einen wohl portionierten Teller und in einem guten Haushalt darf man sogar erwarten, dass man diesen ein zweites mal verlangen kann, ohne auf verblüffte oder überraschte Gesichter zu starren. In Weißrussland wird der Tisch mit allen kleinen und großen Köstlichkeiten beladen, von denen man sich dann bedienen darf. Für jemanden wie mich, der sich gut mit der deutschen Esskultur arrangiert hat, wird der so bereitete weißrussische Tisch natürlich zum Problem, denn ein abgegrenzter Bereich für die für einen vorgesehenen Speisen ist nicht vorhanden.

Natürlich ist das kein Problem des zu Wenig, denn ein Problem des zu Viel: Man ist doch bestrebt seine Portion brav aufzuessen, um zu zeigen, wie sehr es einem gemundet hat. Aber wenn nicht klar ist, was genau diese Portion sein soll, fängt man an, alles in sich hinein zu schaufeln, um auch ja den Bitten der Gastgeber zu entsprechen es sich doch gut schmecken zu lassen.

Die einzige Empfehlung, die man zum Essen in Weißrussland geben kann, ist doch die, es ruhig angehen zu lassen und einfach soviel zu essen, wie es einem schmeckt, um dann in Deutschland zurück wieder alles in sich hinein zu stopfen, was Koch/Köchin auf den Teller laden konnten.

Wohl bekomm’s!😉