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Letzten Freitag waren meine Freundin und ich in der Freiluftbibliothek meiner Stadt. Wir hatten durch meine Schwester von der Bibliothek erfahren und wollten mal sehen, wie es dort so aussieht und wie das funktioniert. Die Bibliothek ist direkt an der Straße gelegen. Die Architektur ist kubisch gehalten. Das Gebäude schützt den grünen Innenhof vor der direkten Einsicht von der Straße her. Von der anderen Seite gelangt man direkt auf den begrünten Innenhof mit seinen Sitzgelegenheiten.

Die Freiluftbibliothek liegt in einer Art “sozialem Brennpunkt”. Die Jugend der
Gegend hat unsere Klischees auch vollauf erfüllt. Nachmittags um drei wurde
getrunken und geraucht. Das Rauchen kann ich ihnen nun schlechterdings
anlasten, gehörte das auch zu meinen frühen Lastern. Aber im Angesicht einer Bibliothek erstmal Bier-Mix-Getränke an einem Nachmittag zu sich zu nehmen, zeugt definitiv von sozialer Unreife und Rohheit. Das zeigt, dass eine
Bibliothek alleine die Probleme dieser Gegend nicht lösen wird.

Davon abgesehen kam ich aber dennoch zum Lesen meiner Literatur und dabei habe ich eine sehr interessante Stelle gefunden. Es geht um den physikotheologischen Beweis, der sagt, dass es ja irgendwie “gewollt” sein muss, dass die Natur, die Pflanzen, Tiere und Menschen und was es nicht sonst noch gibt existieren. Da aber der Wille irgendwie gerichtet sein muss, damit er die genannten Werke zu vollbringen in der Lage ist, muss auch Erkenntnis dahinter stecken. Für Erkenntnis könnte aber nun auch “der liebe Gott” o.ä. eingesetzt werden. Also die Erkenntnis “denkt” sich, es sollte eine Welt mit Flora, Fauna etc. existieren und lässt seinen Willen das Gedachte Wirklichkeit werden lassen.

Als ich das Beschriebene gelesen hatte, wurde ich sofort an Intelligent Design
erinnert. Diese Idee ist also mindestens 200 Jahre alt.

Schopenhauer stellt nun aufbauend auf Hume und Kant den Gegenbeweis auf. Der Intellekt, auf den die Erkenntnis beruht, ist eine organische Funktion des
Gehirns. D.h. die Natur hat über das Gehirn den Intellekt hervorgebracht. D.h. aber auch, dass der Intellekt nicht vor der Natur vorhanden sein kann. Es kann also nicht erst einen Intellekt geben, der über den Willen die Natur entstehen lässt, die dann das Gehirn und darauf aufbauend wiederum einen Intellekt erschafft. Würde hingegen der Intellekt quasi aus sich selbst heraus entstehen, dann wäre nicht mehr klar, welcher Intellekt Grund und welcher Folge ist. Es würde also kein kausaler Zusammenhang mehr zwischen den Intellekten vorhanden sein.

Darüber hinaus nicht darf grundsätzlich ein Intellekt angenommen werden, wo ein Wille sichtbar wird. So wird niemand bestreiten, dass Bienen einen Willen zum Bau ihres Stocks besitzen. Schwerlich aber wird jemand den Bienen einen Intellekt, also das Vermögen in abstrakten Begriffen zu denken, zusprechen. Somit kann auch nicht angenommen werden, dass sich hinter jedem Willen eine Erkenntnis oder Intellekt verbirgt.

Kurz gesagt, es darf an einen “lieben Gott” hinter dem Willen geglaubt werden. Dieser liebe Gott liegt aber schlechterdings außerhalb unserer Erkenntnis,
darf also demnach nicht als eine Art Tatsache verkauft werden. So einfach ist
das. 🙂

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Ein gut gemachter Film, den meine Freunde und ich uns am Freitag anschauen durften, auch wenn einige Kritiken kein gutes Haar an ihm lassen.

Der Film handelt von einer Gruppe von Dieben um Cobb (Leonardo DiCaprio), die in die Träume anderer Personen eindringen, um dort Informationen zu stehlen (Extraction). Der letzte Auftrag schlägt fehl und der Auftraggeber entsprechend enttäuscht, dass mordende Söldnertruppen seine Enttäuschung überbringen müssen. Um die mordende Söldnerbande loszuwerden, soll die Gruppe einen neuen, sehr schwierigen Auftrag übernehmen. Die Gruppe soll eine Inception vornehmen, also einer Person einen Gedanken einpflanzen. Mehr will ich an dieser Stelle auch nicht verraten.

Zugegeben, Inception ist kein Film der in die Tiefen Freud’scher Psychoanalyse eindringt. Die Problematik, die der Regisseur aufzeigt, ist gut verständlich und leicht nachvollziehbar, auch wenn es sicherlich an der einen oder anderen Stelle an einer logischen Erklärung fehlen mag. Wer sich auf den Film einlässt, bekommt aber einen Geschmack von den existenziellen Fragen, die sich aufdrängen, wenn man über den Unterschied zwischen Traum- und Wachstadium sinniert. Vielleicht zeigt der Film aber einfach die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod. Der Wunsch nach dem Kick (Kick bezeichnet den Vorgang im Film, bei dem eine Person aus ihrem Traum gerissen wird, z.B. durch den geträumten Tot oder das Gefühl des freien Falls) im Wachstadium in einer neuen Realität zu erwachen, also nach dem Tod in einem anderen Leben weiter zu leben. Eigentlich ein sehr einfaches Motiv, das so mancher Religion als Heilsversprechen beiliegt.

Wohl werden wir alle diese Frage höchst selbst zu beantworten wissen, auch wenn ich bezweifle, dass die Antwort dann noch für uns selbst von Bedeutung wäre.

Wie dem auch sei, Inception ist ein sehenswerter Film, insbesondere wenn man wagt über den eigentlichen Film hinaus zu denken. Weit muss man dazu nicht gehen.

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