…mit schlechtem Bier, möchte ich sagen. Ich gehöre ja zu den Menschen die, wenn sie Bier kaufen, vornehmlich auf die lokalen Sorten zurückgreifen. Man weiß ja nie, welche Überraschungen so auf einen warten (lauern in diesem Fall…). Daher erstand ich im Systemet mehrere Flaschen und Dosen schwedischer Brauerein, in der Hoffnung und im besten Vertrauen darauf, dass davon ja wohl was schmecken wird. Das Rökporter (frei übersetzt: Rauchbier) von Nils Oscar haben wir glücklicherweise zuerst getrunken. Wie der Name, so der Geschmack, könnte man sagen. Als ob man abgebranntes Holz, Holzkohle oder andere dem Feuer überlassene Gegenstände direkt mit in die Sudkessel gegeben hätte. Na ja, danach war das Schlimmste überstanden, sehr viel besser wurde es leider trotzdem nicht… . Ich bleibe daher erstmal beim schwedischen Bier aus dem Supermarkt oder dem 6,0 (ja, so heißt das Bier), das auch noch verwertbar geschmeckt hat.

Nichtsdestotrotz war der Freitagabend sehr gelungen. Nicht nur dass das Sushi hervorragend geschmeckt hat, auch die Gespräche waren wieder sehr interessant. Dafür den besten Dank an meine Gastgeber! Es hätte bestimmt noch eine Weile länger gehen können, aber gegen 0:00 Uhr habe ich dann doch lieber den Bus genommen, da wir auf Nummer sicher gehen wollten und ich auch ja wieder nach Stockholm komme. Darüber darf der geneigte Leser jetzt mal nachdenken… .😀

Nachdem ich von so vielen Shoppingtouren gelesen hatte, habe ich mir einen Ruck gegeben und bin am nächsten Tag mal einkaufen gegangen. Recht schnell bemerkte ich das Fehlen weiblicher Begleitung (ich erspare mir das Kompetent, meine Begleitung war das bisher immer), die mich in gewohnter Weise bei der Entscheidungsfindung unterstützt oder auch das eine oder andere Kleidungsstück in einer anderen Größe liefert, während ich schon die nächsten Sachen in der Umkleide probieren kann. Na ja, so musste ich das halt alleine regeln, war ja auch schnell erledigt. Voll das Klischee männlichen Einkaufsverhaltens erfüllend, habe ich nach dem Besuch eines Geschäfts nach 20 Minuten (inklusive Überlegen und hadern mit den Selbstzweifeln) 3 Teile erstanden (die auch passen und gut aussehen… also mir gefallen sie…). 8)

Heute habe ich dann kurz den Weihnachtsmarkt in Gamla Stan besucht. Dieser unterscheidet sich nicht wesentlich von seinem deutschen Pendant, man kriegt die üblichen Leckereien und handwerklichen Erzeugnisse. Auch das Gedränge ist das gleiche… . So gönnte ich mir noch einen Glögg (ohne Alkohol – ich erinnere an Systemet – aber mit Rosinen😕 ) in einem Espressobecher (in Deutschland kriegt man schon so kleine Tassen für 2 EURO, in Schweden ist es noch weniger…) und verschwand wieder.

Spontan habe ich dann noch an einer Führung durch das Riksdagshuset teilgenommen. Nach der obligatorischen Sicherheitskontrolle ging es ca. 45 Minuten lang durch das Gebäude (Fotos dazu werde ich später hochladen, wie auch zum Weihnachtsmarkt). Das parlamentarische System scheint, soweit ich das verstanden habe, dem deutschen nicht ganz unähnlich zu sein. Koalitionen sind auch ein natürlicher Bestandteil dessen, dass diese aufgrund von unterschiedlichen Positionen aber auseinanderbrechen und zu Neuwahlen führen, ist eher unüblich. Unsere Schwedischlehrerin meinte mal, dass die schwedische Gesellschaft sehr konsensorientiert ist, etwas das sich auch in der Politik widerzuspiegeln scheint.

Ein leckeres Detail möchte ich hier noch erwähnen, dass ich leider zuvor vergessen habe. Es handelt sich um die Prinsesstårta, ein Traum aus Sahne, Biscuit, Vaniliepudding und Marzipan (das sind jedenfalls die Sachen die ich identifizieren konnte). Ja, einige werden staunen, selbst das Marzipan bereitet mir bei dieser Leckerei keine Probleme, es passt einfach alles sehr gut zusammen. Wer die Folgen solchen Genusses nicht scheut, dem empfehle ich diese schwedische Backspezialität einmal selbst zu probieren.

Und mit dieser Empfehlung wünsche ich den treuen Lesern sowie allen anderen einen guten Start in die kommende Woche!

Bis denne!!! Hej då!!!