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Nachdem ich die Vorschau gesehen hatte, war ich doch sehr gespannt auf den Dokumentarfilm “Tom meets Zizou”. Erzählt wird die Geschichte des aufstrebenden Fußballspielers Thomas Broich, der eine zeitlang als einer der Nachwuchstalente im deutschen Fußball gehandelt wurde.

Die Geschichte beginnt im Jahr 2005: Thomas Broich wechselt von seinem Zweitligaverein in die erste Liga. Er macht sich seine Gedanken über das, was da wohl auf ihn zukommen mag, aber geht doch enthusiastisch seine Aufgabe in der ersten Bundesliga an.

Schon früh hat Thomas Broich dabei seinen Spitznamen weg (Mozart), da er sich neben Fußball auch für andere Gebiete interessiert (z.B. auch mal ein Buch liest). Schon bald merkt er dann, dass sobald die Leistungen nur etwas nachlassen, die außerfußballerischen Aktivitäten, sein Anderssein ihn angreifbar machen und das Leistung an sich nicht unbedingt viel zählt. Seine Leistungen nehmen ab und er schlittert in eine Art Depression und auch die Leidenschaft für den Fußball scheint in Mitleidenschaft gezogen zu werden. Man glaubt, das traurige Ende der Geschichte sei nahe… und an dieser Stelle stoppe ich die Beschreibung des Films, um den verehrten Leserinnen und Lesern die Chance zu lassen, das Ende selbst in Erfahrung zu bringen.

Was mich an diesem Film bzw. seinem “Hauptdarsteller” fasziniert, ist, dass ich sein Problem vollständig nachvollziehen kann. Thomas Broichs Leistungen ließen nach, denn er war selbst nicht mehr zufrieden, weil er in einer Umgebung arbeitete, die ihm nur wenig Spielraum ließ, sich selbst zu entfalten, seine Kritik anzubringen und diese auch beachtet zu wissen. Es brauchte dann auch seine Zeit, bis die entsprechenden Konsequenzen von ihm gezogen worden.

Ich gebe zu, dass ich nicht viele Fußballer kenne (ich interessiere mich ja nun auch so gar nicht für diesen Sport) und daher ein äußerst plattes Vorurteil hege (und pflege). Aber für diese Dokumentation, für die Einblicke, die ich dadurch gewonnen habe und den Menschen (soweit man einen Menschen so kennenlernen kann) meinen Respekt.

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Gestern Abend haben meine Freundin und ich uns spontan überlegt das Konzert von Ming Cheng zu besuchen. Da ich nicht recht wusste, was mich wohl erwartet, ging ich ohne großen Anspruch zum Konzert (diese Vorgehensweise hat den Charme, dass man entweder nicht vollständig entäuscht oder ganz und gar begeistert nach Hause geht).

Ming Cheng bewies mir allerdings, dass diese Vorsicht ganz und gar nicht notwendig war. In einem Mix aus historischem Abriss über Marlene Dietrich und ihren Chansons unterhielt er uns geschlagene 2 Stunden (inklusive 15 Minuten Pause). Die Lieder waren hervorragend vorgetragen, bei einigen standen mir schon die Tränen im Auge.

Was bleibt noch zu sagen: Wer die Chance hat, der gehe hin!  Ich wurde beileibe nicht entäuscht und so stehen die Chancen gut, dass auch die verehrten Leserinnen und Leser nicht entäuscht werden.

Zum Abschluss ein Video (Ming Cheng trägt jetzt kürzeres Haar, das ihn auch besser steht 😉 ):

Am 28.10. ging es nach Frankfurt/Main, die Schopenhauer-Gesellschaft hatte geladen, um das 100. jährigem Bestehen der Gesellschaft zu feiern. Natürlich folgte ich der Einladung, konnte ich doch damit gleich mehrere Zwecke miteinander verbinden: (1) meinen ersten Besuch in der Main-Metropole, (2) meine erste Teilnahme als Mitglied der Gesellschaft an einer Veranstaltung und (3) die Besichtigung des Kaisersaals im Frankfurter Römer (natürlich auch zum erstem Mal).

Untergebracht waren wir in der Nähe des Bahnhofs. Am ersten Tag nutzten wir zwar noch die U-Bahn, um vom Bahnhof zum Römer bzw. zum Haus am Dom zu gelangen, doch es zeigt sich bald, das Frankfurt auch gut zu Fuss zu schaffen ist (zumindest der Bereich zwischen Bahnhof und Römer). Die Gesellschaft hatte am ersten Tag (Samstag) Vorträge und einen kleinen Stadtrundgang auf den Spuren Schopenhauers organisiert. Außerdem traf ich an diesem Tag zum ersten Mal die Mitglieder der Berliner Ortsvereinigung der Gesellschaft, an die ich mich seitdem aufgrund der räumlichen Nähe halte. Abgeschlossen wurde der Abend durch ein Abendessen, das (wohl auch aufgrund des anregenden Weines) viele interessante Gespräche bereithielt.

Am zweiten Tag, nach weiteren Vorträgen, Ehrungen und Grußworten (insbesonders interessant das Grußwort des früheren Vorsitzenden Herrn Ingenkamp) gingen wir ein wenig durch Frankfurt. Vor der EZB machten wir auch einen kleinen Abstecher durch das Zeltlager der Occupy-Frankfurt-Bewegung, deren Teilnehmer dort im friedlichen Protest gegen das System in Zelten ausharrten. Am Abend ging es dann zur Festveranstaltung in den Kaisersaal des Frankfurter Römer. In dem Saal können die Gemälde der verschiedenen deutschen Kaiser des 1. Reiches betrachtet werden. Allerdings muss ich zugeben, dass meine Kenntnisse nur für ein paar  der Kaiser reichte und diese Kenntnisse nicht dazu reichten detailierter über die abgebildeten Personen zu sprechen. Einziges Manko an diesem Abend, der musikalisch von einem sehr talentiertem Trio der Deutschen Philharmonie begleitet wurde, der Kulturdezernent der Stadt Frankfurt, der sich hätte besser mit Schopenhauer auseinandersetzen sollen, um zu wissen, dass er sich seinen Auftritt hätte sparen können, mit dem der Herr Dezernent nur die kostbare Zeit der Zuhörer gestohlen hat.

Nach dem Abschluss des Festivitäten gingen wir dann noch nach Sachsenhausen, um in einer Apfelweinwirtschaft eben einen solchen zu probieren. Man glaubt gar nicht, wie preiswert und gut man in Frankfurt essen kann, sucht man sich eben eine solche Apfelweinwirtschaft. Dazu gab es noch Eier in (kalter) grüner Sauce, die ich jedem Besucher und insbesondere meinen werten Leserinnen und Lesern nur wärmstens empfehlen kann.

Wohl bekom’s!

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