Am Montagabend waren meine Freundin und ich zu später Stunde noch etwas politisch aktiv. Die Jugendorganisation einer Partei (auf die ich an dieser Stelle nicht weiter/genauer eingehen möchte) hatte Mitglieder dazu aufgerufen beim Aufhängen von Wahlplakaten zu helfen. Da sich meine Freundin bei der Partei engagieren möchte, wurde sie natürlich auch gefragt, worauf sie mich gefragt hat, ob ich denn mithelfen wolle, worauf meine positive Antwort schließlich den Ausschlag gab, dass ich am besagten Abend auch Plakate an die Straße gehangen habe.

Plakate aufzuhängen ist eigentlich gar nicht schwer, man muss aber natürlich ein paar Regeln beachten (sonst wären wir auch nicht in Deutschland). Man darf z.B. nicht mehrere Plakate einer Partei an eine Laterne hängen. Des Weiteren dürfen Plakate nicht an Laternen hängen, die mit Verkehrszeichen versehen wurden bzw. die sich im Sichtbereich einer Kreuzung befinden. Und schließlich sollte man vermeiden, Plakate an Laternen auf privaten Plätzen oder an Laternen zu hängen, an denen bereits Werbeschilder vorhanden sind, denn das verärgert u.U. die jeweiligen Besitzer. Ansonsten ist das Ordnungsamt dafür zuständig die genannten Regeln durchzusetzen. Zunächst setzt das Ordnungsamt eine Frist zum Abhängen falsch angebrachter Wahlplakate. Wenn die Frist verstreicht, kann es teuer werden, denn dann hängt das Ordnungsamt das jeweilige Plakat ab und verhängt ein Bußgeld. Ansonsten fährt man eigentlich nur einigermaßen geplant durch die Stadt und sucht freie Laternen für seine Plakate. Bei unserem Fahrer war aber auch das eine spannende Angelegenheit, denn nicht nur die interessanten Gespräche sondern auch seine Fahrweise (ein Fahrradfahrer ist sogar extra abgestiegen, um seinen Unmut zu äußern… nachdem unser Fahrer ihm ordentlich den Weg geschnitten hat…). Wenn man dann eine Laterne gefunden hat, nimmt man Plakat + Leiter + Kabelbinder zur Hand und hängt das Plakat in guter Höhe auf, sodass es nicht gleich heruntergerissen werden kann. Dabei gibt es noch verschiedene Techniken, auf die ich nicht weiter eingehen möchte.

Beim Plakatieren ging es mir weniger um die Partei als um das Aufhängen der “Nazis braucht niemand!”-Plakate, gibt es doch genug Minderbemittelte in unserem Bundesland, die laut Umfragen der NPD in den Landtag verhelfen würden. Man möchte dann auch nicht mehr viel sagen, wenn die NPD sich wieder mit “Ausländer raus”-Sprüchen um die Wählergunst in einem Bundesland bewirbt, dessen Ausländeranteil um 1% liegt. Aber das interessiert solche Aftergeburten nicht. Man kann nur hoffen, dass es die Wähler interessiert und noch ein paar mehr zur Wahl kommen. Selbst 1% für die NPD ist zu viel, denn dann bekommen die Nazis noch Gelder (zur Erstattung der Wahlkampfkosten) von dem Staat, den sie untergraben und schließlich auslöschen wollen. Ich denke das Geld wäre woanders doch besser angelegt… .