Heute habe ich die Gelegenheit genutzt, um die diplomatische Vertretung der Bundesrepublik Deutschland hier in Minsk zu besuchen.

Man hat ja so seine Vorstellungen, wenn man daran denkt, die diplomatische Vertretung der eigenen Nation in einem fremden Land zu besuchen… ‘ne Tasse Kaffee oder so (ja, so banal können Gedanken manchmal sein…). So ging ich denn zur Botschaft, im festen Glauben, dass wenn ich innerhalb der angegebenen Besuchszeiten dort eintreffen werde, ich schon meinen Kaffee bekommen würde.

Aber zunächst stand ich vor einem verschlossenen Tor. Vor mir, mit Kameras bewährt, die deutsche Botschaft und eine Klingel. So klingelte ich denn und ein weißrussische Mitarbeiter (hört man halt am Akzent) mit akkuraten Deutschkenntnissen antwortete mir und fragte mich, was ich denn wolle. So gab ich meine Frage durch, in der Hoffnung, dass mir danach auch mal die Tür geöffnet werde, aber nix da, ich solle bitte warten.

In der Zwischenzeit kam noch ein Weißrusse und fragte wegen irgendwelcher Dokumente (das Wort Документ für Dokument ist eines der Worte, die man auf Anhieb versteht), aber der durfte noch nicht einmal draußen in der Kälte warten, sondern musste gleich abziehen.

Ich war dann doch leicht säuerlich, dass ich draußen in der Kälte warten musste, immerhin bin ich Deutscher Steuerzahler (“Ich bin Deutscher Steuerzahler, ich will meinen sch**ß Kaffee und zwar SOFORT!!!” – habe ich natürlich nicht gesagt oder durch die Sprechanlage geschrien, denn immerhin ist man deutscher Staatsbürger… jahrhundertelanges Untertanentum gegenüber Obrigkeit und Administration legt man nicht von jetzt auf gleich ab ;-)).

Nach 5 Minuten kam der gute Mitarbeiter dann raus (mit der erwarteten, aber unerwünschten Antwort). Natürlich fragte ich ihn, ob es denn üblich wäre, die Leute so an der Tür abzufertigen, immerhin wären doch Besuchszeiten angegeben, worauf ich mit dem Finger auf das Schild zeigte, das neben dem Eingang hing. Darauf meinte er, das Schild wäre noch ein Relikt aus sowjetischer Zeit (un-glaub-lich :-D) und es wäre nun üblich sich vorher anzumelden (Anmerkung: Sowjetische Zeit? Bis auf die paar Jahre zwischen Zerfall der Sowjetunion und der Machtübernahme Lukaschenkos gab es doch hier seit fast einem Jahrhundert nichts anderes als die Sowjetische Zeit). Ich machte ihn dann (an dieser Stelle möchte ich anmerken, dass der Mitarbeiter äußerst höflich war und es ein Vergnügen war – bis auf das Tor zwischen uns – mit ihm zu reden) darauf Aufmerksam, dass die Besuchszeiten auch so im Internet angegeben sind (und die Homepage wird wohl kaum aus der Sowjetischen Zeit stammen) und dass man die dann doch bitte dort ändern möchte. Wir verabschiedeten uns und jeder ging seiner Wege… ich habe noch nicht einmal deutsches Staatsgebiet in Minsk betreten… .

Ich denke, da ist noch eine Mail fällig… .