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Ich nähere mich dem Ende eines meiner angestrebten Lebensziele an: Das vollständige Studium der Werke eines Philosophen. Konkret, ich habe noch den letzten Teilband der Parerga und Paralipomena vor mir, dann habe ich den gesammelten Satz der von Diogenes herausgebrachten Schriften Dr. Schopenhauers durch.

Eine interessante Diskussion der im gerade abgeschlossenen Teilband betrachteten Themen möchte ich an dieser Stelle kurz diskutieren. Schopenhauer geht im Kontrast zu Leibniz davon aus, dass wir geradezu in einer der schlechtesten aller möglichen Welten leben. Daher muss uns auch nicht bange vor dem Tod sein, denn wie wir aus dem Nichts in’s Leben traten, so gehen wir über den Tod wieder über in’s Nichts und lassen die Mühsal und Leiden unseres Lebens hinter uns. Angesichts dessen argumentiert Schopenhauer nun, dass eine Zeugung von Kindern aus Überzeugung moralisch fragwürdig ist, denn man setzt das Kind vorsätzlich den Grausamkeiten dieser schlechten Welt aus. Wie bei allen Tieren, so ist aber auch im Menschen der Trieb aktiv. Wenn der Trieb erst einmal aktiv ist, dann kann uns kein Vorsatz mehr unterstellt werden. Und nach Schopenhauer könnte man sagen, dass sich die Zeugung aus Überzeugung zu der aus dem Trieb oder der Wollust heraus “[…] verhielte, wie der kaltblütig überlegte Mord zum Todtschlag im Zorn.

Unter der Annahme, dass diese unsere Welt tatsächlich eine der schlechteren unter allen möglichen Optionen darstellt, muss man wohl die Aussage “Wir wollten Kinder” zugunsten der Eltern auslegen (“Wir – Mama und Papa– wollten UNS… dabei ist es halt passiert“), da man sonst Zweifel an der moralischen Eignung der Eltern haben muss. 😀

Das kann nicht war sein: Weißrussland beschuldigt Polen und Deutschland eine gewaltsame Machtübernahme in eben diesen Weißrussland unterstützt zu haben.

Ich hoffe die EU findet die richtigen Maßnahmen, um dieser Respektlosigkeit Weißrusslands (bzw. der weißrussischen Administration) entsprechend zu entgegnen. Seit knapp 20 Jahren kriegen sie es dort nicht hin, dass Land zu modernisieren und anstatt Maßnahmen zur Verbesserung der Situationen einzuleiten, werden Staaten beleidigt, die es die letzten Jahre nachweisbar besser gemacht haben (insbesondere Polen, Deutschland lässt sich wahrscheinlich noch schlechter mit Weißrussland vergleichen) und die eigenen Bürger verprügelt und wegsperrt.

Anstatt sich darüber zu beklagen, dass andere Staaten die Situation im Land kritisch kommentieren, sollte man doch seine Energie dazu aufwenden gerade diese Situation zu verbessern. Aber schwätzen können sie, der letzte Diktatur Europas vorneweg, ansonsten können sie nichts in der weißrussischen Führung. Weißrussland sollte uns ein warnendes Beispiel dafür sein, was passiert, wenn Versager und Maulhelden ein Land regieren… .

Kein Geld für Belarus!

An dieser Stelle darf ich den verehrten Leserinnen und Lesern die besten Wünsche für das neue Jahr 2011 aussprechen!

Dabei soll es aber nicht bleiben, will ich doch kurz über meine Rückreise aus Weißrussland berichten und damit das Kapitel vorerst abschließen.

Am 23.12.2010 bestieg ich in Minsk den Zug nach Berlin. Ich konnte allerdings nicht sofort meinen Waggon besteigen, denn diese mussten zunächst an den Zug angehangen werden. Das macht auch Sinn, spart man doch den Transport leerer Waggons von Moskau nach Minsk. Nachdem alle Sachen einigermaßen verstaut und ich meine 2 Begleiterinnen kennengelernt hatte, ging es denn auch schon bald los.

An der weißrussischen Grenze angekommen ging es an die erste Kontrolle. Glücklicherweise hatte ich noch alle nötigen Dokumente am Mann (auch die Migrationskarte, von der mir gesagt wurde, dass ich diese nicht mehr benötigen würde – da gab es dann wohl ein kleines Missverständnis…). Während nun die Grenzpolizisten die Dokumente prüften wurde die Spur des Zuges gewechselt. Wie zu erwarten war gab es keine Probleme und so konnte die Reise Richtung Polen weitergehen.

Erleichtert empfing ich die polnischen Grenzbeamten und übergab mein Reisedokument an die Grenzbeamtin. Etwas erstaunt war ich allerdings ob der Frage, welchen Zweck denn meine Reise hätte. Ich antwortete lapidar auf diese unerwartete Frage Going home… was auch sonst. Ich finde, dass europäische Grenzbeamte (und das sind die Polen ja nun mal auch) europäische Bürger (wie mich) freundlicher Begrüßen könnten (muss ja nicht gleich eine Tasse Kaffee sein).

Bis Frankfurt/Oder hatte unser Zug nun schon ca. 1 h Verspätung angesammelt und hielt dann dort auch noch außerplanmäßig lange. Also entschied ich mich in Frankfurt/Oder meinen Zug vorzeitig zu wechseln und in die Regionalbahn Richtung Heimat umzusteigen.

Wie erwartet erreichte ich meinen Zug nun denkbar knapp, ohne ein Chance rechtzeitig noch ein Ticket für die Fahrt zu lösen. So ging ich zum Zugbegleiter, der äußerst höflich auf meine Frage nach einem Fahrschein antwortete, dass ich dies auch bei ihm erstehen könne und dass es da gar kein Problem gebe und dass man überhaupt an Weihnachten kein Stress machen müsse. Für die Antwort habe ich ihm dann später noch meinen Lob ausgesprochen, da man auch anderes von Bahnangestellten gewohnt ist.

So konnte ich meine Reise gen Heimat fortsetzen, die dann auch ohne weitere Zwischenfälle erfolgte, so dass ich am Ende mit einer Stunde Verspätung auf dem heimatlichen Bahnhof eintraf.

Nun ist Weihnachten schon wieder vorbei, das neue Jahr ist eingekehrt und so langsam aber sich muss ich sehen, dass ich meine paar Brocken Russisch nicht auch noch verlerne.

Vellocet Club

A blog not only about my time in Sweden and Мiнск but also about the things I am concerned about.

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