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Heute in der Straßenbahn habe ich die Lektüre des ersten Bandes der Werksausgabe Wittgensteins beendet. Ich muss gestehen, die Lektüre war stellenweise zäh, aber alles zu seiner Zeit.

Über den Tractatus, der den ersten Teil des ersten Bandes bildet, hatte ich bereits an anderer Stelle berichtet. Dn zweiten Teil bilden die Tagebücher des L.W., die er wohl während seines Dienstes in der Armee verfasst hat und die schon viele, auch wesentliche und konkrete Gedanken des Tractatus enthalten. Den dritten und letzten Teil bilden die philosophischen Untersuchungen.

Die Philosophischen Untersuchungen bilden den wohl langwierigsten Teil des ersten Bandes. Wittgenstein führt zunächst die Idee des Sprachspiels ein, mit dem Wittgenstein vereinfacht Kommunikationsvorgänge beschreibt. Solche Sprachspiele haben z.B. die folgende Form: Der A gibt dem B ein Kommando, woraufhin der B dem A einen dem Kommando entsprechenden Baustein reicht. An diesen simplen und daher auch leicht verständlichen Beispielen entzünden sich aber dann Fragen grundsätzlicher Natur; wann hat B gelernt, den passenden Baustein zum vom A gegebenen Kommando zu reichen bzw. wann können wir sicher gehen, dass B zu jedem von A gegebenen Kommando den richtigen Baustein reichen wird? Oder noch grundsätzlicher: Hat B die gleiche Vorstellung wie A zu einem gegebenen Kommando, sprich, versteht B ein Kommando so wie A es versteht?

Solche und ähnliche Fragen ziehen sich dann bis zum Schluss, eine Antwort auf die Fragen bleibt L.W. schuldig, aber ich denke, dass darin bereits die Antwort liegt: eine Unzahl an Konventionen begleiten unsere Kommunikation und diese Konventionen tragen eine Vielzahl von Annahmen in sich, die wir wohl nie bis zur völligen Befriedigung begründen werden können. Wer kann schon mit völliger Sicherheit sagen, dass sein Gegenüber die Welt genauso sieht wie man selbst?

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Have fun!

Durch die Tagesthemen bin ich mal wieder auf die Seite der Online Petitionen des Bundestages gekommen. Es scheint mir vorher nicht aufgefallen zu sein, aber dort werden auch RSS-Feeds angeboten. Da habe ich doch gleich den ersten Feed in den Google Reader übernommen. Nun kann ich Petitionen empfehlen, genauso wie ich Artikel empfehlen kann! Toll!!! 😀 Die Petitionen sind also auch unter der Rubrik Dinge, die man so liest… auf der linken Seite zu finden.

Viel Spaß beim Petitionieren!

Über diesen Artikel auf Telepolis bin ich auf das folgende, 10 Minuten lange Video gestoßen, in dem der Philosoph Hanno Depner seinen Kant-Würfel vorstellt:

Ein weiteres Mal hat es mich nun nach Minsk gezogen, diesmal allerdings mit einer Delegation Studenten und nur für eine Woche. Genau vor einer Woche ging es also los, mit dem Nachtzug von Berlin nach Minsk. Allerdings hatten wir weder auf dem Hin- noch Rückweg das Glück, in einem weißrussischen Schlafwagen nächtigen zu dürfen. Stattdessen mussten wir mit russischen Waggons vorlieb nehmen, die mir doch im Vergleich unangenehmer vorkamen. Aber auch die russischen Schlafwagen brachten uns sicher nach Minsk, das wir am Sonntag erreichten.

Erste erfreuliche Überraschung war, dass ich im iнтернат (weißruss. Internat) 2 untergebracht wurde, denn dort befinden sich Wohnungen für besondere Gäste, die auch dementsprechend gepflegt werden. So war ich genauso gut untergebracht wie der betreuende Professor und seine Frau, die uns begleiteten, musste mir aber die Wohnung nur mit mir teilen. 🙂 Die Wohnungen bestehen aus zwei Zimmern (Wohn- und Schlafzimmer) sowie Bad und Toilette. Die Ausstattung der Wohnungen ist alt, aber alles ist sehr sauber und gepflegt. Darüber hinaus besitzen die Wohnungen noch einen eigenen Kühlschrank, Teekocher und Fernseher, die ich aber alle nicht benutzt habe.

Nach einem Mittagessen führten uns dann weißrussische Studenten durch die Stadt. Auch ich nutzte die Gelegenheit um mir einen Eindruck von den möglichen Veränderungen zu machen. Ich fand aber alles nahezu unverändert vor, nur an den vielen Baustellen in der Stadt waren Baufortschritte sichtbar.

Am Abend brachte ich dann den deutschen Studenten meine Toilettenbrille aus dem Campingbedarf vorbei, da ich sie selbst nicht brauchte und die Studenten erste Bedenken bzgl. der Toiletten im Studentenwohnheim äußerten. Ich verblieb dann noch eine Weile auf dem Zimmer des polnisch-stämmigen wissenschaftlichen Mitarbeiters, der uns ebenfalls nach Minsk begleitet hat. Da er übrig geblieben war, musste er sich das Zimmer mit zwei fremden Studenten teilen, zwei Slawisten (einmal im Haupt- und einmal im Nebenfach) aus Jena. Das erste Bier und der erste Wodka wurden geöffnet und schon bald entspannen sich hitzige Gespräche über Gott und die Welt. Dabei steckten mir die zwei Studenten noch den Wlan-Zugang des Hotels Minsk, so dass ich auch einmal am Tag meine eMails abrufen konnte.

Dank Nemiroff (ukrainischer Wodka), den wir vollständig austranken, hatte ich am nächsten Tag auch keinen Kopf, als es auf eine Tour durch die Staatliche Weißrussische Universität ging. Da ich die Uni nun aus eigener Erfahrung einigermaßen kenne, konnte ich den deutschen Studenten noch den einen oder anderen Hinweis geben. Aber Anekdoten über meinen dreimonatigen Aufenthalt gehörten sowieso zu meinem Standardrepertoire. 😉 Interessant waren aber noch die Präsentation der weißrussischen Absolventen, die über ihre aktuelle Anstellung berichteten und wie sie dadurch, dass sie deutsch verstehen und sprechen auch Vorteile bei der Jobwahl besitzen. Den Abschluss des Tages bildete dann das Treffen mit guten Freunden, auf dem wir auch ein weiteres Treffen während der Woche planten.

Am Dienstag ging es dann zur Nationalbibliothek. Dort hatten wir dann eine Englisch-sprachige Führung. Die Führung erklärte uns z.B., dass das Gebäude Erdbeben der Stärke 6 widersteht. Angesichts dessen, dass einige Stimmen behaupten, der moorige Baugrund würde der Struktur des Gebäudes stark zusetzen, ein sehr interessantes Detail. 😀 Desweiteren wird in der Bibliothek ein deutsches System verwendet, das automatisch Bücher aus dem Diamanten, der das Archiv enthält, zu den Bücherausgaben transportiert. Das einzige was mir zu diesem System einfiel war, dass es für eine Bibliothek viel zu laut ist… . Allerdings wird die Nationalbibliothek für viele verschiedene Veranstaltungen genutzt. Z.B. werden dort ausländische Gäste zu gemeinsamen Treffen eingeladen, es gibt Ausstellungen, eine Sauna, einen Gymnastikraum, etc. Bibliotheksbesucher, die sich dann tatsächlich auf’s Lesen konzentrieren wollen, benutzen dazu extra abgeschirmte Lesesäle. In diesen Sälen ist man dann auch vor den Führungen sicher. 😉 Außerdem besitzt die Nationalbibliothek eine Auswahl alter Bücher, die sehr interessant ist. In dieser Ausstellung befinden sich auch Exemplare,  die zu den größten, dicksten oder kleinsten Büchern der Welt zählen. Wir sind auch auf die Aussichtsplattform der Bibliothek gefahren, von der aus wir den Bauplatz für ein neues Einkaufszentrum einer iranischen Firma direkt neben der Bibliothek bestaunen durften. Außerdem war der Smog, der sich wie Nebelschwaden über die Stadt gelegt hat, zu bewundern. Der abschließende Toilettengang einiger Studenten endete mit der Bewunderung bei uns unüblicher Hocktoiletten. 😀

Am Abend ging ich dann mit einer Freundin für meine Freundin einkaufen (verwirrend, nicht?) und außerdem besuchte ich ihre neue Wohnung am Stadtrand von Minsk. Diese Wohnung gehört zu den neu errichteten und die Heizungen besitzen dort sogar jeweils ein Thermostat (hergestellt in Deutschland)! Sie teilt sich die 3-Raum-Wohnung mit zwei anderen jungen Frauen und zahlt dafür 200 USD. Die Mitbewohnerin, die gerade in, ich sage mal legèrer Abendkleidung ihr Abendbrot zubereitete wirkte doch deutlich überrascht vom Herrenbesuch; so ward mir der Zutritt zur Küche verwehrt. 😛

Mittwochabend ging es nun in’s Ballett, zur Premiere von La Silfide. Ich kann dieses wirklich kurzweilige Ballett insbesondere Erstbesuchern eines Balletts empfehlen, da es nur zwei Akte hat und Geschichte, Musik und Tanz sehr eingängig sind.

Am Donnerstag besuchten wir zuerst Komarovski und ich erstand auf dem Markt ein Stück Wurst für 20.000 BYR (ca. 2 €) und half einem Studenten erfolgreich zu einem Schirm. Danach ging es nun das Museumsdorf Oserzo. In Oserzo befinden sich verschiedene Häuser aus unterschiedlichen Regionen und Epochen Weißrusslands. Die Häuser werden entsprechend der Region geordnet in verschiedenen Bereichen präsentiert. Wir sahen nur den Minsker Bereich. Eine rüstige ältere Dame führte uns durch die verschiedenen Gebäude, während die weißrussischen Studenten die Erklärungen in Englisch oder Deutsch übersetzten. An den Gebäuden hingen sogar Englisch-sprachige Erläuterungen! Am Ende übersetzte aber immer eine Mitarbeiterin der Uni, die in Deutschland studiert und promoviert hat die Erläuterungen. Dafür wurde ihr am Ende sogar eine halbe Stelle am Museum angeboten, die sie aber dankend ablehnte. 😉 Nach der wirklich interessanten Führung durch die verschiedenen Bauernhäuser, einer Kirche und einer Schule ging es zum lustigen Teil; es wurde Musik gemacht, gesungen, getanzt und gespielt und nach getaner Arbeit gegessen. Für einen kurzen Moment dachte ich mir, der Tag könnte zu Ende sein, so viel Spaß hatten wir dabei. Am Abend ging es aber nochmal mit den deutschen und einigen weißrussischen Studenten und meinen Freunden bowlen.

Am Freitag ergänzte ich die fünf Packungen Konfekt und die Wurst, die ich bereits am Tag zuvor erstanden hatte, durch Champagner und Wodka. Außerdem packte ich mir noch eine Packung сметана ein, bevor es dann schießllich zum Bahnhof und auf die Rückreise ging.

Die Reise hat sich gelohnt und ich bin froh mitgefahren zu sein. Ich bin mal gespannt wieviel die gut 30.000 BYR, die jetzt ca. 3 € wert sind und vor einem Jahr gut 7 € wert waren, bei einem nächsten Besuch wert sind. 😀

пака!

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A blog not only about my time in Sweden and Мiнск but also about the things I am concerned about.

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