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Heute war es denn auch endlich soweit, ich stürzte mich in das Abenteuer Wäschewaschen. Mit meinem Wanderrucksack und den darin befindlichen Berg Wäsche machte ich mich auf den Weg zum Waschsalon. Zuvor musste ich allerdings Waschmitteln erstehen (in der Unwissenheit, dass ich dieses Produkt hätte 600 BYR, also ca. 15 Cent, preiswerter hätte im Waschsalon selbst erstehen können). So ging ich vorher zum Markt (Kamarowska) um eben Waschmittel zu erstehen. Dabei lies ich mich von der Verpackung blenden und wählte das (weißrussische oder russische) Produkt, das mir den seriösesten Eindruck machte (гарант чистоты heißt soviel wie garantiert sauber – na wenn das nicht seriös ist).

Dann ging es gleich in den nahe gelegenen Waschsalon. Bis auf die Angabe meiner Adresse (warum wollen die eigentlich wissen wer, wann, wo sein Wäsche wäscht…?!) wurde auch ein großes Aufhebens veranstaltet. Die erste Miele-Waschmaschine (ja, das Miele) wurde meine, ich legte die Wäsche hinein und dann ging es schon fast los. Einziger Nachteil, ich bin notorischer Verwender der 30°C-Waschfunktion, die diese Waschmaschine allerdings nicht unterstützte. So musste ich denn auch bangen, ob meine Wäsche auch bei 40°C so wieder raus kommt, wie sie herein gekommen ist (nur sauber halt – ist klar).

Nach ca. 1h war dann auch die Maschine fertig und ich konnte meine Wäsche fast trocken wieder in Empfang nehmen, da der Schleudergang bei den Maschinen echt ‘ne Wucht ist. Das angebotene Trocknen habe ich jedoch abgelehnt, da die westeuropäische, oder zumindest meine, das im Allgemeinen ablehnt.

Zu Hause angekommen, konnte ich dann auch gleich meinen persönlichen Trockenraum einweihen. Persönlich deshalb, weil der Trockenraum auch gleichzeitig mein Wohn- und Schlafzimmer, quasi in Raumunion, ist. Am Abend zuvor hatte ich die von mir erworbene Wäscheleine über die glücklicherweise schon vorhandenen Nägel (vielen Dank an den oder die Unbekannte) gespannt und somit alle Vorbereitungen getroffen. Diese Maßnahmen musste ich quasi durchführen, da mich der Verlust meines kleinen, unschuldigen Topfes doch arg getroffen hat und sich auch gewisse Verlustängste gegenüber meiner Wäsche in meinen Inneren manifestierten.

So hängt nun also meine Wäsche über meinen Bett und versucht die verbliebene Feuchtigkeit loszuwerden. Meinen Mitbewohner habe ich auch schon nach einem Bügeleisen gefragt, so dass sich das mit dem Fluss und der Handwäsche doch hoffentlich nun erledigt hat.

Na dann hoffen wir mal, dass die Wäsche noch auf der Leine hängt, wenn ich wieder komme. Nicht das die Wäsche aus meinem Zimmer geklaut werden würde, aber die Wäscheleine muss noch den Dauerbelastungstest bestehen.

До свидания

Am Wochenende ging es mit Freunden in den botanischen Garten von Minsk. Der ist gleich neben einen der großen Parks der Stadt gelegen, bei dem sich auch ein Vergnügungspark befindet. Der Eintritt schlug mit 10000 BYR (etwa 2.50 €) zu Buche.

Blumen gab es bedingt der Jahreszeit natürlich nicht mehr viel zu sehen. Aber das Wetter war herrlich warm und auch eine Handvoll Hochzeitspaare samt Gesellschaften und (Profi-)Fotografen nutzten das Wetter, um auch ja genügend Hochzeitsfotos in allen erdenklichen Positionen und Lagen zu schießen, damit auch kein Auge trocken bleibt, wenn mangels Gesprächsstoff die Hochzeitsalben hervorgeholt werden (müssen).

Der Botanische Garten ist von den Wegen her sternförmig angelegt. Zum Schluss führen die Wege dann zu einem kleinen See mit einer noch kleineren Insel, die von den Anwesenden genutzt wurde, um die letzten Sonnenstrahlen des vergehenden Herbstes einzufangen.

Auf den weißrussischen Straßen findet man die bei uns bekannten Verkehrszeichen.

Einige Verkehrszeichen jedoch scheinen für eine ganz besondere Bevölkerungsgruppe zu gelten bzw. sind das Resultat eines ganz besonderen Scherzes. Ansonsten kann ich mir nicht erklären, warum ägyptische Pharaonen oder Außerirdische (je nachdem welche Filme man zu viel geschaut hat) extra Beschilderung erhalten (obwohl es bisher nur einen Schildertyp betrifft).

Am Sonntag waren wir dann schließlich zu einem Abschiedsessen bei einer befreundeten Studentin eingeladen. Dabei durften wir dann wieder einmal Zeuge der weißrussischen Gastfreundschaft machen, die auch einen (über-)reichlich gedeckten Tisch beinhaltet. Wobei ich zu dem Foto anmerken muss, dass die Hälfte der Speisen zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht die Küche verlassen hat.

In Russisch, Englisch und Deutsch wurde sich dann quer über den Tisch über die unterschiedlichsten Dinge unterhalten unterhalten. Z.B. darüber, dass ich den ganzen lieben Tag (auf der Suche nach einer Wäscheleine) das Wort suchen (искать) falsch konjugiert habe (eines der Verben, die unregelmäßig sind), was ich aus meinen Wörterbuch nicht ersehen konnte. Na ja, so schnell verfliegt der Stolz auf das geleistete, wenn man weiß, dass es falsch war… . Aber zurück zur Abschiedsfeier. Denn am Ende gab es noch eine sehr vorzügliche Torte, die unsere Gastgeberin laut eigener Aussage bis Mitternacht vorbereitet hatte.

Nach etwa 3 Stunden durchgängigem Verzehr von Speisen, hatte sich dann auch der Wunsch nach einen Abendbrot im wahrsten Sinne des Wortes begraben.

Diese Woche wird regnerisch und auch die Temperaturen nähern sich langsam den winterlichen Verhältnissen an. Auch Zeit mein Schuhwerk zu wechseln.

Auf dann!

Irgendein Langfinger hat doch tatsächlich meinen kleinen und teuer erworbenen Topf gestohlen, während der Topf unschuldig in der Gemeinschaftsküche auf Abkühlung wartete (ich habe kein Holzbrett, auf den ich den heißen Topf hätte stellen können). Meine einzige Möglichkeit Wasser heiß zu machen dahin… .

Na gut, ich wollte mir sowieso einen Wasserkocher kaufen, da ich dann auch nicht immer in die Küche rennen muss, nur Wasser zu erwärmen. Also ging ich in das 1 – 1,5 km entfernte Elektronikfachgeschäft, um einen Wasserkocher zu erstehen.

Dort angekommen musste allerdings erst einmal die sprachliche Barriere überwunden werden. Dazu suchte ich das Wort Kocher aus meinen Wörterbuch heraus, in Hoffnung im Zusammenhang mit dem Wort Wasser wäre eine eindeutig verständliche Wortkombination geschafften. Aber weit gefehlt, denn schon die nächsten russischen Sätze stürzten auf mich nieder, die ich keiner besonderen Bedeutung zuordnen konnte, glaubte ich doch noch an die Eindeutigkeit meiner Kombination aus Wasser und Kocher. Erst nachdem ich das Wert trinken identifiziert hatte, war mir klar, auf was die zusätzlichen Fragen hinausliefen. Das passiert wohl, wenn man gewohnt ist, dass das heiße Wasser zum Waschen aus dem Wasserhahn kommt. Aber wahrscheinlich hätte mein Wunsch nach Wasser und Kocher auch auf einen Wasserboiler hinauslaufen können, wer weiß.

Nachdem nun die erste Hürde überwunden wurden, konnte ich die zum Verkauf angebotenen Wasserkocher in Augenschein nehmen.  Die Preise lagen dabei in dem Geschäft zwischen grob 12 € bis 22 €. Da ich hier keine ganze Familie zu versorgen habe, begnügte ich mich mit den kleinsten Modell mit 1l Fassungsvermögen, dass mit umgerechnet 14€ zu Buche schlug.

Nachdem ich auch ca. 15 Minuten einen Waschsalon gefunden hatte, ging es daran, das neu erworbene technische Gerät auch sogleich auszuprobieren. Da die Verkäuferin schon so vertrauenerweckend am Geräteinneren roch, zog ich es vor, das Ganze erst mit etwas Wasser aus zu kochen, bevor ich denn dann wirklich das heiße Wasser zu mir nehmen würde. Das verlief alles ohne Probleme und kurze Zeit später konnte ich meinen ersten, mit diesen Wasserkocher zubereiteten löslichen Kaffee genießen. Hervorragend!

Trotzdem schade um den kleinen Topf. Aber wahrscheinlich hat der Langfinger die Lunte schon gerochen und ist einem außer Landes bringen des Topfes zuvorgekommen. Ikonen darf man wohl auch nicht aus Weißrussland ausführen. Da ist es nur konsequent, das Gleiche für Töpfe zu fordern.

After the last update I was asked by MIKTeX to install a certain package (ifxetex in my case). If you encounter this or a similar problem, just update the file name database (FNDB) of MIKTeX as described in the MIKTeX maintenance faq.

Good luck!

Einen Mann wie Arthur Schopenhauer darf man wohl zum 150. Todestag gratulieren, muss der Tod doch für ihn die Überwindung der schmerzhaften Existenz in dieser leidvollen Welt bedeutet haben.

Dabei darf ich gleich anmerken, dass sich die Parerga und Paralipomena bisher sehr gut gelesen hat. Auch zieht Schopenhauer wieder ordentlich vom Leder, wenn es gegen die, wie er sagt, 3 Sophisten geht (Fichte, Schelling, Hegel). Was ich allerdings nicht verstehen kann (insbesondere schon nicht in dem Werk Über den Willen in der Natur) ist der Bezug zum Animalischen Magnetismus. Der Bezug darauf wirkt aus heutiger Sicht, na ja, befremdlich.

Nichtsdestotrotz, alles Gute!

Update: Auch die Zeit hat einen kleinen Beitrag gebracht.

Hier ein paar Bilder von der Fahrt mit dem Trolleybus Nr. 53. Ich werde die Bilder bis auf den Bildtitel (mit der Maus über das Bild fahren) nicht kommentieren und einfach mal so stehen lassen. Die Auswahl ist wie immer subjektiv.

Na ja, wenn man Personen Nachbarn nennen darf, die sechs Stockwerke tiefer wohnen. Wie dem auch sei, gestern Abend war ich bei zwei Damen zu eingeladen, die ich bereits letzte Woche kennengelernt habe und die mich da auch schon eingeladen hatten. Letzte Woche hatte ich allerdings noch zu viel um die Ohren, als dass ich mich gleich zu jemand fremden gesellen wollte.

Was ich gleich eingangs feststellen durfte, dass es in meiner Bruchbude auch schöne Wohnungen gibt, wenn man vom Wohnzimmer auf den Rest schließen darf. Außerdem gibt es dort sogar Internet. Das muss man dann allerdings selbst bezahlen und für eine 2048kbit/s Leitung, die den ganzen Tag in ihrer vollen Leistungsfähigkeit zur Verfügung steht (ja, es gibt sowas wie eine Einteilung in Zeitzonen) und ohne Volumen oder Zeitbegrenzung, also kurz das, was man in Deutschland als Flatrate bezeichnet, dafür würde man bei dem Anbieter umgerechnet 50€ bezahlen. Ja, richtig gelesen… .

Aber nun zum eigentlichen Besuch. Zum Abendbrot gab es überbackenes Hühner- und Schweinefleisch, dazu etwas Salat und Weintrauben. Dabei haben wir uns dann über alles mögliche unterhalten. Dabei wollte ich nicht zu schnell auf persönliches eingehen, daher kann ich dazu also nicht allzu viel sagen. Zumindest haben die beiden Damen bekannte in Deutschland. Dennoch musste reichlich übersetzt werden, da mein Russisch eher nicht diese Bezeichnung verdient und auch eine der Damen nur Bruchstücke meiner Ausführungen verstanden hat.

Einige politische Themen haben wir sogar auch angeschnitten. Wobei es einmal um die Migration in Deutschland ging (ich habe das Thema nicht begonnen…) und dann auch um die Politik in Weißrussland. Bei letzterem sind wir allerdings nicht allzu sehr in’s Detail gekommen, dennoch weiß ich, dass die Damen eher zur kritischen Fraktion gehören, da sie der Bezeichnung Weißrusslands als letzte Diktatur Europas ohne Abstriche zugestimmt haben. Zum Schluss habe ich dann noch einen Film mit den Namen Ninotschka in die Hand gedrückt bekommen. Der Film  verspricht auch nochmal recht vergnüglich zu werden.

Ich dachte ich wäre ein ganz schlauer Junge und lade die Folien der heute startenden Vorlesung auf den Server meiner ehemaligen Universität hoch, bei der ich ja immer noch einen Account habe.

Aber so einfach geht das nicht, denn nicht nur, dass an der BSU ein Proxy eingesetzt wird, nein, auch der Port 22 für SSH, das ich zur Anmeldung benötige, ist blockiert. Es funktionieren nur HTTP, HTTPS und FTP.

Wenn jemand einen schlauen Tipp haben sollte, wie man das mit geringen Aufwand umgehen könnte, dem wäre ich sehr dankbar, wenn er/sie das an dieser Stelle postet.

Bis dahin wird es wohl auch ein eMail-Verteiler tun… .

Ich habe gerade auf zeit.de einen sehr interessanten Artikel von Sigmar Gabriel über das Buch Thilo Sarrazins gelesen und möchte den Link zum Artikel an dieser Stelle ungefiltert weiterleiten.

Mein erster Einkauf von Nahrungsmitteln in Minsk beinhaltete auch Käse, da ich mir dachte, da kann nicht so viel schief gehen. Allerdings habe ich dabei nicht damit gerechnet, dass es gewisse Technologien bis nach Weißrussland und auch ganz spezifisch in meinen Käse geschafft haben bzw. in dessen Packung geschafft haben. So erblickte ich ganz unverhofft einen RFID-Transponder.

Leider muss ich davon ausgehen, dass es das Wort Datenschutz nicht bis hierher geschafft hat. Daher habe ich das Teil natürlich sofort zerstört.

Eine ganz andere Entdeckung durfte ich an den Fenstern meiner Universität machen. Es handelt sich dabei um Doppelfenster. Der Rahmen zwischen den zwei Fensterteilen ist, ich vermute mal, auf gesägt. Auf meine Frage hin, wozu das denn gut sei, bekam ich zur Antwort, dass die Fenster so alt sind, dass sie beim Öffnen kaputt gehen würden. Um trotzdem etwas Frischluft in den jeweiligen Raum lassen zu können, wurden daher die Aussparungen geschaffen.

Auf dem Bild ist eine solche Aussparung zu erkennen, die mit einem Stück Papier offen gehalten wird. Da fehlen einem alle Worte. Sich nicht mal neue Fenster in der staatlichen Universität leisten können, aber das Internet überwachen… . Was würden nur die ganzen Politikverdrossenen in Deutschland bei einem solchen Anblick sagen? Würde es dann eine deutsche Revolution von unten geben?

Vellocet Club

A blog not only about my time in Sweden and Мiнск but also about the things I am concerned about.

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