Freitag ging es also wieder raus, für eine Freundin von Pia wurde eine Überraschungsfeier organisiert und ich habe mich dazu gesellt. Es ging in den Süden von Stockholm, nach Södermalm, dass ich erst gegen halb 4 verlassen sollte.

Also auf zur Party, die Überraschung war schon gelüftet und allerlei alkoholische Getränke in der Küche bereitgestellt, als wir ankamen. Auch ein Shaker war da, aber ich bin nichts ohne ein gutes Rezept und somit begnügte ich mich mit einer Variation aus Vodka und Ginger Ale. Da wohl viele Schweden auch nur trinken, natürlich auch nur am Wochenende, um in den vergnüglichen Zustand völliger Zerschossenheit einzutreten, konnte mit dieser Wahl ja auch nicht viel schief gehen. Andererseits habe ich auch nur ein Glas geschafft, der Rest der Zeit wurde mit Wein überbrückt, da ich ungern das laufende Gespräch unterbrechen wollte, dass äußerst interessant war. Mit meinem Gesprächspartner startete ich bei Ericsson, seinem Arbeitgeber. Wir gingen dann weiter zur Elektrotechnik (seinem Studiengang), kamen dann über sein Auslandssemester in Deutschland auf die deutsche Sprache, ihre Ähnlichkeiten mit der schwedischen u.s.w. Abgeschlossen haben wir das Gespräch mit einem kleinen Diskurs über Zufall und Schicksal, nachdem wir vorher auch über die schwedische und die deutsche Geschichte gesprochen hatten.

Danach wechselten wir den Schauplatz, machten aber einen kleinen Abstecher zu einer Bar in einem Turm. Ich würde gerne einen Namen nennen, aber da muss ich wohl nochmal fragen, denn der fällt mir gerade nicht ein. Auf jeden Fall hätte man da oben einen wunderbaren Blick über Stockholm gehabt, wären da nicht diese Wolken gewesen, die die Sichtweite auf unter 500m (sehr grob geschätzt) gedrückt hätten.

Danach also in eine Bar, irgendwo in der Nähe des Åsötorget. Gut, das wird niemanden Helfen, aber soweit ich das verstanden habe, ist Södermalm sowieso eine gute Gegend, um Abends wegzugehen. Hier war ich ja im Dezember auch mit meinen Freunden vom Sprachkurs, als wir die Bar mit dem günstigen Bier gefunden hatten. Na ja, das Bier war in der Bar, in der wir nun waren, nicht so billig. Schon wieder 100 SEK ausgegeben für zwei Bier, na wenigstens hat der Barkeeper das “Zwei große Starke (Bier)” (die schwedische Version kommt in einem späteren Beitrag) verstanden, das mir Pia noch schnell für die Bestellung zugesprochen hatte. Dass es sich die Schweden bei den Preisen überhaupt leisten können nicht auf dem Trockenen zu sitzen, ist schon erstaunlich. Dass sie es nicht tun, wurde uns dann auch bewiesen, als eine Flasche den massiven Aufbau einer menschlichen Schädeldecke mit dem Zerfall ihrerselbst unter Beweis stellte. Der danach einsetzende Versuch einer Schlägerei, wurden von den Umstehenden und den Sicherheitskräften, von denen es in Stockholm nur so wimmelt, sofort unterbunden. Während ich so bei der Versorgung der malträtierten Schädeldecke zusah, fragte ich mich, wann denn die Ambulanz eintreffen würde. Nach ca. 45 Minuten (was wieder sehr grob geschätzt ist) war dann die Polizei zur Stelle, vom Rettungswagen war da noch keine Spur… .

Wie dem auch sei, um 3 Uhr schloss die Bar und ich war sowieso müde und außerdem in ein Gespräch über die Unzulänglichkeiten der deutschen Sprache verwickelt. Obwohl das eigentlich das falsche Wort ist, das Gespräch hat sehr viel Spaß gemacht. Ein Däne, der neben uns in der T-Bana stand, sprach mich dann, als meine Begleitung die Bahn wechseln musste, an. Er hatte in der Schule Deutsch. So fröhnten wir für 3 oder 4 Stationen dem Smalltalk (auf Englisch, denn das mit dem Deutsch war schon lange her, so wie mein Französisch, ich konnte ihm also keinen Vorwurf machen😉 ) und verabschiedeten uns mit einem Handschlag, als er die Bahn wechseln musste.

Der Samstag war so vernebelt, wie ich mich fühlte und so war denn auch nicht viel los. Ich bin jedoch zu dem Schluss gekommen, dass entweder das schwedische Bier oder die Kombination aus schwedischem Bier und meiner Umgebung, meinem Schlaf nicht besonders zuträglich sind. Viel mehr schwedische Sorten haben die ja im Systembolaget auch nicht, als dass ich noch viel probieren müsste.😉

Auch über den Sonntag werde ich nicht viele Worte verlieren, nur eines, nur noch eine Woche, dann werde ich die schwedischen Gefilde für, der geneigte Leser/die geneigte Leserin ahnt es, eine Woche verlassen. Der Countdown läuft!

Indes wünsche ich der treuen Leserschaft einen guten Start in eine ebenso erfolgreiche Woche!

Bis denne!!! Hej då!!!