Ich denke alle Goethe-Institute bieten diesen Service, aber vom Institut hier in Minsk weiß ich es nun genau. Heute Morgen war ich nun im Goethe-Institut, um eine paar Zeitungen aus der Heimat auszuleihen, die ich meinen Studenten als Lesematerial empfehlen kann. Zunächst musste ich natürlich etwas warten, ich war ja zu früh.

Als die Zeit ran war, betrat ich die Bibliothek, fragte höflich, ob man denn hier Deutsch spreche (rein rhetorisch) und ging dann auf meine Suche nach den Zeitungen ein. Darauf wurde ich mit der Frage konfrontiert, was ich denn mit Zeitungen meine. Ich wusste keine bessere Antwort auf diese Frage, die so oder so ähnlich gestellt wurde, als mit “газета?” (russisch für Zeitung) zu antworten. Die eigentliche Intention der Frage bestand aber darin zu erfahren, was ich denn mit den Zeitungen wolle. Lesen, was sonst… .

Nun kam mir die fragende Person sowieso etwas reserviert vor, vielleicht wurde meine eingangs aus Höflichkeit gestellte Frage nach der bevorzugten Sprache ungünstig interpretiert, jedenfalls half mir dann eine andere Personen mit den Zeitungen tatkräftig weiter. Mir wurde erläutert, das aktuelle Exemplare in der Bibliothek zu lesen sind, was durchaus verständlich ist, denn es gibt jeweils nur ein Exemplar einer Ausgabe und da möchte ja jeder mal lesen. Ältere Exemplare können aber mit nach Hause genommen werden. So wurden mir gleich mehrere Zeitungen in die Hand gedrückt, die ich dann an meine Studenten weitergeben werde.

Alles in allem muss ich doch sagen, ist das Goethe-Institut doch eine wunderbare Einrichtung. Umso unverständlicher ist es, dass der aktuelle Außenminister Geldmittel für das Institut streichen möchte. Besonders in der aktuellen Debatte um ausländische Fachkräfte, scheint mir die Streichung von Geldmitteln äußerst fraglich. Denn es muss doch davon ausgegangen werden, das Bewerber mit Deutschkenntnissen bevorzugt angestellt werden würden. Warum den potenziellen Bewerbern dann die Möglichkeit rauben?