Da ich nun etwas Zeit habe, möchte ich an dieser Stelle kurz über die Reise nach Minsk berichten.

Die Zugfahrt begann kurz nach 15 Uhr in Berlin/Zoologischer Garten. Ein schmaler Gang führte zu den einzelnen Abteils. Der Reiseleiter sorgte dafür, dass die insgesamt 6 Personen kurzfristig auf 3 Abteile aufgeteilt wurden, was die Reise wesentlich angenehmer gestaltete, da wir uns so nicht ständig auf die Füße traten.

Das Abteil war relativ sauber, nur ein Staubsauger hätte den Kissen nicht schlecht getan. In der Kabine ist vom Bett über die Steckdose bis zum Waschbecken alles vorhanden. Vorne und hinten im Wagen waren jeweils die Toiletten, die neu und akkurat sauber waren. Auf den schlechteren Bahnstrecken musste man dann allerdings die Finger kreuzen, in der Hoffnung das Extrakt möge die Toilette nicht schaukelnd und schwappend verlassen.

Zunächst ging es durch Berlin und dann über Land weiter, Bahnhof für Bahnhof. Zwischendurch wurde von der проводница (Zugbegleiterin) Tee gereicht.

Gegen Abend haben wir uns dann damit abgemüht das obere Bett in Position zu bringen. Denn dazu war es notwendig, das obere Bett nach unten klappend über die Laufschiene nach unten rutschen zu lassen. Bis wir das raus hatten, waren bestimmt 10 Minuten vergangen.

Gegen 3.30 Uhr fand dann die erste Kontrolle durch die polnischen Behörden statt. Kurz danach waren auch die weißrussischen Grenzbeamten zur Stelle, um Ausweise und Visa zu kontrollieren. Dann ging es zum Spurwechsel. Dazu wurden die einzelnen Waggons voneinander abgehangen. Pro Waggon standen dann 4 Hubvorrichtungen bereit.

Nachdem die Fahrwerke vom Waggon getrennt wurden, hoben die Hubvorrichtungen diesen empor. Das geschieht so langsam, dass man das Anheben an sich nicht merkt. Aber irgendetwas knackst immer oder rastet ein, dass man ohne einen festen Schlaf wahrscheinlich auch aufwachen wird.

Nachdem nun also die Fahrwerke für sich alleine standen, wurden diese unter den Zug drunter weg geschoben, woraufhin auch gleich die Fahrwerke mit der neuen Spurweite folgten. Die Schienen waren dazu jeweils so ausgelegt, dass beide Spurweiten vorhanden sind.

Die Fahrt über das weißrussische Land bot dann keinerlei Besonderheiten, außer die aus dem Fernsehen bekannten Dörfer und endlose Baumreihen.

Gegen 10 fuhren wir dann in den Minsker Hauptbahnhof ein, ein relativ junger Bau, soweit ich das beurteilen konnte. Dort begrüßten uns dann auch schon Freunde und die Gastgeber der Universität.

Mehr zum ersten und den folgenden Tagen dann später!

Bis dann! пока!