… so oder so ähnlich könnte der Untertitel des Buches von Manfred Lütz lauten.

Ich habe es zum Lesen bekommen und die ersten Kapitel gingen auch flüssig weg. Der Autor erweckte den Eindruck, eine sachliche Betrachtung des Glaubens an einen Gott durchzuführen. Das Buch kommt diesem Eindruck in keiner Weise nach, denn der Autor wechselt  in eine persönlich/subjektive Sicht, aus der heraus er versucht dem Phänomen Gott nachzukommen.

Dabei meint der Autor aber nicht irgendeinen beliebigen Gott oder gar Götter, sondern seinen persönlichen Favoriten, den Gott der katholischen Kirche. Und spätestens an dieser Stelle müsste es meiner Meinung nach auch Juden und Moslems übel werden. Ohne erkennbare Spur der Toleranz und Achtung wenigstens dieser abrahamitischen Religionen gegenüber, wird der Gott der katholischen Kirche als das Beste was der Welt bzw. dem Autor geschehen kann dargestellt. Ich bezweifle, dass mit einer solchen Herangehensweise Toleranz, Anerkennung und damit auch Frieden in irgendeinem Teil der Welt gestiftet werden kann, wenn das die grundlegende Haltung eines katholischen Christen wäre.

Natürlich bekommen auch die Atheisten ihr Fett weg. Der Autor behauptet allen ernstes, dass ein Atheist, wenn er es denn in aller Konsequenz sein will, jegliche Moral von sich ablegen müsste. Nun glaube ich nicht an Gott, noch an seine Nichtexistenz, dennoch meine ich Anstand und Moral zu besitzen, warum ich diese auf einmal aufgeben sollte bleibt mir schleierhaft. Machen nicht Anstand und Moral zumindest einen Teil des Wesens des Menschen aus? Haben sie ihm vielleicht sogar das Fortbestehen ermöglicht, weil man sich gegenseitig half und nicht gleich die Köpfe einschlug? Ist es nicht vielmehr so, dass auch ohne Gott Anstand und Moral Sinn in der Evolution des Menschen machen würden? Kann man ja mal drüber nachdenken.

So wie Herr Lütz argumentiert hat der Glaube oder, wie er sagt, Vertrauen nicht mehr viel mit dem eigentlichen Begriff zu tun. Wenn ich glaube oder vertraue, dann schwingt da auch immer Unsicherheit mit, ob denn das was ich da glaube oder auf was ich vertraue denn auch so sein wird. In dem Buch wird mit diesen Begriffen hantiert, als gebe es gar keine andere Möglichkeit, als das ein Gott, vorzugsweise der katholische natürlich, existiere.

Auch so manche Rezension auf Amazon zeigt, dass bei weitem nicht alle Leser der Argumentation des Autoren folgen können noch wollen. Das entscheidende Hindernis ist wohl der Eindruck, den das Buch weckt und dem es dann nicht gerecht wird. Wie ich meinen katholischen Glaube begründe wäre wohl ein weit zielführender Titel gewesen.