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Es ging schnell, sehr schnell, und so las ich heute zufrieden die letzten Seiten von Clean Code. Ein sehr gutes Buch, dass ich besonders jedem empfehlen kann, der gerade Schwierigkeiten hat, seinen eigenen Anspruch mit den Realitäten im Unternehmen in Einklang zu bringen. Meine Probleme lassen sich vielleicht am besten mit der folgenden Aussage von anderer Stelle beschreiben, die über die Realisierung von Software-Projekten gemacht wurde:

Das Problem sind zu komplizierte Entwicklungsprozesse, Schwierigkeiten, die richtigen Prioritäten zu setzen, technische Inkompetenz und die Missachtung der wichtigsten Regel in der Software-Entwicklung: Software wird von Programmierern entwickelt und nicht von Projektmanagern.

Doch darüber hinaus freue ich mich aber sehr auf die nun folgende Lektüre: Wittgenstein – Werksausgabe in 8 Bänden (115€ wer es wissen will – ja, ich lasse mir meine Klugscheißerei was kosten! :-D). Schon der Einstieg war hervorragend (bewog er mich doch zu diesem Blogeintrag), der mit dem einigermaßen bekannten Ausspruch aus dem Tractatus Logico-Philosophicus aufwartet:

Man könnte den ganzen Sinn des Buches etwa in die Worte fassen: Was sich überhaupt sagen läßt, läßt sich klar sagen; und wovon man nicht reden kann, darüber muß man schweigen.

Herrlich! Wenn ich diese Zeilen momentan lese, mag bei mir aber auch ein süffisanter Ton mitklingen, der die lauernde Resignation bittersüß erscheinen lässt.

Letzte Woche nun verbrachte ich endlich auch mal eine Woche Urlaub mit meiner Freundin. Ziel des Urlaubs waren die Städte Helsinki, Tallinn, Berlin und ein kleines Dorf nahe Wels (Oberösterreich). Bis auf Berlin und Tallinn flogen wir zu den genannten Städten, wobei Berlin (genauer Flughafen Berlin-Tegel) als unser Drehkreuz diente. Berlin erreichten wir mit der Bahn und Tallinn mit der Fähre, aber nun der Reihe nach.

Unser erstes Ziel war Helsinki. Helsinki ist eine sehr schöne skandinavische Stadt, die mich mit ihren Felsen stark an Stockholm erinnerte. Da wir ein Hotel nahe des Zentrums gebucht hatten, waren alle wichtigen Sehenswürdigkeiten leicht zu Fuß zu erreichen und auch das Wetter spielte mit, das uns mit 20°C und leichtem Wind begrüßte. Am zweiten Tag besuchten wir die Festungsinsel Suomenlinna, das übersetzt Finnenburg bedeutet, aber auf Schwedisch als Sveaborg (Schwedenburg) bezeichnet wird. 😀 Die Insel ist mit der öffentlichen Fähre regelmäßig (ist ein eigener Stadtteil von Helsinki) gegen ein kleines Entgelt zu erreichen. Die Fahrt dauert nur ca. 15 bis 20 Minuten und lohnt sich allemal, da die Insel an sich sehr schön ist und eine Reihe interessanter Museen beherbergt. Ich war mit mir nach dem obligatorischen Besuch des Museumsuboots Vesikko jedenfalls im Reinen. 😀

Am dritten Tag ging es dann mit der Fähre nach Tallinn. Wir hatten den Eindruck, dass viele Finnen die Überfahrt nutzen, um sich mit preiswerterem Alkohol einzudecken, denn Alkohol wird in Finnland staatlich geregelt über Alkos vertrieben. Tallinn ist eine Stadt, deren Besuch ich jedem nur wärmstes empfehlen kann. Die Altstadt ist sehr schön und kann aufgrund ihrer Größe leicht zu Fuß erkundet werden. Die vielen tollen Bars und Restaurants laden (zu vernünftigen Preisen) zum Verweilen ein. Wir sind allerdings nach unserer Altstadt-Tour zum allseits bekannten Lido gegangen und  haben danach noch einen Film geguckt (Filme werden in Estland nicht synchronisiert), um schließlich den Abend in einer coolen Bierkneipe zu beenden.

Am nächsten Tag ging es dann auch wieder zurück nach Helsinki, nachdem wir in Tallinn noch den Kulturpfad abgelaufen (2 km) und einen Markt besucht hatten. Unseren letzten Tag in Helsinki verbrachten wir im Stadt-Museum (Eintritt frei) bevor es dann auch wieder nach Berlin zurück ging. Abschließend möchte ich zu diesem Teil des Urlaubs sagen, dass ich eine Reise nach Tallinn nur empfehlen kann, wir wären auch gern mindestens einen Tag länger geblieben. Warum Helsinki teilweise gehyped wird kann ich dagegen nicht verstehen. Die Stadt ist nett und schön (so wie Stockholm auch), aber darüber hinaus eigentlich nur teuer (Döner-Index: 6 €) und gerade nicht besonders cool (außer vielleicht im Winter).

In Berlin waren wir in einem sehr schönen Bungalow (ist eigentlich schon eine Beleidigung für diese edle Behausung) in Pankow untergebracht. In der Stadt selbst besuchten wir das Naturkunde (und die Sonderausstellung Federflug) und das Beate Uhse Museum. Der Brachiosaurus des Naturkundemuseum führte mich zurück in meine Kindertage, als ich das Skelett das erste und bis dato letzte Mal gesehen hatte. Auch die Sonderausstellung war sehr sehenswert, allerdings ließ die Geduld meiner Freundin keinen detaillierteren und längeren Aufenthalt im Museum zu (das nächste Mal schleiche ich mich in eine Kindergruppe – die  werden nie erkennen das ich nicht dazugehöre!). Das Erotikmuseum war eher entäuschend. Das einzige was ich dort gelernt habe ist, dass man früher mindestens so anzüglich (ok – schmutzig) wie heute den Akt in Szene setzen konnte. Der einzige Unterschied scheint nur die Nutzung von Bewegtbildern zu sein. Allerdings war das ganze Museum auf einer Etage beherbergt (ich hatte mindestens 2 erwartet), so dass sich im Museum nur Stücke einiger ausgewählter Epochen und Regionen gezeigt werden konnten (ich denke das Angebot ist reichhaltiger). Es drängte sich dann schließlich doch der Verdacht auf, dass die Besucher zu zusätzlichen Einkäufen im obligatorischen Beate Uhse Shop er angeregt werden sollten.

Von Berlin ging es dann schließlich für die letzten zwei Tage in die Nähe von Linz. Dorthin brachte uns NIKI in einem Embraer 190 des brasilianischen Flugzeugbauers Embraer. Niki Lauda leiht sogar seine Stimme der Sicherheitsanweisung. In dem genannten Flugzeug machten wir auch unsere erste (unangenehme) Erfahrung mit dem Durchflug einer Wirbelschleppe. Ich kann sagen, es hat ganz schön geknallt und auch einen Teil meines Kaffees musste ich verloren geben. Wir landeten aber schließlich sicher in Linz. Ansonsten kann ich NIKI nicht empfehlen, die haben nur die Presse Österreichs im Angebot. 😀 Mit unseren Gastgebern haben wir uns sehr gut verstanden und wir kamen auch in den Genuss einiger lokaler Genussmittel, wie Linzer Schnitte, Zipfel (ein Märzen) und Most, um nur einiges zu nennen. Ansonsten haben wir in Österreich mit einem Bergzoo-Besuch, einer kleinen Fahrradrunde und einem gemütlichen Grillen unseren Urlaub ausklingen lassen. Der Rückflug war dann nochmal spannend, denn das ungemütliche Ruckeln der Maschine verschob den Getränkeausschank. Schließlich sind wir aber auch wieder heile in Berlin gelandet, um einiges an Erfahrung reicher und natürlich gesund zu Hause angekommen.

Vellocet Club

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