Ich nähere mich dem Ende eines meiner angestrebten Lebensziele an: Das vollständige Studium der Werke eines Philosophen. Konkret, ich habe noch den letzten Teilband der Parerga und Paralipomena vor mir, dann habe ich den gesammelten Satz der von Diogenes herausgebrachten Schriften Dr. Schopenhauers durch.

Eine interessante Diskussion der im gerade abgeschlossenen Teilband betrachteten Themen möchte ich an dieser Stelle kurz diskutieren. Schopenhauer geht im Kontrast zu Leibniz davon aus, dass wir geradezu in einer der schlechtesten aller möglichen Welten leben. Daher muss uns auch nicht bange vor dem Tod sein, denn wie wir aus dem Nichts in’s Leben traten, so gehen wir über den Tod wieder über in’s Nichts und lassen die Mühsal und Leiden unseres Lebens hinter uns. Angesichts dessen argumentiert Schopenhauer nun, dass eine Zeugung von Kindern aus Überzeugung moralisch fragwürdig ist, denn man setzt das Kind vorsätzlich den Grausamkeiten dieser schlechten Welt aus. Wie bei allen Tieren, so ist aber auch im Menschen der Trieb aktiv. Wenn der Trieb erst einmal aktiv ist, dann kann uns kein Vorsatz mehr unterstellt werden. Und nach Schopenhauer könnte man sagen, dass sich die Zeugung aus Überzeugung zu der aus dem Trieb oder der Wollust heraus “[…] verhielte, wie der kaltblütig überlegte Mord zum Todtschlag im Zorn.

Unter der Annahme, dass diese unsere Welt tatsächlich eine der schlechteren unter allen möglichen Optionen darstellt, muss man wohl die Aussage “Wir wollten Kinder” zugunsten der Eltern auslegen (“Wir – Mama und Papa– wollten UNS… dabei ist es halt passiert“), da man sonst Zweifel an der moralischen Eignung der Eltern haben muss.😀