So oder so ähnlich könnte vielleicht der Spruch auf dem Belarussischen Staatlichen Museum des Großen Vaterländischen Krieges (белорусскй государственный музей истории великой отечественной воины) übersetzt werden, das ich letzte Woche besucht hatte.

Belarussischen Staatlichen Museum des Großen Vaterländischen Krieges

Ein paar meiner Studenten haben mich als Dolmetscher begleitet und standen mir auch als Übersetzer zur Seite. Die Ausstellung ist in kleine Abschnitte unterteilt, die jeweils einen anderen Aspekt des 2. Weltkrieges betrachten. Man findet sehr viel Kopien der Originale, so dass ich zumindest die Einleitung zum Armeebefehl für die Operation Barbarossa und einige andere Materialien selbstständig lesen konnte (Im übrigen habe ich keine Fotos aus dem Museum – ich war knauserig und wollte die 0,20 € zusätzlich nicht zahlen :-D).

Das Museum war überreichlich mit sowjetischen Propagandamaterial gefüllt, was wohl aber nicht allein der Aufklärung dient. Laut einiger Aussagen, hat man das Museum quasi unverändert aus der sowjetischen Zeit in den Postkommunismus übernommen, ohne an der bestehenden Ausstellung viel zu ändern. Dazu passt auch ganz aktuell ein Foto, dass ich an dieser Stelle mit einschieben möchte. Man hat dem Lenin, damit es ihm auch ein wenig heimelig wird, einen Weihnachtsbaum vor die Nase gepflanzt, richtig stilecht, mit einem roten! Stern auf der Spitze (ob er sich darüber freuen würde, mag bezweifelt werden). Kleiner Hinweis: Lenin ist rechts auf der halben Höhe des Baumes zu sehen. Wenn die Weißrussen eins in den letzten Jahren geschafft haben, dann ist es das Alte mit dem Alten in vorzüglicher Weise zu verbinden (ob sie es nun so gewollt haben oder nicht) – meine Hochachtung!

Was uns an dem Museum dann doch überrascht hat (sowohl meine Studenten als auch mich), dass wir dort eine Kleine unscheinbare Ausstellung von Plakaten gegen die Todesstrafe, die es in Weißrussland immer noch gibt, gefunden haben. Ich vermutete, dass die Administration wohl gar nicht wissen könne, was für Plakate da hängen, da ja alle Plakate auf Englisch sind!😀

Außerdem wurden in der letzten Woche die Kandidaten für die Präsidentschaftswahl im Dezember im Palast der Republik (joa, heißt hier auch so…) zugelassen. Die Kulisse dazu sah womöglich in etwa so aus:

Oder, wenn die Herrschaften auf einen anderen Bereich des selben Platzes geschaut haben, so:

Diese Bilder habe ich aufgenommen, bevor ich in’s Museum gegangen bin (ja, ich war mal wieder zu früh).  Also, ich darf die Steuerzahler in Europa beruhigen, es wird nur der Junior Eurovision Song Contest bezahlt, zusätzliche finanzielle Hilfen für Weißrussland müssen aufgrund des fehlenden Wahlkampfes nicht geleistet werden.

Aber was habe ich da heute noch entdeckt; eine von den unzähligen Werbewänden verkündet die anstehende Wahl:

Auf dem Plakat steht zunächst links, dass am 19 Dezember die Wahl des Präsidenten Weißrusslands stattfindet. Am unteren Rand steht Der Sieg liegt in unseren Händen! (Победа в наших руках!) und auf dem T-Shirt Der Sieg liegt in unserem Herzen! (Победа в наших сердцах!). So langsam scheint sich der Verdacht übermäßigen Drogenkonsums doch zur Gewissheit zu erhärten. Was soll das auf dem Plakat denn bitteschön heißen oder bedeuten?!!!

Im Übrigen hat sich das Erlernen des russischen Tastaturlayouts als vorteilhaft herausgestellt. Nun kann ich die ganzen russischen Texte bei Google eintippen, wo mir dann eine Übersetzung zur Verfügung steht. Gut, das eintippen dauert natürlich noch seine Zeit, muss ich doch oft noch ein wenig nachdenken, welchen Finger ich als nächstes zu bewegen habe. Aber die Buchstaben des kyrillischen Alphabets habe ich schon raus, so dass ich im Zehnfingersystem schreiben kann.😎

До свидания!