Gestern war ich mit einem Freund und seinem Freund bei der Stalin-Linie.

Als Stalin-Linie bezeichnet man eine Reihe von Verteidigungsanlagen, die ab Ende der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts errichtet wurden.

Dazu wurde ein Vielzahl unterschiedlicher Bunkerkonstruktionen nicht verbauten Zustand gezeigt. Auch das entsprechende Pionier-Gerät wurde gezeigt, mit denen Gräben ausgehoben und die Stellungen für die Bunker errichtet werden konnten.

Ein Highlight war für mich die MIG-25 Foxbat (Bild ist verlinkt). Ein riesiges Mach 3 schnelles Flugzeug, das mit riesigen Lufteinlässen und noch größeren Nachbrennern das Technikherz höher schlagen ließ.

Nach eigener Aussage ist das gesamte ausgestellte technische Gerät voll Funktionsfähig. Bei einigen Fahrzeugen sah aber der Fahrerraum derart ausgeschlachtet aus, dass man daran auch zweifeln mochte. Nichtsdestotrotz haben wir die Funktionstüchtigkeit einiger Exponate erprobt, hauptsächlich der FlaKs.

So setzten wir uns auf die vorhandenen Sitzschalen und kurbelten fleißig bis wir einmal rundherum bzw. das Rohr einmal vollständig gesenkt und wieder angestellt hatten. Das galt nicht nur dem Spaß an der Kurbelei, es wurde einem auch schnell wieder warm, was uns das eisige Wetter dann etwas erträglicher machte.

Auch auf so manchen Panzer sind wir geklettert und haben von dort aus die Aussicht genossen. Ich muss dazu sagen, dass die Fahrzeuge/Panzer nicht eingerüstet waren, man musste also schon selbst hoch klettern.

Auch eine Катюша  (Katjuscha), besser bekannt als Stalinorgel (Bild ist verlinkt), hat es in die Ausstellung geschafft, wobei wir, sprich der verehrte Leser und ich, dann auch schon am letzten Punkt angekommen wären.

Wie unschwer auf den Foto zu erkennen ist, hat Stalin an seiner Linie einen Ehrenplatz erhalten. Ich weiß nicht ob es für die außerordentliche Toleranz in Weißrussland, den Erfolg der sowjetischen Propaganda oder für den Erfolg halluzinogener Drogen spricht, dass man einem Massenmörder ein Denkmal setzt, aber da waren auf ein paar Leute auf ‘nem echt guten Trip. Ich tippe auf die letzten beiden Punkte, denn meine weißrussischen Begleiter konnten daran ebenfalls nichts anständiges finden, um ehrlich zu sein haben sie mich sogar zuerst darauf hingewiesen, dass sie damit nicht einverstanden sind! Also einige Leute sind in diesem Land noch nicht im Hier und Jetzt angekommen.