Mit dem Erhalt meines Passes bin ich registriertes Mitglied der weißrussischen Gesellschaft geworden. Das führt dazu, dass ich in den Genuss einiger Annehmlichkeiten des modernen Lebens kommen darf, wie z.B. mobiles Internet.

Am Montag ging es mit einem Bekannten (man will ja die sprachlich-kulturelle Barriere so klein wie möglich halten) zum nahe gelegenen MTC-Shop, um meinen bestehenden Mobilfunk-Vertrag auf Inländer-Niveau  anzupassen (Ausländer kriegen, wenn sie nicht registriert sind, einen extra Vertrag mit extra Konditionen – sind aber, zumindest meiner Ansicht nach, fair) und auch den Weg für mobiles Internet frei zu machen.

Zwar bietet MTC auch mobiles Internet per 3G an, aber irgendwie war es mir dann doch zu blöd 40€ für den dazugehörigen Dongel auszugeben und somit habe ich mich für die 500MB-Variante über GPRS entschieden.

Da ich mein USB-Telefon-Kabel (unter völlig falschen Prämissen) zu Hause liegen gelassen hatte, habe ich dann noch beim nahe gelegenen Mobilfunk-Dealer ein (chinesisches) Kabel für ‘nen Appel und ein Ei (3,50€) erstanden. Dieses Kabel offenbarte auch gleich beim ersten Einsatz grundlegende bauliche Mängel, die aber glücklicherweise reversibel sind und bisher zu keiner Beeinträchtigung der eigentlichen Funktion geführt haben.

Das schöne an der ganzen Geschichte ist, dass ich nun endlich keinen Universitäts-Proxy mitsamt dessen völlig restriktiver Konfiguration mehr zu beachten habe (mal ganz zu schweigen von dem IT-Personal, das sich erdreistet überhaupt die Ports zu sperren – ich habe dahingehend  eine Anfrage an meinen “Chef” laufen, sprich an den Professor meiner Arbeitsgruppe, ob sich an der Situation nichts ändern ließe; das letzte Wort ist noch nicht gesprochen…). Jetzt läuft endlich mein Instant Messenger und ich kann mich endlich mit dem TOR-Netzwerk verbinden. Für eine Runde skypen reicht das natürlich nicht, denn wie zu guten alten Zeiten darf man mit GPRS so manchen Klick auf einen Link wieder mit einem kräftigen Schluck aus der Kaffeetasse zelebrieren. Entschleunigen heißt das ja im Fachjargon und hat den Vorteil, dass die 500MB wohl nicht sobald aufgebraucht sein werden.

TOR habe ich dann auch gleich mal dazu genutzt mir die Seite von charter97.org anzuschauen. Die in meinem letzten Post unterstellte Klammerbeutel-These hat sich dabei zunächst nicht bestätigen lassen. Vielmehr ist es so, dass der offensichtliche Grund (wie immer) das fehlende Geld ist, weswegen die dringendsten Probleme nicht gelöst werden können. Daher bettelt bittet die weißrussische Administration nun bei den Chinesen (durch einen sogenannter Deal) und beim IMF um Geld.

Derweil probiere ich mich durch die Wursttheke des Supermarktes meines Vertrauens.

Na dann, приятного аппетита (guten Appetit) und пока!