Na ja, wenn man Personen Nachbarn nennen darf, die sechs Stockwerke tiefer wohnen. Wie dem auch sei, gestern Abend war ich bei zwei Damen zu eingeladen, die ich bereits letzte Woche kennengelernt habe und die mich da auch schon eingeladen hatten. Letzte Woche hatte ich allerdings noch zu viel um die Ohren, als dass ich mich gleich zu jemand fremden gesellen wollte.

Was ich gleich eingangs feststellen durfte, dass es in meiner Bruchbude auch schöne Wohnungen gibt, wenn man vom Wohnzimmer auf den Rest schließen darf. Außerdem gibt es dort sogar Internet. Das muss man dann allerdings selbst bezahlen und für eine 2048kbit/s Leitung, die den ganzen Tag in ihrer vollen Leistungsfähigkeit zur Verfügung steht (ja, es gibt sowas wie eine Einteilung in Zeitzonen) und ohne Volumen oder Zeitbegrenzung, also kurz das, was man in Deutschland als Flatrate bezeichnet, dafür würde man bei dem Anbieter umgerechnet 50€ bezahlen. Ja, richtig gelesen… .

Aber nun zum eigentlichen Besuch. Zum Abendbrot gab es überbackenes Hühner- und Schweinefleisch, dazu etwas Salat und Weintrauben. Dabei haben wir uns dann über alles mögliche unterhalten. Dabei wollte ich nicht zu schnell auf persönliches eingehen, daher kann ich dazu also nicht allzu viel sagen. Zumindest haben die beiden Damen bekannte in Deutschland. Dennoch musste reichlich übersetzt werden, da mein Russisch eher nicht diese Bezeichnung verdient und auch eine der Damen nur Bruchstücke meiner Ausführungen verstanden hat.

Einige politische Themen haben wir sogar auch angeschnitten. Wobei es einmal um die Migration in Deutschland ging (ich habe das Thema nicht begonnen…) und dann auch um die Politik in Weißrussland. Bei letzterem sind wir allerdings nicht allzu sehr in’s Detail gekommen, dennoch weiß ich, dass die Damen eher zur kritischen Fraktion gehören, da sie der Bezeichnung Weißrusslands als letzte Diktatur Europas ohne Abstriche zugestimmt haben. Zum Schluss habe ich dann noch einen Film mit den Namen Ninotschka in die Hand gedrückt bekommen. Der Film  verspricht auch nochmal recht vergnüglich zu werden.